Bach gewinnt den ersten Machtkampf

Lausanne..  Zurück in seiner Wahlheimat Lausanne haben auf Thomas Bach weitaus angenehmere Termine gewartet. Ein Treffen mit dem ukrainischen Staatspräsidenten Petro Poroschenko versprach am Tag nach dem Eklat von Sotschi eine deutlich harmonischere Atmosphäre. Und doch war der Abstecher in die Olympia-Stadt von 2014 für Bach trotz der heftigen Kritik eine äußerst erfolgreiche Dienstreise, schließlich hat der 61-Jährige Franke seinen ersten großen Machtkampf als IOC-Chef recht deutlich gewonnen.

Das Echo nach den heftigen Attacken von Marius Vizer, dem Präsidenten der Vereinigung internationaler Sportverbände (SportAccord), war jedenfalls einhellig. Sowohl die internationalen Spitzensportverbände als auch die Nationalen Olympischen Komitees schlugen sich klar auf die Seite von Bach und richteten Kritik an Vizer.

Der gebürtige Rumäne hatte in einer Art Alleingang Bach und das IOC Einmischung in die Autonomie der Sportorganisationen, die Blockade von Multi-Sport-Events, Intransparenz bei der Agenda 2020 und Geldverschwendung beim olympischen TV-Kanal vorgeworfen. Ein Frontalangriff.

Bach aber bekam starke Rückendeckung. Scheich Ahmad Al-Sabah als Vorsitzender der Vereinigung Nationaler Olympischer Komitees ergriff klar Partei für Bach und dessen Agenda 2020. Vor allem dürfte Bach aber die starke Rückendeckung vonseiten der Spitzensportverbände gefreut haben. Fünfzehn Verbände, darunter die Dachorganisationen von Fußball, Leichtathletik und Schwimmen, erklärten sofort ihre Unterstützung für Bach.