Auch Wüsten-Olympia scheint möglich

Doha..  Die entscheidenden Sätze fielen eher beiläufig. „Wir sind bereit für alles, für jedes große Event“, sagte Scheich Joaan Bin Hamad Bin Khalifa Al-Thani nach dem Sieg von Frankreich im Finale der Handball-WM gegen den Gastgeber Katar. Als Präsident des Organisationskomitees für das Turnier konnte sich der Scheich zwar nicht mit Versprechungen über eine erneute Olympia-Bewerbung aus dem Fenster lehnen, als Mitglied der Herrscherfamilie hat sein Wort dennoch Gewicht. Und eines wird nach der WM von allen Seiten gelobt: Das Handball-Turnier sei organisiert gewesen wie Olympische Spiele im Kleinen.

„Ich sehe Katar in der Zukunft als einen Kandidaten für Olympische Spiele“, sagte deshalb Helmut Digel, der ehemalige Präsident des Deutschen Leichtathletik-Verbandes, der auf Einladung des Internationalen Handballverbandes in Katar war.

Katar hat sich als Ausrichter internationaler Großveranstaltungen inzwischen etabliert. Das größte Prestigeobjekt ist die Fußball-WM 2022, für die mit den Handballern geprobt wurde. Mit Erfolg. „Die Logistik ist, was die Sportler angeht, gut“, befand Bernhard Bauer, der Präsident des Deutschen Handballbundes. Und auch Martin Hausleitner, Generalsekretär des Österreichischen Handball-Bundes, war trotz frühen sportlichen Scheiterns gegen den Gastgeber begeistert: „Es war alles perfekt organisiert.“ Und bis 2022 will Katar durch den Bau eines 100 Kilometer langen U-Bahnnetzes auch das Problem des Dauerstaus in der Innenstadt Dohas lösen.