Auch Bruno Labbadia muss trösten

Bremen..  Bruno Labbadia musste seine Spieler nach dem gescheiterten Comeback-Auftakt trösten, während der Bremer Torschütze Franco di Santo auf dem Zaun ausgelassen mit den Werder-Fans feierte. Der nach fast fünf Jahren zurückgekehrte HSV-Trainer nahm die Profis in den Arm. Sie waren am Boden zerstört, nachdem sie das prestigeträchtige 102. Nordderby der Fußball-Bundesliga bei Werder Bremen mit 0:1 (0:0) verloren hatten. „Wir werden die Mannschaft wieder aufrichten“, kündigte Labbadia unverzüglich für das kommende Spiel gegen Augsburg an: „Das ist eine große Enttäuschung.“

Die Hamburger bleiben durch das misslungene Debüt des vierten Coaches in der laufenden Saison weiter Tabellenletzter, während die Bremer nach dem Elfmetertor durch di Santo (84. Minte) mit dem 500. Heimsieg auf Platz sieben kletterten und von Fußball-Europa träumen dürfen. Di Santo ließ sich die Chance aus elf Metern nicht entgehen und schoss sein 13. Saisontor, nachdem Valon Behrami bei Zlatko Junuzovic am Trikot gerissen und gegen den Fuß getreten hatte. Der HSV-Mittelfeldspieler sah dafür zudem die Rote Karte.

„Gezogen wird viel im Strafraum“, kommentierte Labbadia die entscheidende Szene: „Der Spieler hat es dankend angenommen.“ Der Hamburger Coach befand aber auch: „Es ist nicht so, dass man das nicht pfeifen kann.“ Werder-Coach Viktor Skripnik grinste nur und sagte: „Ich habe die Situation nicht gesehen.“ Umstritten war bei der Szene aber nur, ob Rot für Behrami zu hart war. Besonders HSV-Kapitän Heiko Westermann regte sich nach dem Spiel über die Rote Karte auf. „Wir haben ein ordentliches Spiel gezeigt, aber wir hatten heute halt einen Heim-Schiedsrichter“, sagte er bei „Sky“ über Referee Wolfgang Stark. „Ich hatte heute einige Diskussionen mit ihm und war einfach nicht zufrieden.“

Labbadia lobte sein Team, das zumindest viel Einsatz zeigte: „In der ersten Halbzeit haben wir das richtig gut gemacht.“ Durch kompromisslose Härte versuchten die Hamburger, Bremen den Schneid abzukaufen. Allerdings fand auch der Coach: „In der zweiten Halbzeit fehlte uns die Klarheit.“ Werders Sieg war nicht unverdient, auch wenn klare Bremer Chancen Mangelware blieben.

„Das ist brutal bitter“, sagte Torwart Rene Adler. Der Hamburger Keeper war mit dem Spiel selber nicht unzufrieden. „Wir haben als Team gearbeitet“, sagte Adler: „Bremen sind nur lange Bälle eingefallen.“ Seiner Mannschaft fiel allerdings auch nicht mehr ein, um die Bremer zu gefährden. Der HSV spielte defensiv verbessert, aber so reicht es nicht für die erste Liga. Zumal der Klub seit 586 Minuten ohne eigenen Treffer ist. „Man sollte uns auf keinen Fall zu früh abschreiben“, sagte Labbadia: „Wir werden auch das wegstecken.“