Auch bei der Copa América bleibt Messi blass

Viña del Mar..  Manchmal fällt es Lionel Messi schwer zu lachen. Selbst der herzlich grinsende Karibik-Fußballer Deshorn Brown kann den argentinischen Star nicht dazu bewegen. Nach der 0:1-Pleite mit Jamaika macht Brown noch auf dem Platz ein Selfie mit Messi, der recht gequält in die Linse blickt und dann Richtung Spielertunnel verschwindet. Vielleicht sind es auch seine bisherigen Leistungen bei der Copa América, die den Ausnahmefußballer plagen.

Denn trotz des Viertelfinaleinzugs kann der 27-Jährige im Trikot der Albiceleste wieder nicht überzeugen. Die Copa ist bisher aus verschiedenen Gründen nicht das Turnier von Messi oder Neymar.

Angekommen im Kabinentrakt, wurde Messi auch gleich auf seinen brasilianischen Kumpel Neymar angesprochen. Der startete zwar mit einer starken Leistung ins Turnier, sicherte sich dank eines Ausrasters nach der zweiten Partie aber eine Sperre von vier Spielen und damit den vorzeitigen Urlaub. „Ich kann nur sagen, dass Neymar mein Freund ist, und es wäre schön gewesen, wenn er bis zum Finale dabei gewesen wäre“, sagte Messi. Gewohnt nüchtern schob er noch hinterher, dass er nicht entscheiden wolle, „ob die Strafe richtig oder falsch“ sei.

Am Mittwoch wird der viermalige Weltfußballer Messi 28 Jahre alt. Mit dem FC Barcelona feierte er etliche Champions-League-Titel, Meisterschaften und Pokalsiege. Mit Argentinien wurde er mal U-20-Weltmeister und 2008 Olympiasieger.

Die Copa ist die nächste Chance für Messi, erstmals einen großen Titel mit Argentinien zu holen. Und so viele Chancen wird er in seiner Karriere nicht mehr haben. „Uns fehlt die Effektivität“, sagt Argentiniens Coach Gerardo Martino, der sein Team wiederholt kritisierte.

Carlos Dunga war bisher deutlich zurückhaltender. Trotz Neymars Ausrasters nahm Brasiliens Trainer seinen Star öffentlich in Schutz. Der soll nach seiner Roten Karte den Schiedsrichter im Spielertunnel am Nacken gepackt und aufs Übelste beleidigt haben.