Assauer hat Alzheimer - "Man will es nicht wahr haben"
30.01.2012 | 21:54 Uhr 2012-01-30T21:54:43+0100
Essen. Der frühere Manager von Schalke 04, Rudi Assauer leidet an Alzheimer. In einer Biografie, die Ende Februar erscheint, macht er seine Erkrankung öffentlich. Das Buch trägt den Titel "Verblassende Erinnerung". In seiner Biografie schreibt er "Man will es nicht wahr haben."
Rudi Assauer (67) ist an Alzheimer erkrankt. Der frühere Manager des FC Schalke 04 wird seine Krankheit in einer am 27. Februar erscheinenden Autobiografie öffentlich machen. Sie trägt den Titel: „Verblassende Erinnerung“. Die Diagnose wurde bereits vor zwei Jahren gestellt. Assauer war zum Arzt gegangen, weil es Alzheimer-Fälle in der Familie gab. Die Krankheit ist noch im Anfangsstadium, ist allerdings schon so weit fortgeschritten, dass er zum Beispiel sein Auto nicht mehr wiederfindet.
Im Gespräch vergisst er je nach Tagesform schnell, was wenige Minuten zuvor Thema war. Die Diagnose hatte dem lebensfrohen langjährigen Schalke-Manager zunächst einen Schock versetzt. Inzwischen hat er den Kampf um seine Erinnerung angenommen, Medikamente und andere Therapien sollen dabei helfen. Jetzt geht Assauer mit seiner Biografie an die Öffentlichkeit, um sich in Würde zu verabschieden.
Assauer schreibt: "Man will es nicht wahrhaben"
In dem Buch sagt er über den Beginn seiner Krankheit: „Man will es nicht wahr haben, verstecken. Um alles in der Welt versucht man, dem Gegenüber zu zeigen, war alles nur ein Aussetzer.“ In der nächsten Zeit sendet das ZDF in seiner Reihe „37 Grad“ eine Reportage über Rudi Assauer. Das Team begleitete ihn über einen längeren Zeitraum, um das Fortschreiten seiner Krankheit zu dokumentieren.
Schon seit einigen Monaten hielten sich die Gerüchte, dass es Rudi Assauer nicht gut gehe. Kenner der Schalker Szene beobachteten mit Sorge, dass der 67-jährige frühere Manager des Revierklubs mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen hat. Jetzt haben sich die Befürchtungen bestätigt, dass Assauer an Alzheimer erkrankt ist. Dabei war es das Schlimmste, was Assauer sich vorstellen konnte: "Wenn es eine Sache in der Welt gibt, wenn es eine Sache in meinem Leben gibt, vor der ich immer Angst hatte, so richtig Schiss auf gut Deutsch, dann Alzheimer", schreibt er in seinem Buch, "Bloß nicht diese Nummer. Bloß nicht dement werden im Alter, das schwirrte mir oft im Kopf herum."
Assauer weiß schon seit zwei Jahren, dass er Alzheimer hat
Die Diagnose der tückischen Erkrankung kennt er schon seit zwei Jahren. Er hat sie auch deshalb so schnell erhalten, weil er wegen familiärer Vorerkrankungen häufig zum Arzt gegangen ist, um sich beraten zu lassen. Seinen Gang an die Öffentlichkeit hat er von langer Hand geplant, weil er sich in Würde aus dem Rampenlicht verabschieden will. Assauer hat die typischen Symptome der Krankheit. Er vergisst kurzfristige Dinge. Interviews kann er schon länger nicht mehr alleine geben. Aber er kämpft gemeinsam mit seinen Ärzten gegen die Krankheit. Mit Medikamenten, mit Therapien und mit Gedächtnisspielen.
Ohne Rudi Assauer würde es den FC Schalke 04 des 21. Jahrhunderts nicht geben. Der in Herten aufgewachsene Assauer hat in seinen zwei Amtszeiten als Manager (1981 bis 1986 und 1993 bis 2006) wesentlich dazu beigetragen, dass der Verein den Weg zu einem Wirtschaftsunternehmen eingeschlagen hat, ohne dass er seinen Kultstatus bei den Fans verloren hat. Sein größtes Werk ist sicherlich die Arena. Es war seine Idee, mit den Schalkern das Parkstadion zu verlassen und dafür eine Fußballarena, das modernste Stadion Europas, zu bauen. Und fast hätte sich Assauer in der neuen Arena einen Lebenstraum erfüllt. Für vier Minuten fühlten sich Assauer und seine Schalker im Mai 2001 als Deutscher Meister. Aber dann fiel das umstrittene Tor der Bayern und statt Tränen der Freude herrschte bittere Enttäuschung.
Assauer ist ein Typ, der immer polarisiert hat
Assauer ist ein Typ, der immer polarisiert hat. Die einen verurteilen ihn wegen seiner manchmal platten Sprüche, die anderen schätzen ihn wegen seiner offenen Art. Assauer fand nicht nur Eingang auf die Sportseiten, sondern war auch Gegenstand der Klatschpresse. Aus erster Ehe hat er Tochter Bettina (46). Schlagzeilen machte seine Beziehung mit der Schauspielerin Simone Thomalla. Im ersten Veltins-Werbespot mit ihr persifliert Assauer das ihm nachgesagte Macho-Image. Im Februar 2006 erhielten er und Thomalla sogar den Fernsehpreis „Goldene Kamera“. Eine weitere Persiflage war der Fernseh-Spot „Nur gucken, nicht anfassen“ mit seiner Lebensgefährtin. Im Januar 2009 trennte sich das Paar.
Im Sommer 2009 machte Assauer erneut von sich reden, nachdem er auf Sylt bei einem tätlichen Angriff auf Thomalla fotografiert worden war.Im April 2011 heiratete er die 45-jährige Britta Idrizi . Sie soll schon damals von der Erkrankung gewusst haben, lebt aber inzwischen von ihm getrennt. Als Assauer 65 Jahre alt wurde und von der Versicherung den Rentenbescheid erhielt, sagte er: „Die zahlen mir demnächst monatlich Kohle. Unglaublich, aber es ist schon so weit.“ Er hatte sich seine Zeit als Rentner anders vorgestellt.

22:34
Ich wünsche dir und deiner Familie viel Kraft und das die Krankheit nicht so schnell voranschreitet. Der Name Assauer und Schalke werden immer zusammen gehören. Einer der wenigen, der mit Ulli H. auf Augenhöhe war und immer Eier in der Hose hatte. Ein richtiger Macho, mit dem Herz am rechten Fleck und mit seinem ganzen Herzen Schalke verbunden. Er hat sich mit der Arena ein Denkmal gesetzt. Glück Auf Rudi.
BWG
18:40
Ich war heute Morgen sehr traurig, musste als aussenstehender diese blöde Nachricht lesen. Erst denkste mal kann nicht sein und dann weisste ist so. Grosse Scheisse. Bin 51 Jahre alt und auch mir kanns so gehen. Herr Assauer hat für den Deutschen Fussball herausragendes zu Stande gebracht, Ich wünsche Dir alles erdenklich Gute. Wir kennen uns nicht aber" Glückauf". Und ansonsten " Nur gucken, nicht anfassen", Mit Hochachtung Peter B
17:07
Also wenn wir nicht selbst Ambitionen hätten, dann würde ich den Schalkern die Schale diese Saison zu 100% gönnen.
Das hätte für diesen Fall den pikanten Beigeschmack, dass vor der Saison ein kleiner Knappe in die große weite Fußballwelt gezogen ist, um dort deutscher Meister zu werden, weil er in der alten Heimat keine Chance für die Erfüllung seines Traums gesehen hatte.
ich schätze eher, dass ihn die Kohle zum Wechsel bewegt hat.Titel hätte er über kurz oder lang auch mit Schalke gewinnen können.
Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.
Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.
15:50
Traurige Meldung und eine schaurige Vorstellung mit so einer Krankheit leben zu müssen. Von daher die besten Wünsche an Rudi, dass er die Hilfe durch seine Familie und Freunde erhält, die er benötigt. Möge die Krankheit nur langsam fortschreiten und ihm noch möglichst lange eine gewisse Lebensqualität erhalten bleiben.
Er war beim BVB als Spieler in der Mannschaft, die als erster deutscher Verein den Europapokal gewann. Als Manager, vor allem bei Schalke, hat er sich große Verdienste erworben. Er war über Jahre der Macher auf Schalke, hat für den Erfolg des Vereins gearbeitet und ihm wäre es zu gönnen gewesen, wenn sich sein Traum, mit Schalke die Meisterschaft zu gewinnen, erfüllt hätte.
14:13
Tausende leiden unter Alzheimer. Aber Assauer ist nun mal bekannt. Vielleicht befassen sich nun mehr Menschen mit dieser tückischen Krankheit. Alles Gute Rudi Assauer für Dein weiteres Leben!
13:37
Ich habe ihn vor einem halben Jahr im Einwohnermeldeamt Ge-Buer getroffen und ein paar Sätze gewechselt. Mir ist nichts aufgefallen. Bleib so wie du bist, Rudi.
13:24
Bitter, bitter. Der Mann, der Schalke zu etwas gemacht hat und als einziger Schalker auch außerhalb dieser Stadt Respekt genießt, wird es morgen nicht mehr wissen, dass sie heute Meister geworden ist.
Der Fußballgott ist ein *********.
12:41
Die eigene Vita langsam in ihrer Kontinuität und Erinnerungsstringenz auflöst, braucht man gute Freumde an der Seite. Der Mann hat bei Schalke, und auch in Dortmund, Grosses geleistet. Alles Gute!
12:32
"Und fast hätte sich Assauer in der neuen Arena einen Lebenstraum erfüllt." Die 4,5 Minuten "Meister-der-Herzen-Meisterschaft" war aber zum Ende der Saison 2000/2001 noch im Parkstadion, nicht in der Arena; in der Arena wurde erst ab 2001/2001 gespielt
12:01
Alzheimer ist für mich eine der grausamsten Krankheiten!
Glück auf Rudi! Youll never walk alone!