Arbeitsteilung: Hockey-Herren haben vier Kapitäne

Aus einem wurden vier: Nach dem Karriereende von Max Müller im März haben Deutschlands Hockey-Herren das Kapitänsamt auf vier Köpfe verteilt.

Buenos Aires.. Die Hamburger Moritz Fürste und Tobias Hauke sowie Martin Häner aus Berlin und der Kölner Christopher Zeller bilden das neue Führungsquartett des Olympiasiegers. "Die Jungs machen das alles selbst. Wir haben vier und davon wechseln sich zwei während eines Turniers ab", erklärte Bundestrainer Markus Weise das ungewöhnliche Wechselspiel mit der Spielführer-Binde. Beim World League-Turnier in Buenos Aires sind Fürste und Häner die Kapitäne.

"Markus bekommt gar nicht Bescheid, nur der Teammanager muss es vor dem Spiel wissen", berichtete Fürste. Der Mittelfeldmann des UHC Hamburg und der Abwehrchef des Berliner HC setzen sich vor jeder Partie zusammen und entscheiden, wer diesmal mit der Binde aufläuft. "Martin und ich wollen nicht jedes Spiel wechseln. Deswegen hat er beide Spiele am Wochenende gemacht und dann war ich wieder dran", verrät der Hamburger. "Wir sind alle sehr uneitel, was das angeht."

Daher ist Hauke auch nicht enttäuscht, dass er in Argentinien nicht als Kapitän fungiert. "Mo Fürste und ich haben schon die Champions Trophy und die Hallen-WM gemacht. Es war unsere Entscheidung, dass wir nach Max' Rücktritt zu viert die Kapitänsrolle übernehmen", sagte der 27-Jährige vom Harvestehuder THC. "Die Jungs sprechen sich ab, wer sich wohlfühlt und es machen möchte." Wer die DHB-Elf an diesem Donnerstag (17.30 Uhr) im Viertelfinale gegen Südkorea anführen wird, ist derzeit noch offen. Fürste: "Wir haben keinen festen Zeitplan."

Beim ersten Olympia-Ausscheidungsturnier qualifizieren sich nur die ersten Drei sicher für die Sommerspiele 2016. "Es geht nur um dieses eine Spiel und das haben wir jetzt vor der Brust", betonte Fürste. Wohlwissend, dass auch der Viertplatzierte sehr gute Chancen hat, im Nachrückverfahren über die Weltrangliste ein Ticket für Rio zu ergattern. "Jetzt geht’s von vorne los", weiß der 30-Jährige.

Europameister Deutschland hatte die Vorrunde mit einem 9:0-Kantersieg gegen Kanada als Gruppenzweiter hinter Gastgeber Argentinien beendet. "Wenn wir die Abwehr-Jobs sauber machen, haben wir sehr gute Chancen. Wenn wir da schlampig agieren, hauen die uns zwei Konter rein. Wir müssen die Dinge zu Ende spielen", forderte der Wahl-Hamburger Weise vor dem Duell mit dem Weltranglisten-Achten aus Südkorea.