Andrea Petkovic und Florian Mayer sind in Runde zwei
21.06.2011 | 22:50 Uhr 2011-06-21T22:50:01+0200
London. Obwohl sie nach wie vor mit dem Spiel auf Rasen ihre Probleme hat, schafft es Andrea Petkovic in die zweite Runde von Wimbledon. Sie gewann gegen die Französin Stephanie Foretz Gacon mit 6:3 und 6:4. Florian Mayer konnte sich nur mühsam durchsetzen.
Andrea Petkovic wirkte ein bisschen angespannt, doch am Ende tanzte sie auf historischem Boden Hula-Hoop und schloss mit dem heiligen Rasen von Wimbledon vorerst ihren Frieden. Zum mittlerweile vierten Mal ist die 23 Jahre alte Darmstädterin auf die Anlage des ehrwürdigen All England Clubs gekommen, zum ersten Mal steht sie in der zweiten Runde. Auf Court Nummer 18, wo im vergangenen Jahr das längste Tennismatch der Geschichte zwischen John Isner (USA) und Nicolas Mahut (Frankreich) stattgefunden hatte, besiegte Petkovic die Französin Stephanie Foretz Gacon mit 6:3, 6:4.
"Das war jetzt nicht so ein Riesending, aber als ich vom Platz bin, dachte ich: boah, Wimbledon, zweite Runde. Das ist schon etwas Besonderes", sagte Petkovic. In der Tat hatte sie mehr Mühe, als es das Ergebnis aussagt. Nicht von ungefähr wischte sie sich nach 1:23 Stunden demonstrativ den Schweiß von der Stirn, dann folgte die obligatorische Tanzeinlage: Diesmal ein kurzes Hüftkreisen - Hula-Hoop ohne Reifen. Inspiriert dazu hatte sie während einer Regenpause beim Training der serbische Weltranglistenzweite Novak Djokovic: "Da war ich grottenschlecht", berichtete Petkovic - und übte deshalb gleich mal.
Florian Mayer nun gegen den Belgier Xavier Malisse
Auch Florian Mayer sieht Raum für Verbesserungen - allerdings bei seinem Spiel. "Da braucht man nichts schönreden, das war unterirdisch", sagte der 27 Jahre alte Bayreuther nach seinem mühevollen 7:6 (7:5), 7:6 (7:1), 3:6, 6:4 gegen den Briten Dan Evans. Mayer spielte auf Court 5, "es war ekelhaft, kalt und windig", berichtete er, betonte freilich auch: "Ich habe grausam gespielt." Steigerung tut Not, der 20. der Weltrangliste will auch in der zweiten Woche noch dabei sein. Im Weg steht ihm dabei zunächst der Belgier Xavier Malisse, der in drei Sätzen gegen Mischa Zverev (Hamburg) gewann.
In einem Match der vergebenen Chancen verpasste dagegen Philipp Petzschner eine Überraschung. Der 27 Jahre alte Bayreuther, Titelverteidiger im Doppel, unterlag dem an Nummer fünf gesetzten Schweden Robin Söderling nach 3:14 Stunden mit 4:6, 4:6, 6:2, 6:7 (5:7). Dabei konnte Petzschner eine Vielzahl von Break-Chancen nicht nutzen, etwa zum 4:2 im vierten Satz. Vor einem Jahr war er in der dritten Runde in fünf Sätzen am späteren Turniersieger Rafael Nadal (Spanien) gescheitert, gewann aber an der Seite des Österreichers Jürgen Melzer den Doppel-Titel.
Petkovic sieht noch Luft nach oben
Am zweiten Tag der 125. All England Championships hatte zuvor Mayer als vierter deutscher Tennisprofi nach Rainer Schüttler, Andrea Petkovic und Tobias Kamke die zweite Runde erreicht: Kamke gewann sein am Montag abgebrochenes Match gegen Blaz Kavcic aus Slowenien mit 6:3, 7:6 (7:4), 5:7, 6:1 und trifft nun am Mittwoch auf Andy Murray. Auf dem Weltranglistenvierten ruhen auch diesmal die Hoffnungen der Gastgeber auf ein Ende der fast 75 Jahre dauernden Wartezeit ohne Wimbledonsieg eines Briten. Neben Murray stehen der sechsmalige Sieger Roger Federer (Schweiz), Australian-Open-Sieger Novak Djokovic (Serbien) sowie Titelverteidigerin Serena Williams (USA) und die Weltranglistenerste Caroline Wozniacki (Dänemark) in der zweiten Runde.
Abgesehen vom bislang mäßigen Hula-Hoop sieht auch Andrea Petkovic für den weiteren Turnierverlauf noch Luft nach oben - mit dem Spiel auf Rasen hat sie nach wie vor Probleme. "Das ist eine ganz andere Art sich zu bewegen", sagte sie, und bei ihr sei das "sicher noch ausbaufähig". Bei Rasen dachte Petkovic bislang eher an Picknick, an Wimbledon hatte sie keine guten Erinnerungen. Zweimal scheiterte sie in der Qualifikation, 2010 in der ersten Runde in drei Sätzen an Anna Tschakwetadse aus Russland.
Beck unterlag dem dreimailigen Wimbledon-Finalisten Andy Roddick
Zu diesem Zeitpunkt war Petkovic freilich erst die Nummer 118 der Weltrangliste - zwölf Monate später steht sie 107 Positionen besser da und ist an der Church Road entsprechend auf Rang 11 gesetzt. Auch die nächste Gegnerin ist ein Lucky Loser: Stephanie Dubois aus Kanada. Petkovic aber sagt: "Ich darf sie nicht unterschätzen." Dass sie von einigen Experten wie der 18-maligen Grand-Slam-Siegerin Chris Evert (USA) zum erweiterten Kreis der Favoriten gezählt wird, ist Petkovic des Guten zuviel: "Ich bin noch weit davon entfernt, Titelanwärterin zu sein."
Von den 19 deutschen Teilnahmern waren Philipp Kohlschreiber (Augsburg), Tommy Haas (Sarasota/USA) , Michael Berrer (Stuttgart) und Matthias Bachinger (München) bereits am Montag gescheitert . Ihnen folgten am Dienstag auch Mona Barthel (Bad Segeberg), Julian Reister (Hamburg), Zverev und Andreas Beck. Der Ravensburger unterlag dem dreimaligen Wimbledon-Finalisten Andy Roddick (USA) mit 4:6, 6:7 (6:8), 3:6. (sid)

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