Amateurklubs wehren sich mit Videobeweis gegen Sperren
16.08.2012 | 09:00 Uhr 2012-08-16T09:00:00+0200
Essen. Seit Spruchkammern bei Verhandlungen Videos als Beweismittel zulassen, bauen mehr Vereine auf technische Hilfe. In der Oberliga Niederrhein geht der SV Sonsbeck gegen den Platzverweis eines Angreifers vor. Der 1. FC Gievenbeck hatte in Westfalen mit dem Videobeweis bereits Erfolg.
Der 5. August war für den SV Sonsbeck eigentlich ein Festtag. Der Fußballklub aus dem Kreis Wesel feierte Premiere in der Oberliga Niederrhein und schlug den Traditionsverein Schwarz-Weiß Essen zum Auftakt mit 2:0. Und doch war die Stimmung beim SVS nach dem Abpfiff getrübt. Danny Rankl sah die Rote Karte, das Schiedsrichtergespann hatte einen Kopfstoß des Topstürmers gesehen. "Das war eine absolute Frechheit", ärgerte sich SVS-Vorstandsmitglied Andreas Proest noch Tage später.
Um Rankl vor einer langen Sperre zu bewahren, setzen die Sonsbecker auf technische Hilfsmittel. Am Samstag wollen sie bei der Spruchkammersitzung in der Sportschule Wedau die strittige Videosequenz vorspielen. Der Sonsbecker Fan Heinz Breer hatte die Partie mit seiner Kamera aufgenommen. Der Film sollte eigentlich ein Andenken für den Verein sein, jetzt ist er ein Fall für das Sportgericht. "Im Video ist klar zu sehen, dass sich der Gegenspieler einfach fallen lässt. Es gab keine Bewegung mit dem Kopf", erklärt Proest. Die Verbandsspruchkammer hatte den Sonsbeckern signalisiert, das Video als Beweismittel zuzulassen.
Video nach Skandalspiel mit Uerdingen
"Das ist seit mehreren Jahren möglich", erklärt Wolfgang Jades, Fußballausschuss-Chef beim Fußballverbad Niederrhein. Der Moerser erinnert sich an ein Spiel zwischen Ratingen 04/19 und dem KFC Uerdingen , bei dem der Schiedsrichter nach Ausschreitungen die Partie abbrach. "Da lief in der Verhandlung auch ein Video, allerdings konnte man in den entscheidenden Szenen gar nicht erkennen, was genau los ist", sagt Jades. Kleine Stadien oder Dorf-Sportplätze seien eben nicht mit der gleichen Technik ausgestattet wie die großen Bundesliga-Arenen. "An der Qualität wird es bei uns nicht scheitern. Wir haben gutes Material", sagt SVS-Sprecher Proest und setzt darauf, dass Rankl am Wochenende wieder spielen kann.
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