„Am Wochenende ist es schon ein wenig stressig“

In 20 Stunden gehen normale Menschen arbeiten, essen zwei bis drei Mal und schlafen auch ein wenig. Jonas Grof hat in diesem Zeitraum Basketball gespielt. Drei Mal. Für drei verschiedene Teams. Am Wochenende war der 18-Jährige an zwei Tagen für den Bundesligisten Phoenix Hagen, für den Pro-B-Ligisten Noma Iserlohn und für das Nachwuchsteam Phoenix Juniors am Ball. Wir haben mit dem Vielbeschäftigten gesprochen.

1 Hallo Herr Grof, ich weiß jetzt gar nicht, ob ich Ihnen zum Sieg gratulieren oder Sie wegen der Niederlagen bemitleiden soll. Wie geht es Ihnen nach dem Wochenende?

Vor allem bin ich k.o. Aber die Niederlage mit Phoenix Hagen gegen Trier und mit Iserlohn gegen Rist Wedel waren schon sehr ärgerlich. Insbesondere, da wir jetzt mit Iserlohn aus den Play-offs um den Aufstieg ausgeschieden sind. Der Sieg mit den Juniors im Viertelfinale war zwar klasse, aber insgesamt fühle ich mich ein bisschen enttäuscht.

2 Drei Mal in so kurzer Zeit als Leistungssportler aktiv zu sein, ist das für den Körper ein Problem?

Ich habe mich prima gefühlt. Ich wusste ja, dass so eine hohe Belastung auf mich zukommt und konnte in Absprache mit den Coaches das Training in der letzten Woche ein wenig reduzieren. Hätte ich das Gefühl gehabt, ich bin so ausgepowert, dass ich nicht gut spielen kann oder mich gleich verletze, dann hätte ich das gesagt. Aber die Trainer dosieren das gut.

3 Apropos Training: Wie schaffen Sie es, das Training für drei Teams zu koordinieren?

Matthias Grothe, der bei uns in Iserlohn der Jugendkoordinator ist, kümmert sich toll um die Absprachen. Alle Spieler, die mit einer Doppellizenz für Iserlohn und Phoenix spielen, erhalten am Anfang der Woche einen Trainingsplan und wissen so, wann sie wo dabei sein müssen. So haben wir auch nie öfter als zwei Mal am Tag eine Trainingseinheit.

4 Und die mentale Belastung? Ist es nicht schwierig, sich immer auf neue Coaches und neue Spielsysteme einzustellen?

Das könnte man denken. Vor allem, weil ich in allen drei Teams andere Rollen spiele. Aber irgendwie war das noch kein Problem. Die Coaches wissen, was ich kann.

5 Bleibt denn neben dem ganzen Basketball noch Zeit für Unternehmungen mit Freunden?

Unter der Woche habe ich schon genug Zeit, um etwas mit meinen Freunden zu machen. Am Wochenende mit den ganzen Reisen ist es aber schon schwierig. Dazu habe ich jetzt angefangen an der Fern-Uni in Hagen BWL zu studieren. Aber zum Glück liegen grad keine Klausuren an. Dann wäre es wahrscheinlich wirklich stressig.