Alba greift die europäische Spitze an

Berlin..  Nur noch zwei Schritte fehlen Alba Berlin zur Premiere: Als erste deutsche Mannschaft kann der Hauptstadtklub in der Basketball-Euroleague den Sprung unter die besten acht Teams Europas schaffen. „Wir spielen eine herausragende Saison in der Euroleague, die wir jetzt krönen können“, sagt Geschäftsführer Marco Baldi vor der Partie bei Panathinaikos Athen am Donnerstag. Ein Überblick über alles Wissenswerte:

Ausgangslage: Vor den letzten beiden Zwischenrunden-Partien bei Panathinaikos und gegen Maccabi Tel Aviv kommende Woche liegt Alba mit sechs Siegen hinter den beiden direkten Konkurrenten ums Viertelfinale, die bislang jeweils siebenmal gewannen. Die Berliner haben ihr Schicksal selbst in der Hand: Zwei Erfolge reichen auf jeden Fall fürs Weiterkommen.

Geschichte: Schon jetzt spielen die Berliner eine beeindruckende Saison. „Wir sollten mit Superlativen sehr sparsam umgehen. Aber es ist alleine schon ein Superlativ, dass zuvor niemals eine deutsche Mannschaft so viele Spiele in der Hauptrunde und im Top 16 gewonnen hat“, schwärmt Baldi über den Verkauf. Seit Gründung der neuen Euroleague 2000 hat noch nie ein deutsches Team das Viertelfinale erreicht.

Was für Alba spricht: Zwar hat Alba die vergangenen fünf Aufeinandertreffen mit Panathinaikos verloren, doch vor allem eine erstklassige Verteidigung hat schon europäische Schwergewichte wie Barcelona entzaubert. Mit Siegen bei Galatasaray und in Tel Aviv konnte das Team von Sasa Obradovic zudem schon Nervenstärke in aufgeheizter Atmosphäre beweisen. „Wir müssen uns darüber im Klaren sein, dass niemand uns zugetraut hat, so weit zu kommen“, gesteht der Serbe.

Was gegen Alba spricht: Nicht nur beim Etat hinkt Berlin dem nächsten Rivalen deutlich hinterher, Athen steht mit knapp 20 Millionen Euro fast doppelt so viel Geld zur Verfügung. Zudem haben die Stars des sechsmaligen Euroleague-Champions deutlich mehr Erfahrung zu bieten. Alleine Star-Guard Dimitris Diamantidis ging mit 225 Königsklassen-Partien in diese Saison, der komplette Alba-Kader hatte nicht einmal die Hälfte (93). „Geld ist nicht alles, aber man kann damit vorbeugen, um den Kader breiter aufzustellen. Und Erfahrung kostet Geld“, erklärt Alba-Macher Baldi.

Ausblick: Der Viertelfinal-Einzug eines deutschen Teams ist in den Planungen der Bundesliga gar nicht vorgesehen. Bei dem engen Spielplan würde sich Albas hohe Belastung vor den Liga-Playoffs verschärfen. Zum Termin des ersten Viertelfinals ist bislang noch das Ligaspiel gegen Hagen angesetzt. Doch selbst bei einem Scheitern sieht Berlins Geschäftsführer die deutschen Klubs auf einem guten Weg - auch wenn das Ligaziel „Beste Liga Europas 2020“ in weiter Ferne erscheint: „Wir werden weiter versuchen, uns in der erweiterten europäischen Spitze festzusetzen“, sagt Baldi.