MSV Duisburg : Neururers Mittelfeld-Roulette

Duisburg. Das Gedränge ist beim MSV Duisburg besonders im Mittelfeld riesengroß. Ivica Grlic rechnet aber fest damit, sich erneut durchzusetzen.
Vor der Generalprobe des Fußball-Zweitligisten MSV Duisburg am Freitagabend gegen den belgischen Erstligisten FC Brügge (19 Uhr, Arena) steigt die Spannung. Wer qualifiziert sich für die Startelf, wer muss in den sauren Reserveapfel beißen?
Während die Entscheidungen in der Abwehr, wo Torwart Tom Starke und die Verteidiger Bernd Korzynietz, Björn Schlicke, Frank Fahrenhorst sowie Olivier Veigneau gesetzt sind, keine Überraschungen bieten, gibt es im Mittelfeld ein regelrechtes Roulette. „Wir haben in diesem Bereich viele Alternativen”, sagt Kapitän Ivica Grlic, „die Konkurrenz ist dementsprechend groß.” Seine eigenen Chancen, sich einen Platz unter den ersten elf Spielern zu sichern, stuft er positiv ein: „ Auf Dauer werde ich spielen, davon bin ich überzeugt.”
Und wenn es zum Start nicht klappt? Grlic: „Wenn es am Anfang holpern sollte, dann stelle ich mich in den Dienst der Mannschaft und helfe dem Team mit meiner Art. Egoisten sind bei uns nicht gefragt. Es geht darum, gemeinsam Erfolg zu haben. Dafür muss sich jeder unterordnen.”
Was die noch leere Trikotbrust bei den Zebras angeht, behält „Grille” die Nerven: „Ich habe vollstes Vertrauen in Walter Hellmich, dass er bis zum Start einen Werbepartner für uns findet.”
Ein weiterer Bewerber im defensiven Mittelfeld hat einvöllig neues Gefühl kennengelernt. „Im letzten Jahr musste ich wegen eines eingeklemmten Nervs im Rücken aussetzen. Davor hatte ich die Leistenoperation in der Sommervorbereitung. Diesmal ist alles ohne Beschwerden abgelaufen, so dass ich beim wichtigsten Teil des Jahres komplett dabei war”, sagt Adam Bodzek sichtlich erleichtert.
Gedanken um einen festen Platz im Team macht sich der Recklinghäuser nicht. „Im defensiven Mittefeld gibt es schon eine Menge Qualität und viel Potenzial. Konkurrenz belebt das Geschäft. Ich mache mir aber ehrlich gesagt keine Sorgen und habe ein gutes Gefühl, gegen Brügge von Beginn an aufzulaufen.”
Dieses Ziel verfolgt auch Mihai Tararache, der die Vorsaison keineswegs mit Lobeshymnen beendete. Trainer Peter Neururer wählte nach dem 0:0 in Frankfurt, als die Zebras einen Sieg benötigten und „Tara” in unglaublicher Langsamkeit einen Eckball ausführte, deutliche Worte. Offenbar mit Wachrüttel-Effekt. Seit dem Trainingsstart Anfang Juli wirkt der Rumäne deutlich bissiger und überzeugte in den Vorbereitungsspielen durch aggressives Zweikampfverhalten sowie kluges Passspiel. „Ich bin der gleiche Mihai Tararache wie sonst auch”, so der Ex-Züricher, „wer letztlich spielt, kommt auch auf die Ausrichtung an, die der Trainer im Kopf hat.”
Offenbar in Geduld üben muss sich noch Chavdar Yankov. „Ich kenne ihn ja aus gemeinsamer Zeit in Hannover. Momentan sehe ich ihn bei 50 Prozent”, urteilte Neururer nach dem 5:2 in Essen über den Bulgaren, der ebenfalls im defensiven Mittelfeld seine Stärken einbringen will. Zählt man noch den als Verteidiger verpflichteten Brasilianer Tiago, der auf der Sechser-Position gute Eindrücke hinterließ, hinzu, dürfte das Rouletterad im Duisburger Mittelfeld eigentlich nie zum Stillstand kommen.


Ingo Pickenäcker
























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