DFB-Pokal : "Geplanter Sieg" für den MSV gegen Gladbach

Mönchengladbach. Kristoffer Andersen schießt mit seinem Treffer zum 1:0 in der Nachspielzeit den MSV Duisburg gegen Borussia Mönchegladbach in die nächste Runde.
Zuletzt war Kristoffer Andersen arbeitslos, beim MSV Duisburg durfte sich der Mittelfeldspieler seit dem Sommer fit halten. Vor zehn Tagen nahm der Fußball-Zweitligist Andersen unter Vertrag, gestern bedankte sich der Mann, der in der letzten Saison noch für den VfR Aalen in der dritten Liga kickte. In der Nachspielzeit traf er im DFB-Pokalspiel bei Borussia Mönchengladbach zum 1:0 (0:0)-Sieg für den MSV. Entsetzen bei den Gladbachern, Jubel bei den Duisburgern.
Auf Augenhöhe
Duisburgs Sören Larsen (re) freut sich über die Glückwünsche seines Trainers Peter Neururer. Foto: Johannes Kruck
Foto: NRZ
Gladbach und Duisburg spielen in unterschiedlichen Ligen, zumindest auf emotionaler Ebene begegneten sich die Mannschaften gestern auf Augenhöhe. Beide Teams hatten in der Liga zweimal hintereinander verloren. „Es geht hier ums Selbstvertrauen”, stellte Duisburgs Trainer Peter Neururer unmittelbar vor dem Anpfiff fest. Neururer selbst hatte im Vorfeld der Pokalpartie Medienschelte betrieben und die Presse für die schlechte Stimmung in Duisburg verantwortlich gemacht: „Es gibt Journalisten, die nur darauf warten, dass wir verlieren.”
Seit gestern Abend hat Neururer zumindest bis zum Punktspiel bei Rot-Weiß Oberhausen Ruhe, während die Borussia weiter in die Krise rutscht. Als Zweitligist hatte es der MSV gestern naturgemäß leichter, die angeschlagene Seele zu pflegen. Mönchengladbach spielte verkrampft. Die mit drei Spitzen angetretenen Duisburger agierten frech nach vorne. Doch mangelnde Cleverness der Gäste und ein glänzend aufgelegter Borussen-Keeper Logan Bailly verhinderten eine vorzeite Führung des Zweitligisten. Nach der Pause parierte Bailly innerhalb kurzer Zeit gleich zweimal gegen Änis Ben-Hatira. Erst lenkte er den Kopfball des Duisburger Mittelfeldspielers an den Pfosten (51.), drei Minuten später blockte er einen Zwölf-Meter-Schuss des U-21-Europameisters ab.
Zu umständlich
Die Mönchengladbacher hatten zwar mehr Spielanteile, agierten in der Offensive jedoch über weite Strecken zu umständlich - so Raul Bobadilla, der schon nach zehn Minuten frei vor MSV-Keeper Tom Starke auftauchte, jedoch den Ball vertändelte. Die größte Chance der Gastgeber in der ersten Hälfte vergab jedoch Karim Matmour, der den Ball nach einer Flanke fünf Meter vor dem MSV-Kasten nicht richtig traf und ihn neben das Tor setzte. Auch der eingewechselte Oliver Neuville konnte das Offensivspiel der Gladbacher nicht beflügeln. Als Torwart Tom Starke schon geschlagen war, schoss der Ex-Nationalspieler den Ball weit über das Duisburger Tor.
In der Schlussphase drehte der MSV wieder auf, und wieder war es Änis Ben-Hatira, der gleich zweimal in Logan Bailly seinen Meister fand. Als Ben-Hatira in der Schlussminute das Feld verließ und Platz für Ivica Grlic machte, hatten sich die 45000 Zuschauer bereits auf die Verlängerung eingestellt. Grlic leitete den letzten Angriff des Spiels ein. Stürmer Sören Larsen bediente seinen Landsmann Andersen, der Bailly aus 15 Metern keine Chance ließ. „Wir hatten genügend Möglichkeiten, um das Spiel zu entscheiden”, ärgerte sich Gladbachs Coach Michael Frontzeck. Sein Kollege Peter Neururer war hingegegen obenauf: „Das war ein geplanter Sieg.”

Ingo Pickenäcker
























DerWesten-Sport
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