14 Tonnen Eis: Frankfurts Ironman auf Hitze vorbereitet

Die "Höllentour" rund um Frankfurt wird für die weltbesten Triathleten am Sonntag auch noch zur Hitzeschlacht. Als ob 3,8 Kilometer Schwimmen, 180 Kilometer Radfahren und 42,195 Kilometern Laufen nicht schon hart genug wären, Sind auch noch Temperaturen von 36 bis 40 Grad angesagt.

Frankfurt/Main.. "Das wird kein Spaziergang", meinte Vorjahressieger und Weltmeister Sebastian Kienle bei einer Pressekonferenz in Frankfurt am Main. "Ich habe schon einige solcher Rennen erlebt, aber für die Amateure wird das viel härter. Sie sind teilweise 10, 12, 14 Stunden unterwegs und müssen den kompletten Marathon in der großen Hitze laufen."

Die Traditionsveranstaltung mit ihrem Zieleinlauf auf dem Frankfurter Römer firmiert offiziell als Europameisterschaft über die Ironman-Distanz. Schritt für Schritt haben die Veranstalter diesen Wettkampf in den vergangenen Jahren als "zweitwichtigstes Rennen weltweit hinter Hawaii" und als "Benchmark in Europa für alle Langstreckenrennen" etabliert, wie der Ironman-Europa-Chef Thomas Dieckhoff stolz erklärte. Folglich sehen sich die Organisatoren auch auf die große Hitze "sehr gut vorbereitet".

"Wir haben 14 Tonnen Eis geordert, sieben Verpflegungsstationen eingerichtet, bekommen genug Wasser aus den Hydranten und haben etwa 250 Rot-Kreuz-Helfer an der Strecke. Wir haben alles getan, was zu tun ist", sagte der für Deutschland zuständige Geschäftsführer der World Triathlon Corporation, Björn Steinmetz. An Stars wie Amateure geht die dringende Empfehlung, nicht ausgerechnet bei diesen äußeren Bedingungen auf persönliche Rekordjagd zu gehen. "Wenn es diesmal eine halbe Stunde länger dauert - kein Problem", so Steinmetz.

Seine große Spannung bezieht dieser Ironman ohnehin aus der starken Besetzung. "Das ist ein fantastisches Starterfeld. Hier ist das Who is Who der Triathlon-Welt vertreten", sagte Dieckhoff. Titelverteidiger Kienle und der gerade bei Hitze besonders starke Peking-Olympiasieger Jan Frodeno werden dabei in erster Linie von dem Belgier Frederik van Lierde herausgefordert, der 2013 und damit ein Jahr vor Kienle den Ironman-Klassiker auf Hawaii gewann. "Freddy ist jemand, der ziemlich lange auf hohem Niveau leiden kann", meinte Kienle. Das bedeutet: Der Ausgang des Rennens ist völlig offen.

Gerade Frodeno hat sich nach einer bemerkenswerten Pechsträhne wieder zurückgemeldet. Im vergangenen Jahr wurde er in Frankfurt und auch auf Hawaii von mehreren Reifenpannen zurückgeworfen. Am Anfang dieser Saison stürzte er dann gleich zweimal vom Rad und trug dabei unter anderem ein schmerzhaftes Ödem unter der Kniescheibe davon. "Die Nachwehen spüre ich jetzt schon seit zwölf Wochen. Aber zuletzt konnte ich im Training wieder voll durchziehen", sagte der 33-Jährige. "Ich habe jetzt zwei Ironman in den Beinen und dabei noch nie die 180 Kilometer auf dem Rad am Stück geschafft. Ich hoffe, die Karre an diesem Sonntag endlich mal unfallfrei abstellen zu können."