1,2 Millionen Euro Altschulden

Phoenix-Geschäftsführer Patrick Seidel (Bild) ist kaum zu beneiden: Gerade einmal sechs Wochen im Amt, muss der Mann – quasi ohne eigenes Zutun – schon den schweren Gang zum Amtsgericht antreten und die Planinsolvenz beantragen. Damit löffelt er letztlich jene Suppe aus, die ihm seine Vorgänger hinterlassen haben.

Ähnlich wie seine Amtsvorgänger Christian Stockmann und Peter Brochhagen war Seidel Anfang September als der neue Heilsbringer installiert worden, der endlich autodidaktisches Halbwissen durch professionelle Kompetenz ersetzen sollte. Dabei ist der jetzt eingeschlagene Weg gegenüber den Gläubigern und gegenüber der Liga durchaus ein Ausdruck von hoher Fachlichkeit: „Eine Fortführung des Spielbetriebes ist nur noch über die Insolvenzordnung möglich“, wurde in den Augen von Seidel angesichts der strukturellen Probleme zuletzt allzu forsch behauptet, die Situation im Griff zu haben. Das Gegenteil ist der Fall. Es droht die Zahlungsunfähigkeit.

Zu Beginn des Jahres 2015 wurden bei der Neugründung der „Basketball Hagen GmbH & Co. KGaA“ (Kommanditgesellschaft auf Aktien) nicht bloß neue Gesellschafter mit frischem Kapital (400 000 Euro) präsentiert, sondern auch der Eindruck erweckt, damit ein Geschäftsmodell aus der Taufe gehoben zu haben, mit dem die Altschuldenproblematik final in den Griff zu bekommen sei. Ein Trugschluss. Die Doppelspitze Oliver Herkelmann (Geschäftsführer) und Thomas Haensel (Aufsichtsratsvorsitzender) hatte bis zu diesem Zeitpunkt bereits Verbindlichkeiten in Höhe von 1,2 Millionen Euro aufgetürmt. Davon ist Stand jetzt noch ein Restbetrag von etwa 400 000 Euro übrig.