Wieso Frauen nicht zocken

Sie lesen hier gewagte, aber höchst fundierte Thesen, die sich mit der Frage auseinandersetzen, weshalb Frauen keine Videospiele spielen. Zum ersten Mal in der Geschichte der Menschheit wird die Frage auch schlüssig beantwortet.

Es ist ja allgemein bekannt, dass Frauen im Land des Gaming eher eine Randerscheinung sind. Eine Fußnote der Evolution. In jedem Fall ist die Anzahl videospielender Frauen statistisch zu vernachlässigen.

Was sich die Publisher in den letzten Jahren haben einfallen lassen, um diese verlorenen fünfzig Prozent der Weltbevölkerung trotzdem abschöpfen zu können, zählt nicht. „Singstar“ zum Beispiel mag fast jede Frau. Aber „Singstar“ ist nichts anderes als Karaoke und damit mindestens genauso alt wie das Grammophon. Oder „Die Sims“. Eine virtuelle Puppenstube. Puppenstuben sind das älteste Mädchenspielzeug der Welt!

Alltagsszenen eines Männerclubs

Ihr seht also: Frauenspiele sind eine eigene Kategorie und gehören damit nicht zu den Videogames. Trotzdem kann man natürlich den wissenschaftlichen Wert meiner Behauptung hinterfragen. Nur weil die Mädchen in meiner Schule nie über Super Mario redeten und sich nach dem Unterricht genauso häufig im Kaufhaus vor den Konsolen trafen, muss es ja noch lange nicht überall so sein. Vielleicht gibt es ja Städte, in denen Schuhverkäufer ihrer Kundschaft „Halo 3“ zu den Pumps anbieten. Zum Glück gibt es jetzt ja dieses Internet. Eine riesige Versuchsanordnung ist das. Die Probanden sind all jene Menschen, mit denen man „Left4Dead“, „Command and Conquer“, „Counterstrike“, „Pro Evolution Soccer“ und Co. online zockt. Tausende zufälliger Begegnungen. Ein Schnitt durch die Gamer-Gesellschaft. Aber auch hier sind so gut wie nie Frauen dabei. Das muss doch einen Grund haben!

Hat es auch. Es liegt in der Natur des Menschen. Die Wissenschaft geht davon aus, dass wir als Gattung ungefähr zwei Millionen Jahre alt sind. Verglichen mit der Zeit, in der Eintracht Frankfurt keinen Titel mehr geholt hat, mag das wenig erscheinen. Aber für die Evolution war es genug, um dem Menschen ein Paket an Eigenschaften zu schnüren, das wir auch heute noch mit uns rumschleppen. Wir leben zwar in Häusern mit fließendem Wasser und Wurst im Kühlschrank, aber unsere Überlebensmechanismen sind auf die 1,99 Millionen Jahre ausgelegt, in denen man sich seine Würste noch selber fangen musste.

Die Natur liefert Antworten

Nimmt man also die Lebensumstände dieser Prägungszeit als Grundlage, kann man für fast alle menschlichen Eigenschaften eine einleuchtende Erklärung finden.

Wieso gibt es zum Beispiel Homosexualität? Das bringt doch auf den ersten Blick einen offensichtlichen Nachteil in Fortpflanzungsfragen. In Wirklichkeit ist das Gegenteil der Fall. Homosexualität löst nämlich eine entscheidende Ungleichung der menschlichen Evolution! Denn aus der Annahme, dass die Männer eines Clans für die Jagd und den Kampf zuständig waren, ergibt sich ja der Schluss, dass eine Gruppe bessere Überlebenschancen hatte, je mehr Männer zur Verfügung standen. Allerdings neigten männliche Vertreter unserer Art auch dazu, gleichgeschlechtlichen Konkurrenten den Kopf kaputt zu hauen, wenn ihnen diese in Paarungsfragen in die Quere kamen. Zu viele starke Männer schadeten also dem inneren Frieden des Rudels. Da kam die Homosexualität ins Spiel. Wenn zwei gleich starke Männer nicht um Frauen kämpfen mussten, weil einer von ihnen gar nicht auf Frauen stand, dann kann eine Gruppe mehr Krieger aufstellen, ohne von innen zersetzt zu werden, und erhöht dadurch die Überlebenschancen aller. Taadaa!

Versuchen wir ein weiteres Phänomen des menschlichen Miteinanders zu lösen. Wieso reden Frauen so viel? Nun, Männer hatten ein einfaches System Konflikte zu lösen: Der Stärkere gewinnt. Da wurde nicht viel palavert. Bei Frauen ist es komplizierter. Frauen sind per se weniger kräftig. Geht es nur nach dem Recht des Stärkeren, hätten sie ja gar keine Möglichkeit, ihren Willen durchzusetzen. Also entwickelten sie die Sprache. Ohne Frauen hätten wir Menschen nie das Sprechen gelernt. Durch geschickte Rhetorik konnten Frauen völlig gewaltfrei die Strippen im Hintergrund ziehen und dadurch die Verhältnisse nach ihren Vorstellungen beeinflussen.

Von der Wurst zum Spiel

Die Antwort auf die Frage, wieso Frauen nicht zocken, sollte auf gleichem Wege geklärt werden können. Schauen wir uns hierzu erst mal die Lebensumstände unserer Ahnen an. Aus den archäologischen Funden alter Puppenstuben kann man heute den Alltag unserer steinzeitlichen Vorfahren präzise nachzeichnen.

Damals lebten wir in kleinen Gruppen, isoliert und mit wenig Kontakt zu anderen Clans. Autos und Pferde waren noch nicht erfunden. Dennoch benötigten wir Wurst zum Überleben. Die bekam man nur durch die gefährliche Jagd auf wildes Getier, etwa die Zäbelzahnziege oder das Mammutschwein. Für diese opferreiche Tätigkeit kamen nur Männer infrage, da Frauen Migräne hatten. Die Jagd stellte hohe Anforderungen an Stärke und Geschick des Mannes. Folglich kehrten die Stärksten und Geschicktesten der Steinzeitmänner erstens lebendig wieder heim und zweitens mit Wurst über der Schulter. Das machte sie logischerweise aus Sicht der Frauen zu den begehrtesten Partnern. Wollte ein Mann seine Gene also in die nächste Generation retten, musste er seine Fertigkeiten schulen. Wann immer es ihnen möglich war, trainierten unsere Ahnen außerhalb der Höhle, wo sie die Frauen nicht beim Häkeln stören konnten, und übten sich im Speerwurf, Steinschleudern oder Weglaufen. Auch das Wiederholen von Sit-ups in hoher Frequenz gehörte zum Tagesprogramm. Schützte einen doch nur das harte Muskelfleisch eines Sixpacks vor den spitzen Hauern des Wollwolfes.

In jenen Zeiten, in denen die Natur dem Mann alles abverlangte, wurde also der Grundstein des Videospielens gelegt. Die schwierigen Hüpfpassagen von „Super Mario“ oder „N+“ befriedigen unseren einst überlebensnotwendigen Drang, unsere Geschicklichkeit zu schulen. Wer im letzten Level von „Mario Bros. 3“ unbeschadet über die mit Kanonenrohren gespickten Planken des Piratenschiffs hüpft, der kann auch vor einer Säbelzahnziege wegrennen. Wer bei „Left4Dead“ den Tank im Alleingang erlegt, der kann auch ein Mammutschwein harpunieren. Videospiele sind der Garant für die Wurst von morgen. Wenn eines Tages die Welt in Flammen steht, worauf wir dank „Fallout 3“ bestens vorbereitet sind, und die Natur uns wieder Autos und Pferde nimmt, dann zahlt es sich aus, dass wir unser urzeitliches Erbe so gewissenhaft gepflegt haben.

Und die Frauen? Nun, wo kein Trieb, da auch kein Treiben. Die Damenwelt spielt aus einem ganz einfachen Grund keine Videospiele: Sie brauchen es nicht. Es existiert kein überlebensnotwendiges Bedürfnis in ihnen. Umso wichtiger, dass man ihnen verständlich macht, was alles auf dem Spiel(!) steht. Nämlich das Fortdauern unserer gesamten Spezies. Wer seinen Freund, Partner oder Mann am Zocken hindert, der riskiert unser aller Leben und das unserer Kinder!

Umso erfreulicher, wenn man einer Frau begegnet, die nicht nur nicht zickt, wenn Mann zockt, (Ich bitte an dieser Stelle um Beachtung des innovativen Wortspiels zwischen man und Mann!) sondern sogar selbst Hand an das Pad legt. Da wird das Unmögliche möglich.

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