Spieleverbände fordern Entschuldigung für Pädophilie-Vergleich
03.04.2009 | 15:15 Uhr 2009-04-03T15:15:00+0200
In einer öffentlichen Pressemitteilung fordern die drei großen Spieleverbände eSport-Bund, BIU und G.A.M.E eine Entschuldigung für den Pädophilie-Vergleich von Bayerns Innenminister Herrmann.
Bayerns Innenminister Joachim Herrmann bekam schon bei seinem ersten Vergleich zwischen gewalthaltigen Spielen und Pädophil-Verbrechern von allen Seiten Kritik. Dass er diesen Vergleich erneut ins Rennen um das „Killerspiel“-Verbot schickte, scheint jetzt endgültig zu viel zu sein.
Nicht nur von Seiten des Parlaments wurde Herrmann kritisiert. Auch die großen Spieleverbände wehren sich gegen diese Aussage und fordern im Namen von Stephan Reichart, Hauptgeschäftsführer des G.A.M.E. Bundesverbands, Olaf Wolters, Geschäftsführer vom Bundesverband Interaktive Unterhaltungssoftware e. V. (BIU), und Frank Sliwka, Geschäftsführer des Deutschen eSport-Bundes, eine Entschuldigung. Der Vergleich sei „völlig überzogen, sachlich falsch und unnötig polemisch.“
"Die Aussage des Herrn Ministers steht glücklicherweise nicht für Bayern insgesamt. Trotzdem ist sie für uns völlig inakzeptabel. Computerspiele derart zu kriminalisieren und mit Kinderpornografie zu vergleichen, ist polemischer Unsinn und diffamiert nicht nur unsere Branche insgesamt, sondern auch Millionen Computerspieler in Deutschland. Wer solche Aussagen trifft, zeigt deutlich, dass er sich noch nie mit Spielen beschäftigt hat und eine Politik des letzten Jahrhunderts vertritt. Mit Politikern wie Herrn Herrmann verliert die CSU jede Glaubwürdigkeit bei Millionen erwachsener Menschen und Wähler, die mit Computerspielen groß geworden sind und disqualifiziert Bayern mittelfristig als Standort für Deutschlands wichtigste Entertainmentindustrie. Wir fordern von Herrn Herrmann eine deutliche Entschuldigung für diesen verbalen Fehlgriff", so Reichart in der Erklärung.
BIU-Geschäftsführer Olaf Wolters bezeichnet die Aussagen von Herrmann als „politische Geisterfahrt am rechten Fahrbahnrand.“ […] „Das momentane Verhalten des bayerischen Innenministers erinnert sehr stark an einen politischen Ego-Shooter, der sich mit rein populistischen und inhaltlich fragwürdigen Aussagen zu profilieren versucht."
Frank Sliwka vom ESB fordert den bayerischen Innenminister auf, „endlich einen fairen und sachgerechten Dialog zu führen.“ […] „Mit seiner öffentlich geäußerten politischen Haltung verhindert der bayerische Innenminister diesen Dialog und fördert vielmehr die Ausgrenzung tausender Jugendlicher. Er siedelt eine Generation deutscher junger Staatsbürger durch seine Äußerungen in dem Bereich der Kriminalität an. Der ESB erbittet vom Bayerischen Innenminister eine deutliche Entschuldigung! Solange dieses nicht geschieht fordert der ESB seine Mitglieder auf, deutliche politische Signale gegen die CSU zu setzen", so Sliwka abschließend.
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07:53
an #3
Aber Ihr Vergleich isst passender !!!!!
09:44
Ist Politik nicht auch sowas wie Pädophilie? Die Grossen bereichern sich und den Kleinen tut es weh.
Dämlicher als der Vergleich zu den Computerspielen ist mein Beispiel auch nicht.
22:44
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19:34
Was für eine Dumpfbacke.
Kein Wunder, dass die CSU in der Gunst der Wähler abrutscht, wenn sie solche Leute als Spitzenpolitiker einsetzt.