"Chaos auf Deponia" - zurück im Müll

Die Geschichte auf dem Müllplaneten geht weiter: Rufus, Goal und Co. sorgen für jede Menge "Chaos auf Deponia".
Die Geschichte auf dem Müllplaneten geht weiter: Rufus, Goal und Co. sorgen für jede Menge "Chaos auf Deponia".
Foto: Daedalic
Die Adventure-Spezialisten von Daedalic legen mit "Chaos auf Deponia" den zweiten Teil ihrer Trilogie um den gleichnamigen Müllplaneten vor - noch spritziger, noch vielschichtiger und noch unterhaltsamer.

Das Ende des Adventures "Deponia" war ein bitteres, melancholisches - ein Finale, das zum vorangegangenen Spielverlauf mit seinen schrägen Vögeln, aberwitzigen Rätseln und treffsicheren Pointen nicht so recht passen wollte. Seit dem Abspann sind acht Monate ins Land gegangen, in denen der Hamburger Publisher Daedalic am zweiten Teil der geplanten Trilogie arbeitete - und für die Reanimation des totgeglaubten Genres mit renommierten Preisen überhäuft wurde. Entsprechend hoch sind die Erwartungen an "Chaos auf Deponia", bei dem Kreativkopf Jan "Poki" Müller-Michaelis erneut für Story, Design und ein paar Gesangseinlagen verantwortlich ist.

In "Chaos auf Deponia" dreht sich erneut alles um Rufus - einen überheblichen Katastrophenmagneten, der nach wie vor seinen heimatlichen Müllplaneten vor der Sprengung durch den Militär-Burokratie-Apparat Organon retten muss. Der Weg dorthin ist derart eigentümlich, verschroben-charmant, voller Kapriolen, pfiffig gestalteter Rätsel und wunderschöner handgezeichneter Schauplätze, dass man geneigt ist, "Chaos auf Deponia" auf eine Stufe mit Adventure-Klassikern wie "Indiana Jones", "Day of the Tentacle" und "Monkey Island" zu stellen.

Das beginnt bei Rufus' bösen Doppelgänger Cletus, erstreckt sich über Begegnungen mit unorganisierten Verbrechern, Torpedo-Delfinen, Burger-Bratern mit Dämonen im Keller und jeder Menge Schnabeltieren - und endet noch lange nicht bei der Manipulation des Raum-Zeit-Kontinuums oder der gespaltener Persönlichkeit seiner Begleiterin Goal: Mal ist die blonde Androidin eine verwöhnte Zicke, mal die aggressive Kämpferin und mal das naive Dummchen - je nachdem, welche Datasette Rufus per Fernbedienung aktiviert. Aber genau das hilft einem immer wieder weiter und verleiht manchen Rätseln zusätzliche Würze.

Spielebewertung Fazit: "Chaos auf Deponia" bietet interaktive Unterhaltung mit Herz und Hirn, die auch Adventure-Neulinge nicht überfordert. Die erstklassig vertonten Dialoge (Rufus wird von Monty Arnold gesprochen) sind gewürzt mit allerlei feinsinnigen Anspielungen und wunderbarem Wortwitz. Zum besseren Verständnis der Geschichte sollte man aber den Vorgänger gespielt haben - trotz einer herrlich albernen Zusammenfassung der Geschehnisse eingangs. Der Grundstein für ein grandioses Finale ist gelegt. (_teleschau - der mediendienst)