Zeitloser Kick?

Beim zweiten "Go"-Ableger der "Inazuma"-Reihe wird Fußball erst abgeschafft, dann komplizierter denn je.

Eine Welt ohne Fußball? Nein, das will man sich gar nicht vorstellen. Und dennoch: Im neuen "Inazuma Eleven"-Ableger "Go: Chrono Stones" ist das die traurige (virtuelle) Realität. Den Lieblingssport von Arion Sherwind und Co. gibt es nicht mehr. Von zeitreisenden Schurken aus der Geschichte getilgt. Der Grund? Herrlich absurd: Fußballer werden demnach in 200 Jahren zu Übermenschen ...

3DS-Spieler reisen mit Arion, seinem Kumpel Fei (aus der Zukunft) und dessen sprechendem Kuschelbär-Roboter in den nächsten 30 bis 40 Stunden im VW Bus durch die Geschichte, um so etwas wie ultimative Fußball-Elf zusammenzustellen und die schönste Nebenbeschäftigung der Welt zu retten.

Doch bis es so weit ist, sind unzählige kernige Matches zu absolvieren, die entweder in den Modi "Elf gegen Elf" oder "Fünf gegen Fünf" (meist mit bestimmten Vorgaben) bestritten und mit dem Stylus gesteuert werden. Hierbei zeichnet man für seinen aktiven Spieler in aller Eile die gewünschten Laufwege auf den Platz und tippt denjenigen Ort an, an dem der Ball dann hoffentlich landet. Bis man in Schussreichweite ist, gibt's allerlei Konfrontationen mit gegnerischen Spielern zu bestehen, die durch eingestreute 3D-Sequenzen präsentiert werden. Dann muss man sich entscheiden: tricksen oder tackeln, Finte oder Kung-Fu-Foul. Oder darf's gar ein Superangriff sein? Insgesamt 200 dieser völlig überzogenen, teils absurden, aber spektakulären Spezialtechniken gibt es.

Nintendo setzt sogar noch eins drauf: Trainieren Arion und Co. fleißig, können sie irgendwann ihre "Kampfgeister" im Inneren entfesseln, was ihnen noch mehr Power beschert. Neu sind in diesem Zusammenhang die Kampfgeist-Rüstungen - die ultimative Form der beschwörbaren Dämonen. Diese Rüstung schützt den Spieler vor gegnerischen Attacken, lässt ihn das Leder mit besonderen Bumms treten und reduziert die Kosten für das Ausführen von Spezialmanövern drastisch. Zumindest für kurze Zeit. Irgendwann ist die Ausdauer des Kickers ausgelaugt.

Obwohl übersichtlich in Szene gesetzt, erfordern die Partien einiges an Finesse und Übung. Vor allem anfangs fühlt man sich von all den Optionen, Fertigkeiten, Feinheiten (jeder Spieler verfügt über besondere Talente, Stärken und Schwächen) und nicht zuletzt der etwas hektisch geratenen Ballkontrolle extrem überfordert. Zumal die neue "Miximax"-Funktion, mit der sich - stark vereinfacht ausgedrückt - die Aura, das Können und sogar ein Spezialmanöver eines Spielers auf einen anderen übertragen lässt, das Ganze auf die Spitze treibt. Kids finden das prima, ältere Semester undurchschaubar ...

Trickfilmreife Zwischensequenzen, die deutsch vertonten Dialoge und die Möglichkeit, sein perfekt ausbalanciertes Dream-Team aus letztlich über 1.000 vorhandenen Charakteren zusammenzustellen und wie Rollenspielhelden zu trainieren: "GO Chrono Stones" schickt nicht nur "Inazuma"-Veteranen in die Verlängerung. Auch Neulinge dürfen sich in dieses schräge und wahnsinnig umfangreiche Fußballabenteuer stürzen, sollten aber auf jeden Fall ein bisschen guten Willen für all die japanische Fantasie aufm Platz mitbringen.

Spielname Inazuma Eleven GO Chrono Stones: Flammenwall
Hersteller Level-5
Vertrieb Nintendo
Genre Rollenspiel
Erhältlich ab 27.03.2015
Preis ca. 40 Euro
EAN Code 0045496527525
Schwierigkeit Für Fortgeschrittene
Alter ab 6 Jahren
Multiplayer 2-4
Sonstiges
Bewertung Grafik gut
Bewertung Steuerung gut
Bewertung Sound gut
Bewertung Spielspass gut
Bewertung Gesamt gut
System 3DS