Neue Konsole, altes Abenteuer

Die Umsetzung eines Wii-Klassikers soll die Fähigkeiten des New 3DS unter Beweis stellen.

2DS und XL waren Nintendo nicht genug: Der japanische Videospielgigant hat mit dem "New 3DS" unlängst einen weiteren Ableger der beliebten Hosentaschenkonsole ins Rennen geschickt, der neben einem verfeinerten 3D-Effekt auch eine bessere Handhabe und detailliertere Grafiken verspricht. Der erste Exklusiv-Titel, der die gesteigerte Leistungsfähigkeit untermauern soll, ist "Xenoblade Chronicles 3D" - das Remake eines 2011 bereits für die Wii erschienen Action-Rollenspiels mit japanischem Einschlag.

Keine spielerische Revolution, aber eine konsequente und clevere Weiterentwicklung des stagnierenden japanischen Rollenspiels hatte Genre-Experte Monolith 2011 auf der Wii präsentiert: Das ehemals exklusiv an Nintendos Motion-Control-Konsole gebundene Rollenspiel vermischte so gekonnt fantastische mit futuristischen Elementen, dass sich der Titel schnell zum begehrten Kult-Klassiker entwickelte. Die seltene Wii-Version des Spiels wird heute zu hohen Sammlerpreisen gehandelt.

Wer die Genre-Perle damals verpasst hat, darf jetzt im Hosentaschen-Format zugreifen: Das miniaturisierte, aber dadurch nicht minder detailreiche "Xenoblade Chronicles 3D" erscheint nun für den New 3DS - und soll durch eine Umsetzung ohne Abstriche die rohe Rechenpower der neuen Konsole unterstreichen.

Der Umfang dieses fast 70 Stunden währenden Abenteuers ist fast so gewaltig wie die Überreste zweier Gottheiten, auf denen alles angesiedelt ist. Die gewaltigen Körper der titanischen Streithähne sind zur Heimat für zwei ganz unterschiedliche Kulturen geworden, die sich spinnefeind sind - die eine menschenähnlich, die andere maschinell. Der Spieler verkörpert dabei den jungen Menschenhelden und Hobby-Bastler Shulk.

Entwickler Monolith inszeniert dessen Expeditionen auf dem Rücken der Riesen launig und opulent: Visuell können es von flauschigem Gras bewachsene Anhöhen, zerklüftete Felsmassive und verwitterte Blechbuden mühelos mit Capcoms jüngster Dinojagd "Monster Hunter 4 Ultimate" aufnehmen, auch fantasievoll gestaltete Kreaturen wie echsenähnliche Dickhäuter oder stachelige Kriechtiere brauchen sich nicht hinter dem Capcom-Titel zu verstecken.

Vor allem das dynamische Kampfsystem überzeugt: Hierfür bedient man sich tüchtig bei westlichen Online-Rollenspielen wie "World of Warcraft": Einmal anvisiert, werden Monster automatisch verdroschen. Eine Schnellwahlleiste am unteren Bildrand erlaubt dabei den Wechsel zwischen Standard-Attacken, Spezialmanövern und Ketten-Angriffen für die gesamte Heldentruppe - doch vor ihrem nächsten Einsatz müssen sich die "Skills" erst wieder aufladen.

Obwohl man sich sichtlich Mühe gegeben hat, alle visuellen Details auf den Handheld zu portieren, kann der kleine 3DS-Schirm nur bedingt die Wirkung von eindrucksvollen, weiten Ebenen und pompösen, zyklopischen Mega-Bauten vermitteln. Das das Wii-Original bleibt erste Wahl.

Überdeutlich wird die TV-Herkunft des Abenteuers auch beim Spiel-Interface: Egal, ob bei der Charakter-Verwaltung oder im Gefecht - alles ist dermaßen mit Zeigern, Reitern und bürokratischen Details überladen, dass man sich dazu genötigt sah, sie auf dem 3DS-Schirm nahezu mikroskopisch abzubilden. Immerhin verschafft der neue C(amera)-Stick Spielern ein wenig mehr Überblick.

Trotzdem: Wer sich mit diesen Einschränkungen abfinden kann, darf bedenkenlos zugreifen. Schade nur, dass die schicke amiibo-Figur zu Frontmann Shulk kaum noch zu kriegen ist - immerhin schaltet ihre Platzierung auf dem New 3DS wertvolle Ingame-Währung frei.

Spielname Xenoblade Chronicles 3D
Hersteller Monolith
Vertrieb Nintendo
Genre Rollenspiel
Erhältlich ab 02.04.2015
Preis ca. 45 Euro
EAN Code 0045496527761
Schwierigkeit Für Fortgeschrittene
Alter ab 12 Jahren
Multiplayer nein
Sonstiges
Bewertung Grafik gut
Bewertung Steuerung gut
Bewertung Sound gut
Bewertung Spielspass gut
Bewertung Gesamt gut
System 3DS