Gefangen in der Zeitschleife

Die Zeit drängt! 3DS-Besitzer haben in "The Legend of Zelda: Majora's Mask 3D" die Uhr stets im Nacken, wenn sie die Fantasywelt Termina retten wollen.

Das Horror-Kid bittet zum Maskenball in der düsteren Fantasy-Welt Termina: Nach dem 3DS-Remake des Klassikers "Ocarina of Time" veröffentlicht Nintendo nun auch den ungeliebten Nachfolger "Majora's Mask" als technisch und inhaltlich aufgebohrte Version für die Hosentaschenkonsole. Besitzer des brandaktuellen Modells New 3DS profitieren von der komfortableren Steuerung.

Auf dem N64 stand "Majora's Mask" stets im Schatten des als Meilenstein gefeierten Vorgängers "Ocarina of Time": Der revolutionierte die "Zelda"-Serie und überführte sie ins 3D-Zeitalter. "Majora's Mask" dagegen kombinierte aus bestehenden Versatzstücken nur ein neues Abenteuer. Die Recycling-Methodik kannte man bis dato allenfalls aus den Add-Ons von PC-Spiele-Herstellern. Nicht aber von Nintendo.

Heute hat sich der Blickwinkel auf das experimentelle "Majora's Mask" deutlich verschoben: Inzwischen gilt der damals ungeliebte Ableger als wichtiger Impuls- und Ideengeber für ein anderes, erwachseneres und vor allem düsteres "Zelda". Und weil es exzessiv mit Zeit-Limits arbeitet, galt es schon bei seiner Erstveröffentlichung im Jahr 2000 als ausgesprochen frustig.

Daran hat sich bis heute nichts geändert. Doch inzwischen hungern viele Spieler förmlich nach Herausforderungen. Da kommt ihnen das Drei-Tage-Limit in der Parallelwelt "Termina" gerade recht. Denn so lange hat Link Zeit, um das düstere Zerrbild seiner Heimat Hyrule vor der Kollision mit dem Mond zu bewahren. Verbummelt Link die Chance auf die Weltenrettung, dann wird die Zeitschleife neu gestartet - und jeder Fortschritt zurückgesetzt. Das artet insofern in Hektik aus, weil eine Stunde im Spiel gerade mal 45 echte Sekunden lang ist. Entsprechend flott gehen die drei Tage ins Land.

Aus diesem Grund rackert sich der kleine Elf nach einer "Und täglich grüßt das Murmeltier"-Logik mit den Puzzles und Gegnern in dieser dem Untergang geweihten Welt ab, während sich ihre Bewohner nicht mal an die vorausgegangenen Bemühungen des Spitzohrs erinnern können. Mit magischen Masken peppt Link seine Fähigkeiten auf oder wechselt die Gestalt, um etwa schwere Lasten hieven oder unter Wasser atmen zu können. Der passende Einsatz der insgesamt 24 Masken ist entscheidend, um den sechs großen Dungeons jedes Geheimnis zu entlocken.

Die 3D-Neuauflage des ungewöhnlich knackigen "Zelda"-Abenteuers kommt mit sinnvollen Ergänzungen wie einem detailliert geführten Notizbuch, komfortablen Touchscreen-Menüs und nicht zuletzt einer flüssigen Kamerasteuerung für das Schiebepad-Pro-Zubehör oder den C-Stick des "New 3DS". Die gegenüber dem Original dramatisch aufgehübschten Texturen können die altbackene Umgebungs-Architektur zwar nicht kaschieren, aber viele Schauplätze wirken im Remake trotzdem überraschend atmosphärisch. Wer sich bereits über die Neuauflage von "Ocarina of Time" gefreut hat, der sollte seine Sammlung unbedingt komplettieren - auch wenn er Termina, die gnadenlos tickende Uhr und das für den Weltuntergang verantwortliche "Horror-Kid" mit schöner Regelmäßigkeit zum Teufel wünschen wird.

Spielname The Legend of Zelda: Majora's Mask 3D
Hersteller Nintendo
Vertrieb Nintendo
Genre Action-Adventure
Erhältlich ab 13.02.2015
Preis ca. 40 Euro
EAN Code 0045496527273
Schwierigkeit Für Fortgeschrittene
Alter ab 12 Jahren
Multiplayer nein
Sonstiges
Bewertung Grafik gut
Bewertung Steuerung sehr gut
Bewertung Sound gut
Bewertung Spielspass sehr gut
Bewertung Gesamt sehr gut
System 3DS