OnPSX-Schließung: Greift der Jugendschutz hier wirklich?
17.09.2008 | 14:13 Uhr 2008-09-17T14:13:00+0200Gestern berichteten wir über die Schließung des PlayStation-Community-Portals OnPSX.de. Nachdem der Betreiber der Seite seine Sichtweise der Ereignisse erläuterte, haben wir bei Jugendschutz.net und der KJM angefragt, was die Gründe für die Schließung waren und was sie gebracht hat.
Wir haben bei Friedemann Schindler, dem Verantwortlichen von Jugendschutz.net, nachgefragt, weshalb es zu dieser radikalen Lösung im Fall von OnPSX gekommen ist.
Friedemann Schindler: „In diesem Fall (OnPSX.de) wurden konkrete Gewaltdarstellungen ohne ausreichenden Zugangsschutz kritisiert. Jugendschutz.net hat den Betreiber entsprechend informiert und für bestimmte Trailer um geeignete Schutzmaßnahmen gebeten (z.B. Vorschaltung eines technischen Schutzes).
Weder haben wir eine Schließung der kompletten Website vorgeschlagen, noch wären wir dazu befugt. Jugendschutz.net hat keine hoheitlichen Befugnisse und den gesetzlichen Auftrag, im Vorfeld eines aufsichtsrechtlichen Verfahrens für die schnelle Beseitigung von Verstößen zu sorgen. Für die Umsetzung von Maßnahmen ist allein die Kommission für Jugendmedienschutz (KJM) zuständig, die mit diesem Fall nicht befasst war.“
Wir halten also noch mal fest: Jugendschutz.net hat nach eigenen Angaben „die Schließung nicht gefordert oder „angeraten", sondern den Anbieter lediglich gebeten, für bestimmte Videos die gesetzlich vorgeschriebenen Schutzmaßnahmen einzurichten.“
Auf unsere Frage hin, ob eine andere „gütliche Einigung“ möglich gewesen wäre, sagte Schindler: „In Fragen des Jugendschutzes gibt es keine "gütliche Einigung", weil dies impliziert, dass Jugendschutz verhandelbar wäre. Mit der Einrichtung von Schutzmaßnahmen wäre das Problem aber schnell und ohne weitere Konsequenzen erledigt gewesen.“
Die Entscheidung, ihre Seite auf einem deutschen Server zu belassen, lag voll und ganz bei den Betreibern. Demnach hat sich OnPSX also lieber für eine Schließung und einen Umzug entschieden, anstatt technische Änderungen vorzunehmen. Die Website wird nun auf einen Server in der Schweiz umgelagert und danach nicht mehr den deutschen Gesetzen unterstehen - eine Aktion, die man auch als Protest gegen die Internet-Zensur sehen könnte. Obwohl solche Situationen nicht so häufig vorkommen. Die meisten Seiten nehmen die Vorschläge der Jugendschutz-Medien an.
Dieses Beispiel wirft jedoch die Frage auf, was diese Aktion nun eigentlich bewirkt. Die Seite war aus Sicht des Jugendschutzes gefährdend, wurde vom Betreiber geschlossen, wird aber bald wieder online sein. Kann da der Jugendschutz überhaupt greifen, wenn dasselbe Konzept auf einem Schweizer Server weitergeführt wird? Ist der Jugendschutz damit ausgehebelt? Es sieht so aus: Nachdem wir uns über das Thema generell noch einmal bei der Kommission für Jugendmedienschutz erkundigt haben, wurde uns folgendes erklärt: Sollte der Betreiber in die Schweiz umziehen oder seine Domäne an einen in der Schweiz lebenden Einwohner übergeben, kann das deutsche Jugendschutzgesetz nicht mehr greifen. Nur in besonders schwerwiegenden Fällen wie Kinderpornographie oder Nationalsozialismus arbeiten die Länder zusammen.
Die Betreiber der Seite müssten sich höchstens noch einer Prüfung unterziehen, in der kontrolliert wird, dass sie ihr Projekt nicht doch noch unter einem anderen Namen weiterhin in Deutschland online stellen. Ob ein solches Verfahren gegen OnPSX bei der KJM vorliegt, konnte man uns momentan nicht sagen.
Weitere Themen:
14:02
Ich bin Vater und würde nie auf die Idee kommen meine Söhne unkontrolliert surfen zu lassen.
Die Deutschland sollte endlich dazu übergehen Eltern ihre Pflichten klarzumachen statt dem mündigem Bürger immer mehr rechte zu nehmen.
12:22
#7
Vollkommen richtig: Wir sind das Volk. Die Bayern haben ja in kürze die Möglichkeit den Spieleverderben, Datensammlern und Überwachern die Rote Karte zu zeigen. Hoffentlich wird diese Chance genutzt!
28.September Landtagswahl in Bayern!
Wählen gehen ist wichtig!
Nicht wählen gehen ist dumm!
10:08
Stasi 2.0 lool,der is geil.(aber leider wahr).wiso bekommt man nicht alle gamer unter einen hut?????bald sind doch wahlen!!!!!WIR SIND VIELE!!!!!!warum nutzen wir es nicht und klatschen denen bei den wahlen mal so richtisch auf die backe.W I R S I N D D A S V O L K
09:33
Davon ab fängt solche Gewaltaufklärung immer noch bei den Eltern an. Stasi 2.0 hat wieder zu geschlagen. Da muss man sich nicht wundern..
00:56
Leider nicht ganz richtig. Es wurde sehr wohl die Schließung des Angebots angeraten, sollte man nicht der Aufforderung nachkommen und die Seite mit entsprechenden Schutzmechanismen ausstatten. Herr Friedemann sollte seine eigenen Briefe mal besser durchlesen.
23:17
Kann man den Herrn vom deutschen Jugendschutz denn mal fragen, inwiefern der Schutz deutscher Kind jetzt gegeben ist?
Oder ist ab sofort die Nennung und Verlinkung von Onpsx.net verboten? Das ist nämlich in so zienlich allen deutschen Videospielforen verbreitet, da hätte man viel zu zensieren.
Mal sinnvoller Vorschlag: Macht das Internet ab 18, fertig aus. Als ob Videospiele das Schlimmste wären. Spammails über Penisverlängerungen, Popups mit Bildern nackter Frauen und Ähnlichem. Deutschland muss sich entscheiden, ein freies Internet, oder China Reloaded.
21:31
eine funktionierende altersprüfung kostet geld, und dürfte für so manches, privat betriebene, projekt nicht finanzierbar sein.
somit war die entscheidung von onpsx vollkommen richtig.
vor allem auch im hinblick auf die tatsache, das sich hr. schindler mit seiner firma offensichtlich NICHT an die kommerziell betriebenen seiten wagt!
anders kann ich es mir nicht erklären, das ich vor 5 min. informationen zur ab18version von gta4 locker abrufen kann.
aber offenbar haben die bessere anwälte wie hr. schindler.
20:59
www.onpsx.net ....so gehts doch auch
20:11
ich bin 31 und sowas von angepisst über die deutsche politlage !!!
alles nur show und pr.
ich finde es genau richtig was onpsx.de gemacht hat !!!