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Rollenspiel

"Of Orcs and Men" - ein Genre-Sonderling für Skurrilitäten-Sammler

31.10.2012 | 08:45 Uhr
Verkehrte Rollenspielwelt: In "Of Orcs and Men" spielt man ausnahmsweise mit Orks gegen Menschen. Foto: Focus Home Interactive

Rollenspiel mit Rollentausch: In "Of Orcs and Men" ist man mit zwei Grünhäuten unterwegs, um sich gegen die Tyrannei der Menschheit zu wehren.

Focus Home Entertainment und "Game of Thrones"-Entwickler Cyanide verkehren Fantasy-Feindbilder ins Gegenteil: In ihrem Rollenspiel "Of Orcs and Men" für Xbox 360, PS3 und PC sind Orks eine bedrohte Spezies und die Menschen abgrundtief böse Tyrannen.

Das Reich der Menschen steht kurz vor dem Abschluss einer jahrzehntelangen, aggressiven Expansionspolitik. Als Resultat sollen die letzten freien Orks und Goblins abgeschlachtet oder versklavt werden. Das will sich der Ork-Clan der "Blutkiefern" nicht gefallen lassen: Man schickt den Zweieinhalb-Meter-Hünen Arkail mitten ins Feindesland, damit der dem menschlichen Imperator höchstpersönlich den Schädel zertrümmert. Weil der muskulöse Heißsporn aber weder den Weg kennt noch die für eine solche Mission nötige Besonnenheit mitbringt, stellt ihm sein Clan-Chef den cleveren Goblin Styx zur Seite.

Prügeln oder Schleichen

So ungewöhnlich der Kniff des Rollentausches auch sein mag, so wenig machen die französischen Entwickler letztlich daraus. Die Aufgaben im grünen Helden-Duo sind klar verteilt: Wo Arkail nach dem Motto "Erst schlagen, dann fragen!" durch die Siedlungen und Festungen der Menschenarmee walzt, geht der hakennasige Kobold lieber dezent vor: Ist ein Feind dumm genug, ihm den Rücken zuzuwenden, geht Styx in den Schleichmodus, um den Menschling danach hinterrücks zu meucheln.

Wer's in den Gefechten dagegen lieber brachial und brutal hat, der darf stattdessen jederzeit in die pockennarbige Haut des Orks wechseln: Der haut seine Widersacher mit wuchtigen Hieben aus den Latschen, brüllt sie ordentlich zusammen, schleudert ihnen kurzerhand den kleinen Kobold-Kollegen an die Birne oder wird zum Berserker, der unkontrolliert auf alles eindrischt, was sich bewegt.

Of Orcs and Men

Wie gut das im Einzelnen funktioniert, entzieht sich allerdings der Spielerkontrolle, denn Arkail und Styx lassen sich im Kampf nicht direkt manövrieren. Vielmehr pausiert man das Geschehen und gibt den beiden per Kommandomenü bis zu vier gewünschte Aktionen vor - darunter auch der Einsatz von allerlei Talenten und Spezialfähigkeiten, die sich im Lauf des Abenteuers erlernen lassen. Danach heißt es beim automatisch ablaufenden Schlagabtausch "Zuschauen und auf den Sieg hoffen".

Spielebewertung
Of Orcs and Men

Hersteller: Focus Home Interactive/Cyanide
Vertrieb: Koch Media
Genre: Rollenspiel
Preis: ca. 60 Euro
Schwierigkeit: Fortgeschrittene
Alter: ab 12 Jahren

Bewertung

Grafik: gut
Steuerung: befriedigend
Sound: gut
Spielspass: befriedigend
Gesamt: befriedigend

Ein zäher, frustiger Brocken

Schade nur, dass der bei "Of Orcs and Men" viel zu selten eintritt: Selbst auf dem niedrigsten Schwierigkeitsgrad ist die Mixtur aus Rollenspiel und Strategie ein zäher, frustiger Brocken, dem es an Tempo, Wucht und vor allem an Handlungsfreiheit mangelt. Die Schauplätze sind bis auf wenige Ausnahmen recht klein und linear geraten. Verlaufen ist hier nahezu unmöglich. Entsprechend wenig gibt es an versteckten Schätzen zu finden. Hinzukommen die stets ähnlich aufgebauten Aufträge (von A nach B laufen und alle Feinde vor Ort besiegen) sowie die Tatsache, dass es in den Gesprächen zwar unterschiedliche Antwortmöglichkeiten gibt, diese sich aber kaum auf den weiteren Verlauf auswirken.

Fazit: Obwohl "Of Orcs and Men" ein hübsch präsentiertes und erfrischend anderes Szenario auffährt, bleibt der Titel weit hinter seinem Potenzial zurück. Auch die beiden grafisch hervorragend gestalteten Helden können mit ihrem halbherzigen und humorbefreiten Gezänk nicht so recht punkten. So bleibt der Kampf gegen die "Weißhäute" unter dem Strich ein Genre-Sonderling für Skurrilitäten-Sammler aus dem Fantasy-Fach. (_teleschau - der mediendienst)

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