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"XCOM: Enemy Unknown" tritt in große Fußstapfen

23.10.2012 | 11:45 Uhr
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Widerstand zwecklos? Mitnichten! In "XCOM: Enemy Unknown" erleben PC- und Konsolenspieler ein spannenden Krieg der Welten, der stets auf Messers Schneide verläuft. Dabei tritt die Neuauflage des Klassikers "UFO: Enemy Unknown " in große Fußstapfen und schafft es, diese auszufüllen.

"Es gibt zwei Möglichkeiten: Entweder wir sind allein im Universum. Oder nicht. Beide Vorstellungen sind beängstigend." Mit diesem Zitat des britischen Science-Fiction-Schriftstellers Arthur C. Clarke ("2001: Odyssee im Weltraum") beginnt "XCOM: Enemy Unknown " - und endet die langjährige Wartezeit auf eine zeitgemäße Neuauflage des Klassikers "UFO: Enemy Unknown" von 1994. Das Erbe, das Entwickler Firaxis antritt, ist kein leichtes. Schließlich gilt das Vorbild als eines der besten und schwierigsten Taktik- und Strategiespiele überhaupt.

So viel vorweg: Das Remake ist nicht mehr ganz so komplex wie das Original, aber immer noch über alle Maßen fordernd - und ein klares Zeichen gegen den Casual-Wahn der Hersteller. Jeder falsche Schritt kann für einen Soldaten im Gefecht unwiderbringlich der letzte sein, jede falsche Entscheidung auf Kommandoebene das Ende der Erde bedeuten. Die wird von Außerirdischen angegriffen und muss verteidigt werden. Offenbar aber nicht zu jedem Preis: Denn die großen Nationen zeigen sich knausrig, was die finanzielle Unterstützung der titelgebenden Erdverteidigungsorganisation betrifft ...

Satelliten gegen Panik

Wie die Vorlage besteht auch das Remake aus zwei unterschiedlichen Spielphasen. In einer davon beschäftigt sich der Spieler als Befehlshabender der "XCOM" in erster Linie damit, seine Basis um Labore, Werkstätten, Kontrollzentren und Kraftwerke zu erweitern, die Erforschung der Alien-Aggressoren und ihrer Technik voranzutreiben, mit den gewonnenen Erkenntnissen und eingesammelten Ressourcen neues Rüstungsequipment anzuschaffen, Soldaten zu trainieren und ein weltumspannendes Satellitennetzwerk zu installieren, um die Geldgebernationen bei Laune zu halten.

Was gar nicht so einfach ist: Nicht selten muss man sich zwischen mehreren Brandherden auf der Welt entscheiden. Entführungen in Australien, ein abgestürztes UFO in den USA oder ein Angriff auf München? So groß der Dank jener Nation auch sein mag, der man zur Hilfe eilt - im selben Maß steigt die Panik in den anderen Ländern. Erreicht die Angst vor den Aliens einen kritischen Wert, tritt das betroffene Land aus der Allianz aus und stellt sämtliche Unterstützungszahlen ein. Die Folge: Das Budget der "XCOM"-Truppe wird noch schmaler, das Unterfangen, die Aliens weltweit zu jagen und zur Strecke zu bringen, nahezu aussichtslos - zumal die Einsätze schnell in den Regionen "schwer" und "sehr schwer" angesiedelt sind.

XCOM: Enemy Unknown

Diese Kampfeinsätze sind der zweite Bestandteil des Spiels - und der wesentlich spannendere. Mit anfangs vier, später bis zu sechs Soldaten zieht man in rundenbasierte Gefechte, um Zivilisten zu retten, abgestürzte UFOs zu bergen oder gar außer- wie unterirdische Basen zu infiltrieren. Jeder Soldat hat dabei im Grunde zwei Aktionen: Diese kann er nutzen, um ein paar Schritte zu laufen, sich hinter einer Deckung zu verschanzen, auf Aliens in Sichtweite zu schießen, eine Granate zu werfen, ein Medipack einzusetzen oder den Kollegen Feuerschutz zu geben. Oder aber er spurtet weite Strecken übers Schlachtfeld und hofft am Ende, nicht dem Feind in die Arme zu laufen.

Mauern bieten keine Sicherheit

Je nach Spezialisierung des Kämpfers kommen noch ein paar taktische Winkelzüge zur Geltung: So kann ein Sturmsoldat selbst nach dem Spurt noch schießen. Für das Abfeuern seines Raketenwerfers braucht ein schwerer Marine allerdings beide Aktionspunkte. Und auch der Scharfschütze muss sich entscheiden: schießen oder bewegen? Anfangs zumindest. Mit zunehmender Erfahrung werden weitere Zusatztalente freigeschaltet.

So entwickeln sich auf nicht gerade abwechslungsreichen, dafür aber voll zerstörbaren Schauplätzen intensive und spannende Geplänkel, die nur bei bester Planung glimpflich für die "XCOM"-Truppe ausgehen. Aber selbst wer seine Mannen brav hinter einer Mauer platziert, sollte sich nicht zu sicher fühlen. Die Steine zerbröseln bei Beschuss, Autos explodieren irgendwann, wenn sie Feuer gefangen haben. Wer die Künstliche Intelligenz unterschätzt, kann die halbe Mannschaft verlieren - und zwar dauerthaft. In der Basis kündet ein Mahnmal von allzu forscher Herangehensweise. Regelmäßiges Speichern ist deshalb Pflicht für alle "XCOM"-Kommandeure.

Nicht locker lassen

Spielebewertung
XCOM: Enemy Unknown

Hersteller: Firaxis Games
Vertrieb: 2K Games
Genre: Strategie
Preis: ca. 60 Euro
Schwierigkeit: Fortgeschrittene
Alter: ab 16 Jahren

Bewertung

Grafik: gut
Steuerung: gut
Sound: gut
Spielspass: sehr gut
Gesamt: sehr gut

Doch nicht nur der Aufbau der Gefechte ist gelungen. Nahaufnahmen, Zeitlupen und Perspektivwechsel lockern das taktische Geschehen immer wieder auf, können aber über die geringe Anzahl an Schauplätzen, kleinere Grafikfehler und Kameraprobleme nicht ganz hinwegtäuschen.

Nichtsdestotrotz entfaltet "XCOM" wie das Original schon nach kurzer Zeit eine ungemeine Sogwirkung, der sich weder "UFO"-Veteranen noch Neulinge entziehen können. Klar, die Mischung aus Aufbaustrategie, Rollenspielelementen und rundenbasierter Taktik ist fordernd, aber nie unfair oder frustrierend. Die Folge: Man lässt nicht locker, ehe die Invasion abgewehrt wurde. Oder man fängt im Falle einer drohenden Niederlage von vorne an. (_teleschau - der mediendienst)

 

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