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"WRC 3" geht einen Schritt weiter im Rallye-Genre

08.11.2012 | 08:45 Uhr
"WRC 3" geht einen Schritt weiter im Rallye-Genre
Aller guten Dinge sind drei? Der italienische Entwickler nimmt einen weiteren Anlauf mit dem offiziellen Spiel zur "World Rally Championship". Foto: Milestone

Wer lieber mit einem Beifahrer im Citroen auf den vereisten Straßen der französischen Seealpen unterwegs ist, als sich auf dem "Forza Horizon"-Festival zu vergnügen oder vor der "Need for Speed"-Polizei zu flüchten, ist bei "WRC 3" genau richtig.

So richtig in Fahrt kamen die offiziellen Spiele zur "World Rally Championship", kurz "WRC" genannt, bislang nicht. Zwar war das Fahrverhalten der Boliden durchaus akkurat. Angestaubte Technik und biederes Ambiente verhinderten aber zuverlässig einein Platz auf dem Genre-Treppchen. Nun startet der italienische Entwickler Milestone auf PC, Xbox 360, PS3 und PlayStation Vita den dritten Versuch.

Zumindest optisch legt "WRC 3" dank neuem Grafikmotor eine Schippe drauf. Dies dürfte aber nur Kennern der Vorversion auffallen. Im Vergleich mit anderen aktuellen Rennspielen zieht "WRC 3" nach wie vor den den Kürzeren. Das beginnt bei der detailarmen Kulisse, erstreckt sich über äußerst sparsam eingesetzte Licht-, Leucht-, Wasser- und Partikeleffekte und endet bei den Automodellen, die aus sichtbar weniger Polygonen zusammengesetzt sind als in "Forza Horizon", "Dirt 3 " oder "Gran Turismo 5 ". Trotz aller Abstriche läuft "WRC 3" nicht halb so rund wie die Konkurrenz und hat auf den Konsolen immer wieder mit kleinen Rucklern zu kämpfen. Darüber hinaus haben sich die Entwickler einmal mehr zum Streckenrecycling hinreißen lassen. Einige Streckenabschnitte wurden nahezu unverändert aus "WRC" und "WRC 2" übernommen.

WRC 3

Apropos: Die Pisten sind derart eng und kurvig, dass der Co-Pilot nahezu ununterbrochen aus seinem Gebetsbuch vorliest. Für eine noch größere Herausforderung sorgen unterschiedliche Streckenbeläge wie Sand (Mexiko), Schotter (Wales), Matsch (Neuseeland) und Eis (Monte Carlo). Wer hier zu viel Gas gibt, zu spät bremst oder das Lenkrad zu stark einschlägt, landet ruckzuck in der Bande. Das hat nicht nur einen herben Zeitverlust zur Folge: Auch die Schäden am Rennboliden wirken sich spürbar auf dessen Fahrverhalten und Steuerung auf. Nur gut, dass "WRC 3" eine Rückspulfunktion bietet, die im begrenzten Maße kleine Fahrfehler und kapitale Crashs ungeschehen macht. Rallye-Novizen profitieren aber auch von den zahlreichen Fahrhilfen und der Möglichkeit, das Können der computergesteuerten Gegner anzupassen.

Jede Menge Luft nach oben

Spielebewertung
WRC 3

Hersteller: Milestone
Vertrieb: Namco Bandai
Genre: Rennspiel
Preis: ca. 50 Euro
Schwierigkeit: Fortgeschrittene
Alter: ab 0 Jahren

Bewertung

Grafik: befriedigend
Steuerung: gut
Sound: gut
Spielspass: gut
Gesamt: gut

Neben den typischen Spielmodi "Einzeletappe", "Einzelrennen" und "Meisterschaft" dürfen sich Rallye-Fans zum ersten Mal am neuen Karrieremodus versuchen. Die als "Road to Glory" bezeichnete Variante bringt mit kurzweiligen Herausforderungen, darunter Kopf-an-Kopf-Rennen in sogenannten "Super Special Stages" und Drift-Wettbewerben, ein wenig Abwechslung in das Rallye-Allerlei. Allerdings dürfte die im Comicstil gehaltene Inszenierung nicht jedermanns Geschmack sein.

Fazit: Auch wenn "WRC 3" immer noch jede Menge Luft nach oben hat, ist der Wille der Entwickler, jedes Jahr ein besseres Spiel abliefern zu wollen, deutlich erkennbar. Handling und Umfang (83 Etappen in 13 Ländern) stimmen bereits. Wenn Milestone jetzt noch die Grafik weiter verfeinert und die bislang recht spartanische Präsentation etwas ansprechender gestaltet, dürfte es beim vierten Teil zum Platz auf dem Genre-Treppchen reichen. (_teleschau - der mediendienst)

 

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