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"WoW: Mists of Pandaria" läutet den Abschied aus Azeroth ein

06.11.2012 | 08:45 Uhr
"Mists of Pandaria" wertet World of Warcraft ein weiteres Mal auf. Dennoch ist das Spielprinzip langsam veraltet.

Kung-Fu-Pandas und eine asiatisch-anmutende Welt: "Mists of Pandaria" bietet "World of Warcraft"-Spielern jede Menge neue Inhalte. So können Spieler ihre Haustiere kämpfen lassen oder einen eigenen Acker bewirtschaften. Aber reicht das auch, um den Abonnentenschwund aufzuhalten?

Seinen Zenit überschritt "World of Warcraft" im Oktober 2010: Damals waren zwölf Millionen User in den Weiten des Online-Rollenspiels unterwegs. Seitdem schrumpfte die Abonnentenzahl kontinuierlich - zuletzt auf knapp neun Millionen.

Vor allem in Asien haben viele Spieler der Fantasywelt Azeroth den Rücken gekehrt. Betreiber Blizzard setzt deshalb alle Hoffnungen auf die mittlerweile vierte kostenpflichtige Erweiterung "Mists of Pandaria", die sich innerhalb der ersten Woche zwar 2,7 Millionen Mal verkauft, aber bislang nur knapp ein Drittel der Nutzerschaft überzeugt hat.

Horde oder Allianz?

Das Addon verfrachtet "World of Warcraft"-Fans auf den fernöstlich anmutenden Kontinent Pandaria, wo knuffige, biersaufende Kung-Fu-Pandas hausen und der insgesamt in sieben riesige Zonen eingeteilt ist. Wer sich für die neue Rasse der Pandaren erwärmt, muss sich nach den Abenteuern im neuen Startgebiet (eine gigantische Schildkröte, auf deren Rücken sich eine Insel befindet) entscheiden, ob er auf Seiten der Horde oder der Allianz auf den alten Kontinent zurückkehrt, um sich dort auf dem Weg zur neuen Höchststufe 90 all den Herausforderungen zu stellen, die zuvor schon mit zig anderen Charakteren gemeistert wurden.

Immerhin macht es Spaß, einen Pandaren mit der neuen Heldenklasse Mönch zu kombinieren. Der Martial-Arts-Kampfstil ist knuffig und geschmeidig animiert. Später kann die Klasse sogar auf die Rolle des Tanks, des Heilers oder des Schandenausteilers getrimmt werden. Apropos: Blizzard hat das Talentsystem gehörig umgestaltet. Es gibt keine Talentbäume mehr. Stattdessen wird alle 15 Stufen ein Talentpunkt vergeben. Eine gute Entscheidung, gestaltet sich das neue System doch ungleich dynamischer, taktischer und übersichtlicher als die alte Variante, vor allem in Kombination mit den überarbeiteten Glpyhen, die sich ebenfalls auf die Fähigkeiten auswirken.

WoW: Mists of Pandaria

Ab Stufe 85 können auf Pandaria die neuen Gebiete bereist und neue Herausforderungen und Dungeons gemeistert werden. Geflogen werden darf in Pandaria aber erst ab Stufe 90, wodurch auf dem Boden recht viel los ist - ein guter Kniff, um das gemeinsame Spielen zu fördern. Insgesamt hat Blizzard neun Fünfer-Dungeons und drei neue Schlachtzüge integriert. Zudem gibt's einen Challenge-Modus, der den Ehrgeiz der Level-90-Helden anstacheln soll, neue Bestzeiten für die Bewältigung von bestimmten Instanzen aufzustellen. Allerdings finden sich neben gewitzten Quests auch die typischen "Sammle X Gegenstände, töte Y Monster"-Aufgaben in Pandaria - wie das besser geht, hat jüngst das herausragende "Guild Wars 2" demonstriert.

Haustierkämpfe und der eigene Acker

Ansonsten will Blizzard mit "Pokémon"-ähnlichen Haustierkämpfen für Abwechslung sorgen. Doch das Sammeln der rund 600 Viecher und die rundenbasierten Duelle mit Dreierteams sind eher ein netter Zeitvertreib als bahnbrechende Neuerung. Spieler-gegen-Spieler-Recken können sich obendrein in jeweils zwei neuen Arenen und Schlachtfeldern austoben, friedlichere Naturen einen eigenen Acker bestellen. Neue Tagesaufgaben gibt es ebenfalls.

Spiele-Bewertung
WoW: Mists of Pandaria

Hersteller: Activision Blizzard
Vertrieb: Activision Blizzard
Genre: Rollenspiel
Preis: ca. 35 Euro
Schwierigkeit: Für Fortgeschrittene
Alter: ab 12 Jahren

Bewertung
Grafik: gut
Steuerung: sehr gut
Sound: sehr gut
Spielspass: sehr gut
Gesamt: sehr gut

Stellt sich die Frage: Reicht das? Nach wie vor ist "World of Warcraft" liebevoll gestaltet und mit seinen Scharen von zahlenden Abonnenten ein echtes Schwergewicht. Auch wenn deren Zahl durch die Veröffentlichung von "Mists of Pandaria" kurzzeitig wieder auf über zehn Millionen hochschnellte, dürfte der Abschied aus Azeroth langsam näherrücken. Auch Blizzard hat die Zeichen der Zeit erkannt und arbeitet bereits seit geraumer Zeit mit über 100 Enwicklern am kommenden Online-Rollenspiel "Titan".

Fazit: Wer nach wie vor seine Freude am Oldie hat, bekommt mit "Mists of Pandaria" jede Menge Quests, eine liebevoll gestaltete Welt und viele Stunden Spielspaß. Wer jedoch lieber eine neue Online-Rollenspielerfahrung sucht, sollte "Guild Wars 2" ausprobieren, das ohne monatliche Gebühren kommt und aufgrund jeder Menge toller Ideen die neue Referenz ist. (_teleschau - der mediendienst)

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