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"Spellforce 2"-Addon "Faith in Destiny" wirkt wie aus einer anderen Zeit

19.06.2012 | 13:45 Uhr
Mit "Faith in Destiny" veröffentlicht Nordic Games eine Standalone-Erweiterung für den Echtzeitstrategie- Rollenspielmix "Spellforce 2" aus dem Jahr 2006. Foto: Nordic Games

Mit dem eigenständig lauffähigen Add-on "Faith in Destiny" belebt der österreichische Entwickler Nordic Games den sechs Jahre alten Klassiker "Spellforce 2" neu und mixt Rollenspiel- und Echtzeitstrategie-Elemente zu einer liebenswürdigen Fantasy-Mär zusammen.

Die "Spellforce"-Reihe gehörte in den Nullerjahren zu jenen ehrgeizigen Spieleprojekten, die auf ihre Art innovativ waren, aber viel zu wenig Beachtung fanden. Wer sich darauf einließ, konnte sich in einer faszinierenden Rollenspielwelt mit spannenden Echtzeitkämpfen und strategischem Basenbau verlieren. Nach vielen Irrungen und Wirrungen bringt Nordic Games nun das schon fast vergessene Add-on "Faith in Destiny" auf den Markt.

Kaum jemand glaubte mehr an "Faith in Destiny". Als der Publisher JoWood 2011 Insolvenz anmelden musste , schien auch das Schicksal der "Spellforce"-Reihe besiegelt zu sein. Entwickler Dreamcatcher hatte in Kanada am eigenständigen Add-on "Faith in Destiny" gestrickt, aber die Arbeiten waren noch nicht sonderlich weit gediehen, um einen Release zu ermöglichen.

Das österreichische Studio Nordic Games übernahm das Projekt von Dreamcatcher und brachte es nun zu einem respektablen Ende. "Faith in Destiny" atmet das liebenswürdige Flair der alten "Spellforce"-Spiele und wirkt - trotz leicht entstaubter Grafik - wie ein Gruß aus einer längst vergangenen Zeit.

Ausgewogenen Mischung aus Rollenspiel und Echtzeitstrategie

Dem Spieler wird eine komplett neue Kampagne in einer sehr eigenständigen Welt geboten. Dort tummeln sich fünf Fraktionen und zehn verschiedene Rassen - von menschlichen Helden und plumpen Orks, durchtriebenen Dunkelelfen und dämonischen Kräften wird alles aufgeboten, was ein zünftiges Fantasy-Universum ausmacht.

Der besondere Reiz des Spiels besteht in der ausgewogenen Mischung aus Rollenspiel und Echtzeitstrategie: Während man sich mit seiner Heldenschar durch gegnerische Horden prügelt, gewinnen die Recken an Erfahrung und dürfen die errungenen Punkte im weit verzweigten Talentbau in den Ausbau ihrer Fertigkeiten stecken.

Spellforce 2 Faith in Destiny

Unterstützt wird die Hauptfigur von einer Reihe schillernder Charaktere mit ganz speziellen Fähigkeiten: Die Elfe Io beispielsweise versteht sich meisterhaft auf den Umgang mit Pfeil und Bogen, während Caine als Jäger des Abgrunds über besonderes Wissen über jene Dämonen verfügt, die die Inselwelt von "Spellforce" bedrohen.

Spiele-Bewertung
Spellforce 2 Faith in Destiny

Hersteller: JoWooD
Vertrieb: Nordic Games
Genre: Strategie
Preis: ca. 25 Euro
Schwierigkeit: Fortgeschrittene
Alter: 12 Jahren

Bewertung

Grafik: befriedigend
Steuerung: befriedigend
Sound: gut
Spielspass: gut
Gesamt: gut

Nostalgischer Charme

Grafisch kann "Faith in Destiny" nicht mehr mit aktuellen Produktionen mithalten - das Ganze hat - höflich formuliert - nostalgischen Charme. Gemessen an heutigen Standards fällt die Steuerung gerade beim Handling der Charaktere recht umständlich aus.

Man bewegt sich zwar standardmäßig in Point&Click-Manier über die zoombare Karte und darf im Kampf auf sogenannte Quick-Action-Buttons zurückgreifen, um besondere Aktionen auszulösen. Gleichzeitig schlägt man sich aber auch mit nicht sonderlich intuitiven Fenstern herum, wenn es etwa darum geht, seine Recken auszurüsten. Trotzdem schafft es Nordic Games, den Spieler mit einer durchaus spannend erzählten Geschichte und zauberhafter Atmosphäre an den Bildschirm zu fesseln.

Fazit: Wer auf der Suche nach einem Rollenspiel ist, das den heutigen technischen Standards gerecht wird, mag von "Faith in Destiny" enttäuscht sein. Es lohnt sich jedoch durchaus, sich auf die inneren Werte dieses späten "Spellforce"-Nachzüglers einzulassen. (_teleschau - der mediendienst)

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