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Action-Adventure

"Sorcery" - zaubern und kämpfen mit dem Move-Controller

01.06.2012 | 08:46 Uhr
"Sorcery" - zaubern und kämpfen mit dem Move-Controller
Die Kämpfe in "Sorcery" per Move-Controller arten mitunter in wilde Fuchtelei aus.Foto: Sony

Move... Move...? Da war doch was? Sony veröffentlicht nach langer Pause wieder ein Spiel für seine Bewegungssteuerung, das mehr als ein schlichter Party-Spaß sein soll. Doch auf ganzer Linie überzeugen kann das Zauberspektakel "Sorcery" dann doch nicht.

Über eineinhalb Jahre ist es jetzt her, da wollte Sony mit der PlayStation3-Erweiterung Move an den Erfolg von Nintendos Wii-Bewegungssteuerung anknüpfen: Hampeln, zappeln, locker aus dem Handgelenk schwingen, auf den Bildschirm zeigen und - so die Theorie - buchstäblich ins Geschehen eingreifen. Ohne große Verzögerungen, dafür mit präziser Erfassung. Technisch mag das sogar gelungen sein. Nur ist der Zauber mittlerweile verflogen. Intelligent angepasste Move-Spiele sucht man unter dem Gros der veröffentlichten Party-Games vergebens. "Sorcery" soll das nun ändern.

Goethes "Zauberlehrling" einmal ganz anders: "Sorcery" entführt PS3-Spieler in eine mittelalterliche Welt und vertraut ihnen den jungen Finn an, der in seinem Übermut Geister rief, die er nur noch mit viel Mühe und Körpereinsatz wieder los wird. Genauer gesagt: Der Junge hat unbeabsichtigt den Zorn der Albtraumkönigin auf sich gezogen, die nun das Land mit ihren zahllosen Handlangern zu verwüsten droht.

Eintönige Abläufe

Finn muss die Dinge also wieder gerade rücken - mithilfe einer sprechenden Katze, Magie und dem Move-Controller, der hier wie ein Zauberstab geschwungen wird. Sechs Zauberformeln gibt es im Lauf des Abenteuers zu erlernen. Blitze und Erdbeben leisten anfangs gute Dienste, später kommen Wirbelwinde, Feuer- und Eisbälle dazu, die sich auch miteinander kombinieren lassen. Eine Feuerwand plus Wirbelwind ergibt beispielsweise eine brennende Luftsäule. Darüber hinaus kann Finn allerlei Tränke brauen, die - mit entsprechender Bewegung in den Rachen gekippt - seine Gesundheit wiederherstellen oder permanent seine Fähigkeiten steigern. Hört sich nach jeder Menge Abwechslung, Bewegungsfreiheit und gewaltigem Umfang an, doch das Ergebnis ist eher ernüchternd.

Sorcery

Nach fünf bis sechs Stunden schaltet man die Konsole schon wieder aus - einerseits, weil Land und Leute gerettet sind, andererseits, weil das Mixen magischen Gebräus auf Dauer öde wird und das Handgelenk nach hundertfacher Wiederholung der immergleichen Ausholbewegung schmerzt. "Sorcery" ist über weite Strecken ein spielerisch monotoner, linearer und rätselarmer Third-Person-Shooter. Weil die Technik trotz automatischer Zielaufschaltung nicht so präzise wie versprochen funktioniert und vor allem bei höher positionierten Gegnern versagt, schüttelt und rüttelt man den Controller im Akkord. Irgendein magischer Bolzen wird schon treffen.

Reich an Steuerungsmöglichkeiten, arm an Ideen

Lediglich bei Duellen mit dickeren Brocken ist etwas Taktik gefragt: Beim Kampf gegen ein Baummonster müssen beispielsweise erst dessen Füße eingefroren werden, ehe man ihm ernsthaft Schaden zufügen kann. Dazwischen weicht man mit Hechtrollen seinen Attacken aus oder blockt sie mit einem magischen Schild. Schlösser und Rätsel jedwelcher Art lassen sich dagegen im Handumdrehen knacken - buchstäblich.

Spiele-Bewertung
Sorcery

Hersteller: The Workshop
Genre: Action-Adventure
Preis: Ca. 40 Euro
EAN Code: 0711719226338
Schwierigkeit: Für Einsteiger
Alter: ab 12 Jahren
Multiplayer: nein

Bewertung

Grafik: befriedigend
Steuerung: befriedigend
Sound: gut
Spielspass: befriedigend
Gesamt: befriedigend

Zugutehalten muss man Sony jedoch, dass die Entwickler den Einsatz des Move-Controllers aufs Zaubern beschränkt und nicht überstrapaziert haben. Gesteuert wird Finn nämlich präzise mit dem Analogstick des PS3-Pads oder alternativ mit dem Move-Navigations-Controller. Geklettert wird auf Knopfdruck. Und auch die märchenhafte Aufmachung kann sich durchaus sehen lassen. Alles in allem "Sorcery" als "bezaubernd" zu bezeichnen, wäre wohl aber zu viel des Guten - zumal es dem Titel an Wiederspielwert fehlt und interessante Ideen wie die Verwandlung in eine Ratte oder einen Vogel nicht einmal ansatzweise genutzt werden. (_teleschau - der mediendienst)

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