Das aktuelle Wetter NRW 26°C
Rennspiel

"Slingshot Racing" bringt frischen Wind ins Rennspiel-Genre

22.06.2012 | 08:45 Uhr
"Slingshot Racing" gehört im Alles-schon-tausend-Mal-gesehen-AppStore zu den wenigen Spielen, die wieder frischen Wind in ihr Genre bringen. Foto: Crescent Moon Games

Dieses iOS-Rennspiel hat einen Haken - und der ist entscheidend, denn "Slingshot Racing" verzichtet komplett auf übliche Steuerungsmethoden und lässt die Fahrzeuge quasi "an der Leine" um die Kurven flitzen.

Bei "Slingshot Racing" muss man sich von den üblichen Steuerungsmethoden komplett verabschieden. Denn anstatt selbst zu lenken, zieht man bei diesem 2D-Rennspiel sprichwörtlich an der Leine. Die erfrischende Kurventechnik ist das Highlight des ansonsten eher konservativen iPhone - und iPad -Titels und sorgt für ein unverbrauchtes Fahrvergnügen.

"Slingshot Racing" gehört im Alles-schon-tausend-Mal-gesehen-AppStore zu den wenigen Spielen, die wieder frischen Wind in ihr Genre bringen. Um sich diesem Aspekt gebührend widmen zu können, erst mal den - recht gewöhnlichen - Rest in aller Kürze. Die Grafik? Nett, aber nicht überragend. Der Sound? Die Effekte sind okay, die Musik erinnert dagegen furchtbar an die unsägliche Mucke deutscher Mitt-90-er-Fußballmanager. Die Spielmodi? Der übliche Karriere-Modus mit diversen Mini-Ligen, die man mit eingefahrenen Schraubenmuttern mehr oder weniger schnell freischaltet, darf natürlich nicht fehlen. Der Multiplayer-Modus gibt sich halbwegs innovativ, indem mehrere Piloten gleichzeitig an einem Screen spielen können. Andererseits fehlt leider jeglicher Online-Part.

Der Radius machts

Das Besondere an "Slingshot Racing" ist die Kurventechnik. In jeder Biegung steht ein Turm, an den man sein mitgeführtes Seil einhaken darf. Ist das geschehen, geht es wie auf Schienen um die Kurve.Foto: Crescent Moon Games

Das Besondere ist jedoch die Kurventechnik. Sie macht "Slingshot Racing" zu einem One-Touch-Rennspiel, ohne jedoch die mit dieser Steuerungsmethode meist verbundene übertriebene Simplizität erleiden zu müssen. Die Idee: In jeder Biegung steht ein Turm, an den man sein mitgeführtes Seil einhaken darf. Ist das geschehen, geht es wie auf Schienen um die Kurve. Und zwar im gleichmäßigen Radius - Schneiden gibt es ebenso wenig wie eine (aktive) Richtungsänderung auf der Geraden.

Grundsätzlich ist die Innenbahn die schnellste. Was für die nächste Kurve aber automatisch die Außenbahn bedeutet. Ein Dilemma, das sich mit der Spielmechanik aber umgehen lässt: Sie ist fein und ausgeklügelt genug, um mit Geschicklichkeit, Reaktionsschnelligkeit und einer Prise Taktik und Planung eine perfekte Runde zu ermöglichen.

Getimtes Ein- und Ausklinken

Im Kurveneingang, also beim Einhaken, kommt es eigentlich nur darauf an, rechtzeitig auf den Bildschirm zu tippen. Verpasst man den idealen Punkt, wird der Kurvenradius größer. Verpasst man ihn deutlich, reißt das eingehakte Seil den Schlitten schlagartig in eine andere Richtung, was einen ordentlichen Geschwindigkeitsverlust bedeutet. Noch wichtiger ist das gut getimte Ausklinken: Wird das Seil zu früh oder zu spät eingeholt, hängt man schon an der nächsten Bande.

Slingshot Racing

Die Schlitten beschleunigen zwar wieder selbstständig, der zwischenzeitliche Zeitverlust kann aber schon entscheidend sein. Neben mangelhafter Turmtechnik bremsen auch Hindernisse wie Schneemänner oder Gräben den Schlitten ein - was je nach Spielmodi tödlich ist.

Spiele-Bewertung
Slingshot Racing

Hersteller: Crescent Moon Games
Vertrieb: Apple
Genre: Rennspiel
Preis: 2,39 Euro
Schwierigkeit: Einsteiger und Fortgeschrittene
Alter: ab 6 Jahren

Bewertung

Grafik: befriedigend
Steuerung: sehr gut
Sound: befriedigend
Spielspass: gut
Gesamt: gut

Neben der Zeitenhatz und normalen Rennen gegen drei Kontrahenten stehen noch "unter Zeitdruck Zahnräder aufsammeln" und "Last Man Standing" zur Auswahl. Bei Letzterem werden zu langsame Nachzügler von einer Mischung aus Mähdrescher und Schneepflug zu einem Metallklumpen verarbeitet.

Spielerisch passt es also im Großen und Ganzen. Das Steuerungskonzept wirkt in der Theorie arg limitiert, stellt aber durchaus gehobene Ansprüche an den Schlittenführer. Speziell in schnellen Links-Rechts-Passagen ist viel Gefühl gefragt, die Bandbreite zwischen "gut gemacht!" und "totaler Reinfall" sehr groß.

Dürftig ist allein die Ausstattung von "Slingshot Racing". Ein paar mehr einfallsreich gestaltete Strecken hätten nicht geschadet. Auch verschiedene oder aufrüstbare Schlitten, mehr Spielmodi und Variationen bei der Seilbenutzung vermisst man ein wenig. Immerhin ist der Preis mit 2,39 Euro halbwegs hoch angesetzt. Als Abwechslung im 2D-Rennspiel-Einerlei ist "Slingshot Racing" dennoch sehr willkommen. (_teleschau - der mediendienst)

Facebook
Kommentare
Umfrage
Nach der jüngsten Preiserhöhung kehren viele Wirte Sky den Rücken . Wo verfolgt ihr Bundesliga- und Champions-League-Spiele?

Nach der jüngsten Preiserhöhung kehren viele Wirte Sky den Rücken . Wo verfolgt ihr Bundesliga- und Champions-League-Spiele?

 
Fotos und Videos
The Last of Us Remastered
Bildgalerie
Action
Gods Will be Watching
Bildgalerie
Point&Click
"The Western Front Armies"
Bildgalerie
Fotostrecke
Aus dem Ressort
"The Last of Us" bleibt ein schrecklich schönes Meisterwerk
Action
Naughty Dog, Entwickler der stilprägenden "Uncharted"-Reihe und Garant für großes interaktives Kino, veröffentlichte mit "The Last of Us" ein aufwändig produziertes Zombie-Road-Movie, das Mitte letzten Jahres das Ende der PlayStation3-Ära einläutete. Mehr ging grafisch nicht. Jetzt schon ...
"Gods Will Be Watching" zeigt ein hoffnungsloses Universum
Point&Click
Der spanische Indie-Entwickler Deconstructeam zwingt den Spieler zu harten moralischen Entscheidungen: Im Point&Click-Abenteuer "Gods Will be Watching" geht es das blanke Überleben. Ein Spiel für Fans von ungewöhnlichen Spielkonzepten.
"Guacamelee" macht sich auf noch mehr Konsolen breit
Action
Auf der PS3 und PS Vita bereits ein Indie-Hit, nun endlich auch für PS4, Xbox One, Xbox 360 und Wii U erhältlich: "Guacamelee" ist in der "Super Turbo Championship Edition" ein irres Jump&Run mit mexikanischem Charme, schicker Grafik, neuen Inhalten, aber auch alten Design-Schnitzern.
"The Western Front Armies" erweitert Multiplayer von CoH 2
Strategie
Nur für Online-Generäle: "The Western Front Armies" erweitert den Multiplayer-Modus von "Company of Heroes 2" um neue Fraktionen und Karten. Von der Ost- geht es an die Westfront. Fraglich bleibt, ob eine reine Multiplayer-Erweiterung auch den Preis von 20 Euro rechtfertigt.
"Oddworld - Abe's Oddysee" schafft sympathisches Comeback
Action-Adventure
Abe meldet sich zurück: schöner denn je, charmant wie immer. Mit "Oddworld - Abe's Oddysee" ist Serienschöpfer Lorne Lanning ein Comeback des legendären Außerirdischen gelungen. Das Spiel wagt den Sprung in die dritte Dimension, verliert dabei aber kaum was von seinem ursprünglichen Reiz.
Weitere Nachrichten aus dem Ressort
Oddworld - Abe's Oddysee
Bildgalerie
Fotostrecke
Drachenzähmen leicht gemacht 2
Bildgalerie
Action
Wii Sports Club
Bildgalerie
Minispiele
Divinity: Original Sin
Bildgalerie
Fotostrecke