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Wirtschaftsimulation

Planung steht beim "Landwirtschafts Gigant" im Mittelpunkt

09.11.2012 | 08:45 Uhr
Vorsicht, Verwechslungsgefahr. Beim "Landwirtschafts Giganten" handelt es sich um eine lupenreine Wirtschaftssimulation.Foto: UIG

Sorgfältige Planung statt täglicher Feldarbeit: Im Gegensatz zum "Landwirtschafts-Simulator" und "Agrar Simulator" ist der "Landwirtschafts Gigant" ein reinrassiger Aufbau-Manager-Titel.

"Landwirtschafts Gigant ". Da denkt man unweigerlich an Astragons hunderttausendfach verkauften "Landwirtschafts-Simulator" - und irrt. Denn hier handelt es sich um eine reinrassige Wirtschaftssimulation von Publisher UIG. Dass der mit dem "Agrar Simulator " trotzdem einen "LWS"-Klon in den eigenen Reihen hat, sei hier nur am Rande erwähnt.

Als Zielgruppe hat man sich wohl gleichermaßen erfahrene wie anspruchsvolle Wirtschaftssimulations-Fans ausgesucht. Trotz aller Komplexität ist jedoch alles schön zugänglich, ein Tutorial tut sein Übriges. Dabei erklärt sich das Spielprinzip größtenteils von selbst.

"Landwirtschafts Gigant"

Als angehender Jungbauer hat man zwar eine Million Euro in der Tasche, aber weder Grund und Boden noch Fahrzeuge und Gebäude. Also wird erst einmal ordentlich investiert. Bis die rudimentäre Infrastruktur (Haupthaus, Fahrzeughalle, Trecker) steht, ist die Million auch fast schon wieder weg. Mehr als ein oder zwei kleine Warenkreisläufe sind anfangs nicht drin: Idealerweise hat der ambitionierte Bauer eine kleine Rinderzucht aufgemacht, versorgt sich mit Gras von seinen eigenen Feldern und verkauft das schnell nachwachsende Vieh gewinnbringend an die nächste Stadt. Natürlich ist auch eine Karriere als Ackerbauer möglich, doch bei mindestens genauso viel Schufterei und Detailarbeit (unter anderem kann man sogar den pH-Wert des Bodens bestimmen) fällt der Ertrag beim Anbau von Getreide und Feldfrüchten deutlich niedriger aus - in diesem Punkt wurde die Spielbalance ordentlich vermasselt.

Alles muss man Selber machen

Apropos Schufterei: Der "Landwirtschafts Gigant" hält den virtuellen Bauern mit einer Vielzahl an fein ineinander verwobenen Spielelementen und -mechaniken sowie einem breiten Spektrum von Warenkreisläufen bei der Stange. Um praktisch alles - vom Ansäen über die Ernte und der standesgemäßen Lagerung bis hin zur Herstellung eigener Endprodukte - muss man sich hier kümmern. Das verkommt aufgrund der verqueren Bedienung zwar mitunter zur Qual, wird aber selten langweilig, weil bei der Entwicklung offenbar die größtmögliche Handels- und Handlungsfreiheit als Credo ausgegeben wurde.

Wer diese Freiheit im als "Kampagne" getarnten Endlosspiel eher als kontur- und ziellos empfindet, darf sich an einer der zehn Szenarien versuchen. Die spielen zwar genauso wie die Kampagne auf der immer gleichen, langweilig gestalteten Pseudo-Deutschland-Karte, haben aber wenigstens eigenständige Startbedingungen und recht abwechslungsreiche Zielvorgaben. Irgendetwas, das als Künstliche Intelligenz oder Konkurrenz durchgehen würde, ist in beiden Varianten aber nicht vorhanden. Man spielt komplett für sich alleine, selbst in den Städten gibt es keinerlei Nebenbuhler bei Aufträgen und Absatzmärkten.

Kein Präsentationswunder

Spielebewertung
Landwirtschafts Gigant

Hersteller: UIG
Vertrieb: UIG
Genre: Management
Preis: ca. 30 Euro
Schwierigkeit: Fortgeschrittene und Profis
Alter: ab 0 Jahren

Bewertung

Grafik: ausreichend
Steuerung: gut
Sound: ausreichend
Spielspass: gut
Gesamt: befriedigend

Dass bei einem Projekt dieser Ausrichtung keine Präsentationswunder zu erwarten sind, war klar. So kann die Grafik zumindest ihre Übersichtlichkeit als Pluspunkt verbuchen. Ansonsten fallen sowohl Optik als auch Soundkulisse in die "gerade noch erträglich"-Kategorie. Die Steuerung selbst wiederum geht zwar in Ordnung, dafür erlaubt sich die allgemeine Bedienlogik immer wieder deutliche Ausreißer nach unten. Hinzukommen Fehler und eine schludrige Programmierung, die selbst ein eiligst veröffentlichter Patch noch nicht gänzlich beheben konnte. (_teleschau - der mediendienst)

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