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"PES 2013" - bessere Ballkontrolle trotz alter Verletzungen

27.09.2012 | 08:46 Uhr
"PES 2013" - bessere Ballkontrolle trotz alter Verletzungen
"PES 2013" überzeugt mit einer deutlich besseren und anspruchsvolleren Ballkontrolle. Allerdings leidet der Titel auch jetzt noch unter seinen alten Schwächen.Foto: Konami

Konami betreibt im Kampf um die virtuelle Fußball-Krone Feinschliff: Künstliche Intelligenz und Kontrollen wurden in "Pro Evolution Soccer 2013" überarbeitet, das Tempo hat man ein wenig gedrosselt. Dadurch wirkt das Geschehen auf dem Platz realistischer denn je. Geblieben ist die alte Lizenzschwäche.

Alle Zeichen stehen auf Umbruch: Im nächsten Jahr wird Konamis "Pro Evolution Soccer "-Reihe technisch wohl komplett neu aufgestellt. Die eigenentwickelte Grafik-Engine Fox, die auch bei "Metal Gear Solid" zum Einsatz kommt, soll der Fußballsimulation Beine machen. Ein überfälliger Systemwechsel: Optisch ist der Konami-Kick gegenüber EAs "FIFA" -Reihe im Lauf der letzten Jahre deutlich ins Hintertreffen geraten. Auch in der aktuellen Saison 2013 zieht "PES" klar den Kürzen, bietet PC- und Konsolenspielern im Gegenzug aber größtmögliche Freiheiten bei der Ballkontrolle.

Die drei entscheidenden Neuerungen beim Spielgeschehen und Steuerung heißen diesmal "PES FullControl", "Player ID" und "ProActive AI". Die "volle Kontrolle" ermöglicht verschiedene Ballannahmen, Finten, präzise Tacklings oder Torabschlüsse. Mit etwas Übung und Fingerspitzengefühl legt man sich eine hohe Flanke mit der Brust punktgenau für einen Volleyschuss vor, hebt einen scharfen Flachpass mit Knopfdruck auf den rechten Stick an, um ihn anschließend über den Verteidiger im Rücken zu lupfen, tunnelt Torwärte im letzten Moment, dirigiert Mitspieler für erfolgreiche Doppelpässe oder setzt aus der Distanz zu Flatterschüssen an.

Maskenhafte Spielergesichter

Wie das alles geht, zeigen zahlreiche Lektionen im Grundlagentraining, die man auf jeden Fall absolvieren sollte, um gegen die Künstliche Intelligenz bestehen zu können. Denn auch sie wurde maßgeblich überarbeitet. In der Defensive stellt der Computergegner geschickt die Räume zu, fängt Bälle ab und antizipiert auch mal die Laufwege voraus.

Zum Glück verhalten sich die eigenen KI-Kollegen ebenfalls schlauer: Sie bieten sich an, stürmen in Erwartung eines langen Passes die Außenbahn entlang oder stoßen geschickt in die Lücken einer Abwehrkette. Um diese zu erkennen, bleibt in "Pro Evolution Soccer 2013" etwas mehr Zeit: Konami hat das Spieltempo einen Tick gedrosselt, sodass Angriffe sorgfältiger geplant und Bälle im Mittelfeld geschickter verteilt werden können. Allein die Torhüter lassen scharfe Flanken und stramme Schüsse immer noch relativ häufig abprallen, sodass viele Tore reine Abstauber sind.

Pro Evolution Soccer 2013

Spielname: Pro Evolution Soccer 2013
Hersteller: PES Productions
Vertrieb: Konami
Genre: Sport
Erhältlich ab: 20.09.2012
Preis: ca. 60 Euro
EAN Code: 4012927054550
Schwierigkeit: Für Fortgeschrittene und Profis
Alter: ab 0 Jahren
Multiplayer: 2-8

Bewertung

Grafik: gut
Steuerung: sehr gut
Sound: gut
Spielspass: sehr gut
Gesamt: sehr gut

Die Player ID fokussiert sich auf die individuellen Eigenschaften und Bewegungen einzelner Promi-Spieler, wobei es Konami bei Cover-Boy Christiano Ronaldo fast ein wenig übertrieben hat. Der Star von Real Madrid ist wie Erzrivale Lionell Messi, der auch das aktuelle "FIFA 13" ziert, kaum vom Ball zu trennen, wieselflink bei Dribblings und brandgefährlich vor dem Tor. Klingelt's im Kasten, wird man dank Wiederholungen Zeuge von teils kuriosen Flugkurven und optisch rech blass gestalteten Spielern. Bei allen neuen Bewegungsanimationen haben die Entwickler offenbar die Mimik vergessen. Die Gesichter der meisten Spieler sind maskenhaft.

Kader sollten aktualisiert werden

Ein kleiner Stimmungsdämpfer - genau wie die etwas monotone Stadionatmosphäre und die Kommentare aus der Konserve. Wolf Fuss und Hansi Küpper wiederholen sich bei der Analyse des Geschehens jedenfalls recht schnell. Größtes Manko der "Pro Evolution Soccer"-Reihe ist und bleibt jedoch die Lizenzschwäche. Bayern München und Schalke 04 sind in diesem Jahr die einzigen Bundesligateams. Meister Dortmund fehlt - trotz der Rechte an der Champions-League.

Diesen Mangel an deutschen Manschaften versucht Konami, durch andere volllizensierte Ligen (Spanien, Frankreich, Italien, Portugal, Niederlande), leicht abgefälschte Teams aus England und Brasilien, vielen Nationalmannschaften sowie mit Wettbewerben wie die Copa Libertadores oder die Europa League wieder auszugleichen - was für Fans der 16 anderen Bundesliga-Clubs aber schlicht nicht auszugleichen ist. Hier hat die "FIFA"-Reihe die Nase vorne, ebenso bei der Modi-Vielfalt - auch wenn "PES 2013" mit den Spielarten "Werde zur Legende" und der Meisterliga off- wie online Stoff für Wochen und Monate bietet.

Pro Evolution Soccer 2013

Apropos Wochen und Monate: Hoffentlich bringt Konami die Kader schnell auf einen aktuellen Stand. Bayern spielt ohne Martinez und Mandzukic, Arsenal London dafür noch mit Van Persie.

Anspruchsvolles Game

Fazit: "PES 13" setzt auf einen hohen Realismusgrad sowie einen taktischen Spielablauf und fordert damit selbst Könner. Ausgelernt hat man in diesem Spiel wohl nie. Selbst nach der 100. Partie überkommt einen das Gefühl, noch neue Tricks und Kniffe dazuzulernen. Nur zu Beginn muss man sich den Spaß regelrecht erarbeiten. Neulingen dürften die verbesserten Details kaum ausfallen - sie sind mit der günstigen Vorgängerversion vermutlich besser bedient. Profis freuen sich auf das stimmigste Spielgefühl seit "PES 6". (_teleschau - der mediendienst)

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