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Max Payne 3 im Test - "Bullet Time" macht noch immer Spaß

23.05.2012 | 08:45 Uhr

Essen.  Ein ehemaliger Noir-Held sieht rot: "Max Payne" versucht im dritten Teil der Action-Reihe den Neuanfang - und gerät dabei in einen Strudel der Gewalt und Selbstzerstörung. Doch auch wenn sich der Held treu geblieben ist und sich immer noch kompromisslos durch die Level ballert - ganz so aufregend wie zu Anfangszeiten fühlt es sich nicht mehr an.

Gebrochen, aber nicht totzukriegen: Fast neun Jahre nach seinem letzten Action-Auftritt kehrt der ehemalige Polizist Max Payne auf den Bildschirm zurück - älter, kaputter und brutaler denn je. Und dennoch: "Max Payne 3" ist großes Charakterkino für ein erwachsenes Konsolenpublikum.

Dem Mann ist keine Ruhe vergönnt: Weil er den Tod seiner Familie (den er in den beiden vorherigen Games so fulminant rächte) noch immer nicht verwunden konnte, ertränkt Max Payne seinen Kummer in den heruntergekommenen Bars des tristen New Jersey - und greift zu Hause zu einer knallharten Kombi aus Billigfusel und Pillen.

Im fernen Sao Paulo versucht er - nicht ganz freiwillig - den Neuanfang: Mit einem Freund von der Polizeiakademie heuert Max bei einem lateinamerikanischen Milliardär als Bodyguard an, um dessen blutjunge Frau Fabiana zu beschützen. Dumm nur, dass Max angewidert vom Reichtum wieder einmal zu tief ins Glas schaut und sein Mündel dabei prompt von der Tanzfläche in einer Schicki-Micki-Disco entführt wird, nachdem er kurz zuvor einen ersten Kidnapping-Versuch des Commando Sombra vereiteln konnte.

Brachiale Gewalt und wilde Verfolgungsjagden

Was dann folgt, das ist der für Payne typische Kriegszustand: Zusammen mit seinem Latino-Kollegen stürmt der kantige Meisterschütze Fußballstadien, verteidigt Bürogebäude, hebt mit brachialer Gewalt Drogennester aus und liefert sich mit den Entführern wilde Verfolgungsjagden an Bord eines Motorboots.

Max Payne 3

Der harte Schnitt im Leben des zynischen und nihilistischen Actionhelden resultiert auch aus einem Entwicklerwechsel: Serien-Erfinder Remedy kümmerte sich in den letzten Jahren für Microsoft um die "Alan Wake"-Horror-Abenteuer. Darum entstand "Max Payne 3" diesmal bei dem "Grand Theft Auto "-Machern Rockstar .

Kein Wunder, dass geübte "Max Payne"-Fans ihren Lieblings-Antihelden zunächst kaum wieder erkennen: Nicht nur, dass der altgediente Action-Haudegen inzwischen reichlich Furchen in der Säufervisage hat und später Glatze und Hawaii-Hemd trägt. Obendrein hat er sich der gängigen Spielmechanik moderner Genre-Titel angepasst: Bei Schießereien sucht er brav die nächstbeste Deckung.

Spiele-Bewertung
Max Payne 3

Hersteller: Rockstar

Vertrieb: Take-Two Interactive

Erhältlich ab: 18.05.2012

Preis: Ca. 60 Euro

EAN Code: 5026555249003

Schwierigkeit: Für Fortgeschrittene

Alter: ab 18 Jahren

Multiplayer: 2-16 (WWW)

Bewertung

Grafik: sehr gut

Steuerung: gut

Sound: sehr gut

Spielspass: gut

Gesamt: sehr gut

Nicht verlernt hat er dagegen die "Matrix"-verwandte "Bullet Time", für die er vor elf Jahren berühmt wurde: Einmal aktiviert, kann er Gegner in Zeitlupe ins Visier nehmen und mit ein bisschen Glück sogar dem einen oder anderen verlangsamten Projektil ausweichen. Die hierfür nötige "Bullet Time"-Energie gibt's für jeden niedergeschossenen Widersacher.

Schnörkellose, geradelinige Levels

Trotz der modernen Deckungssuche und reichlich neuer Falten ist sich Max weitgehend treu geblieben: Er ballert sich ohne jeden Kompromiss durch ebenso schnörkellose wie geradlinige Levels und Heerscharen von bösen Buben. Dabei lebt das Spiel mehr von der übertrieben blutigen Präsentation der Feuergefechte inklusive Kugel-Kamera als vom immergleichen Ablauf.

Wie gewohnt macht der schießwütige Gringo aber vor allem dann eine gute Figur, wenn er sich in zahlreichen Filmsequenzen, deren Bildstörungen und Farbverfremdungen vom Alkohol- und Drogenkonsum künden, eifrig selbst zerfleischt und zusammen mit seinem Kollegen sarkastische Kalauer zum Besten gibt. Oder er - "Stirb langsam" lässt grüßen - fix und fertig, aus zahllosen Schusswunden blutend durch einen verregneten, schlammigen Hinterhof wetzt, während ihm die Kugel seiner Verfolger um die Ohren pfeifen.

Ganz so aufsehenerregend und frisch wie 2001 fühlt sich das heute nicht mehr an, auch die "Bullet Time" haut mittlerweile niemanden mehr vom Hocker. Doch die gelungene Mixtur aus räudigem Actionkino und unrasiertem Cop-Drama macht noch immer Spaß - zumal Mr. Payne zum ersten Mal in seiner Karriere einen voll funktionstüchtigen und Mehrspieler-Modus mitbringt, gängige Gruppen-Modi wie Deathmatch, Team-Deathmatch und "Capture the Flag" inklusive. (_teleschau - der mediendienst)

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