"Grand Slam Tennis 2" muss sich "Top Spin 4" geschlagen geben
10.02.2012 | 14:45 Uhr 2012-02-10T14:45:00+0100
Alle Grand-Slam-Turniere und zwei Dutzend Tennis-Stars: "Grand Slam Tennis 2" fährt schwere Geschütze auf. Für die Nummer eins der Spiele-Weltrangliste reicht's trotzdem nicht.
Bislang sind die Verhältnisse auf dem virtuellen Court klar geregelt: Segas "Virtua Tennis "-Reihe richtet sich mit seinen schnellen, unkomplizierten Ballwechseln an Gelegenheitsspieler, 2K Sports' "Top Spin " an die ernsthaften Freunde des weißen Sports. Irgendwo dazwischen muss reiht sich EAs Neuveröffentlichung "Grand Slam Tennis 2" ein. Der PlayStation3- und Xbox-360-Titel versucht, nicht zuletzt dank einer neuen Steuerungart Anspruch, Authentizität und Zugänglichkeit zu vereinen - und ermöglicht dabei erstmals die Teilnahme an allen vier Grand Slams inklusive des prestigeträchtigen Wimbledon-Turniers, dessen Lizenz sich die Macher exklusiv gesichert haben. Spiel, Satz und Sieg also für EA?
Nicht ganz. Die neue "Total Racquet Control", bei der sich Slice, Stop, Lob und Top Spin mithilfe des rechten Analogsticks ausführen lassen, benötigt wie die famos präzise Move -Unterstützung jede Menge Einarbeitungszeit. Die klassische Knöpfchenvariante verspricht deutlich schnellere Erfolge - und offenbart ein weiteres Problem von "Grand Slam Tennis 2": die abwechslungsarmen Ballwechsel. Weil die Filzkugel äußerst selten im Aus oder im Netz landet, treibt man seinen Gegner meist so lange von links nach rechts über den Platz, bis er eben den Ball nicht mehr erlaufen kann. Noch leichteres Spiel hat man bei Serve-and-Volley-Spezialisten, die blindlings ans Netz rennen und problemlos links und rechts passiert werden können. Von der seitens EA angepriesenen Künstlichen Intelligenz der Akteure ist nicht allzu viel zu sehen.
Auf diese Weise gewinnt man sogar mit einem selbst erstellten und in allen Belangen unterlegenen Nobody die ersten Turniere des umfangreichen Karrieremodus, der satte zehn Jahre umfasst und früh die aktuellen Stars des Sports auffährt - darunter Roger Federer, Rafael Nadal, Novak Djokovic, Maria Sharapova, Serena und Venus Williams. Aber auch Oldies wie Björn Borg, Pete Sampras, Michael Stich und Boris Becker geben sich früher oder später die Ehre. Insgesamt 23 Tennisgrößen hat EA ins Spiel eingebaut. Sie alle in die Schranken zu weisen und selbst die Nummer eins der Weltrangliste zu werden, ist das große Ziel der Karriere. Dazu gibt's ein Haufen kleinere Nebenaufgaben wie "Besiege Rafael Nadal im Wimbledon-Finale" sowie Schaukämpfe und Trainingseinheiten, die mit zahlreichen Bonus-Punkten locken: Punkte, die den eigenen Sportler auf der Karriereleiter weiter nach oben bringen, seine Fähigkeiten verbessern sowie schickes Equipment und weitere "ESPN Grand Slam Klassiker" freischalten.
Hersteller: EA
Vertrieb: EA
Schwierigkeit: Fortgeschrittene und Profis
VÖ: 09.02.2012
Preis: ca. 70 Euro
Bewertung
Grafik: gut
Steuerung: gut
Sound: gut
Spielspaß: gut
Alter: ab 0 Jahren
Gesamt: gut
Bei diesen Klassikern handelt es sich um bedeutende Momente in der Tennis-Geschichte, die sich nacherleben oder umschreiben lässt. Wer will, kann mit Boris Becker den Schweden Stefan Edberg 1989 auf heiligem Rasen besiegen - oder im Jahr darauf den Spieß umdrehen. Ein paar der legendären Duelle zwischen Björn Borg und John McEnroe sind ebenfalls auswählbar. Was besonders kurios ist, da der für seine Ausraster berühmte US-Amerikaner auch als Kommentator fungiert - zusammen mit dem australischen Wimbledon-Gewinner Pat Cash. Leider wiederholen sich die Anekdoten und Phrasen der beiden recht schnell.
Top Spin bleibt Genre-König
Fazit: Die detailverliebte Grafik mit ihren prächtigen Stadien und lebensecht animierten Sportlern kann nicht verhindern, dass sich "Grand Slam Tennis 2" dem Platzhirschen "Top Spin 4" geschlagen geben muss - und das in nahezu jeder Hinsicht. Zwar überzeugt das EA-Game mit vielen Stars, allen Grand-Slam-Turnieren und ausreichend Spiel-Modi, aber das anspruchsvollere Tennis wird bei 2K Sports gespielt. (_teleschau - der mediendienst)
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