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Action

Glitzerherzchen und Kettensäge

20.06.2012 | 08:45 Uhr
"Lollipop Chainsaw" liefert derbe inszenierte Action, verrückte Ideen und Filmzitate am Fließband.Foto: Warner Bros Interactive

"Lollipop Chainsaw" ist grell, bekloppt und zielt mit seinen skurrilen Einfällen grandios an der breiten Masse vorbei.

Wie alle Spiele des exzentrischen Japaners Suda 51 ("Shadows of the Damned ", "No More Heroes ") wandelt auch "Lollipop Chainsaw" auf einem schmalen Grat zwischen Kunst und kreativem Wahnsinn. Die in Zusammenarbeit mit Hollywood-Drehbuchautor James Gunn ("Dawn of the Dead") entstandene Persiflage des Horror-Genres liefert auf der PS3 und Xbox 360 derbe inszenierte Action, verrückte Ideen und Filmzitate am Fließband. Und das ungekürzt. Zur Überraschung vieler wurde das Spiel von der USK sogar "ab 16 Jahren" freigegeben.

Alles dreht sich hier um Juliet Starling: Cheerleaderin, blond, blöd und gerade 18 geworden. Doch statt einer Familienfeier erwartet das dralle Mädel eine Zombieinvasion an der San Romero Highschool, der auch Juliets Freund Nick zum Opfer fällt. Um sein Leben auf ebenso martialische wie magische Weise zu retten, trennt sie ihm den Kopf ab - mit ihrer pinken Herzchen-Kettensäge.

Denn Juliet ist auch das: eine professionelle Zombiejägerin. Zusammen mit Nick, der sein Dasein fortan als schickes, plapperndes Accessoire an ihrem Gürtel fristet, zieht sie aus, um vier Ober-Untote aus einer Höllendimension daran zu hindern, die Welt unterjochen.

Brutal und harmlos zugleich

"Lollipop Chainsaw" ist brutal und harmlos zugleich: Wenn Juliet auf Knopfdruck mit Pompons und Kettensäge inmitten von Zombiehorden wütet, fliegen Köpfe und Körperteile - aber es fließt kaum Blut. Vielmehr vergehen die tumben Frischfleischfanatiker in einem grellbunten Glitzersternchenfunkenregen und hinterlassen dabei jede Menge Münzen, die sich zwischenzeitlich in weitere Attacken, gesundheitsfördernde Lollipops, schärfere Outfits oder permanente Vorteile investieren lassen.

Lollipop Chainsaw

So unspiriert das eigentliche Spielgeschehen über weite Strecken auch sein mag, so skurill sind die Einfälle, die das von Punk-Rock begleitete "Lollipop Chainsaw" letztlich unterhaltsam machen. Das beginnt beim armen Nick, dessen Kopf im späteren Verlauf unter anderem als Kanonenkugel herhalten muss, erstreckt sich über die äußerst vielseitige Kettensäge, die Nahkampfwaffe, Telefon, Fortbewegungsmittel (!) und Blaster in einem ist, und endet schließlich bei den Bossgegnern, die im ersten Moment sprachlos machen.

Action
Lollipop Chainsaw

Hersteller: Grasshopper/Kadokawa Games
Vertrieb: Warner Bros. Interactive
Genre: Action
Preis: ca. 60 Euro
Schwierigkeit: Fortgeschrittene
Alter: ab 16 Jahren

Bewertung

Grafik: befriedigend
Steuerung: befriedigend
Sound: gut
Spielspass: gut
Gesamt: gut

Ein untoter Heavy-Metal-Winkinger mit fliegendem Schiff, ein zugedröhnter Hippie-Farmer und ein videospielverrückter DJ-Zombie gehören zu den mit Abstand schrägsten Gestalten, die sich Gamern jemals in den Weg gestellt haben. Und die finale Begegnung stellt selbst das alles noch einmal in den Schatten ...

Der Humor, ständig zwischen grenzdebil und genial pendelnd, ist das größte Pfund, mit dem das Spiel von Publisher Warner Bros. Interactive und Entwickler Grashopper wuchern kann. Technisch wird dagegen nur ernüchterndes Mittelmaß geboten. Aber das war bei Suda 51's Kulttitel "No More Heroes" auch schon so. (_teleschau - der mediendienst)

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