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"Babel Rising" - Gewalt für gelangweilte Götter

25.06.2012 | 08:45 Uhr
Wenig Abwechslung in "Babel Rising".Foto: Ubisoft

Ein bisschen Bibel. Ein wenig Babel. In "Babel Rising" gilt es, kleine Arbeiter mit rücksichtsloser Gewalt davon abzuhalten den Turm zu Babel fertigzustellen. Trotz roher Brutalität wirkt das Game dank herziger Grafik allerdings wenig brutal. Inhaltlich ist es kein gottgleiches Meisterwerk.

Tower-Defense ? Das glatte Gegenteil! Im biblisch inspirierten Xbox-Live und PSN-Spiel "Babel Rising" von Mando Productions und Ubisoft muss man den Turmbau zu Babel mit allen göttlichen und infernalischen Mitteln verhindern. Nach "Fruit Ninja" ein weiteres populäres Mobile-Spiel, das seinen Weg auf die Wohnzimmerkonsolen findet.

Ein christliches Gleichnis, das nicht nur Bibelfeste kennen: Die Bewohner der babylonischen Metropole wollten durch den Bau eines antiken Wolkenkratzers gegen die göttliche Herrschaft aufbegehren. Leider ging das Projekt gründlich in die Hose: Der erzürnte Gott zerbröselte nicht nur den Turm, sondern auch die damals vorherrschende Generalsprache. Durch diesen kommunikativen Stolperstein wurde die menschliche Entwicklung um Jahrtausende zurückgeworfen und ein erneutes Aufbegehren der Menschen damit bis auf Weiteres verhindert.

Windrosen, Blitzschläge und Flammenwände

Dass es der "liebe Gott " bei der Zerschlagung von "Projekt Babel" aber nicht annähernd so leicht hatte wie gängige Illustrationen zum Turmbau vermuten lassen, verrät Ubisofts Download-Gerangel "Babel Rising": Das ursprünglich in 2D für iPhone und iPod verfügbare Download-Spielchen verkehrt das Tower-Defense-Genre ins Gegenteil: Der Turm wird nicht verteidigt, sondern kaputt gemacht.

"Babel Rising" - Gewalt für gelangweilte...

Während die eifrigen Arbeiter in Wellen zur Turmbaustelle schwemmen, um dem antiken Superhochhaus ein weiteres Stockwerk zu verpassen, hat der vom Spieler repräsentierte Gott alle Hände voll damit zu tun, die emsigen Drohnen wieder vom Bau zu kegeln. Entweder per Gamepad oder mithilfe der Bewegungssteuerungen Kinect und Move schmettert er einzelnen Menschlein Steine auf den Schädel, schleudert sie durch Erdbebenrisse in die Tiefe, verlangsamt per Regenschauer ihr Vorankommen, schockfrostet sie, lässt sie in Flammenwände laufen, verwandelt sie mit Blitzschlägen zu Asche oder pustet sie mittels Windhose in den Tod.

Herzige Grafik

Vier Elemente stehen bei der Wahl der Qual zur Verfügung. Allerdings darf der himmlische Vater bei jedem der 15 vorhandenen Level maximal zwei Naturkräfte gleichzeitig aufrufen. Je öfter er sich bei den drakonischen Bestrafungen einer bestimmten Elementarkraft bedient, desto schneller steigt auch die Energie, die er zur Beschwörung eines apokalyptischen Rundumschlags benötigt: Dann regnet es beispielsweise Feuerbälle vom Himmel, wird der komplette Bau sintflutartig unter Wasser gesetzt oder kullert ein fetter Felsbrocken den Turm hinunter, der alle Arbeiter platt walzt.

Spiele-Bewertung
Babel Rising

Spielname: Babel Rising
Hersteller: Mondoproduction
Vertrieb: Ubisoft
Erhältlich ab: 13.06.2012
Preis: ca. 10 Euro
EAN Code: 1234567890123
Schwierigkeit: Für Einsteiger
Alter: ab 12 Jahren
Multiplayer: nein
Sonstiges: Kinect und Move erforderlich

Bewertung

Grafik: befriedigend
Steuerung: befriedigend
Sound: befriedigend
Spielspass: befriedigend
Gesamt: befriedigend

 

Klingt alles ganz schön grausam, ist aber dank herziger Grafik eher niedlich denn deprimierend und erinnert visuell an die frühen Götterspiele des britischen Designers Peter Molyneux ("Populous") - ohne allerdings deren Komplexität zu erreichen.

Mangelnde Komplexität

Das ist Fluch und Segen zugleich: Wer "Babel Rising" nicht auf der Xbox 360, sondern dem iPad spielt (Teil drei ist zeitgleich erschienen), bekommt ein herrlich kurzweiliges und witziges Nebenbei-Scharmützel spendiert, das sich wunderbar im Verlauf eines gemütlichen Fernsehabends bestreiten lässt - und allein durch preislich völlig überzogene InApp-Käufe negativ auffällt.

Auf der Xbox 360 dagegen verliert das Spiel aufgrund der mangelnden Komplexität erheblich an Reiz. Das ewig gleiche Beschmeißen der putzigen (und herzergreifend kreischenden) Männchen funktioniert zumindest per Gamepad tadellos, wird aber ohne passende Nebenbeschäftigung schnell langweilig. Mit Kinect und Movie wiederum ist "Babel Rising" fast schon ein Totalausfall: Die Arbeiter kommen zu schnell und zahlreich den Turm emporgeklettert, als dass man sie mit dem unpräzisen Gehampel lange genug aufhalten könnte. (_teleschau - der mediendienst)

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