ESL-Chef Reichert: Counter-Strike ist kein Killerspiel
11.04.2009 | 16:07 Uhr 2009-04-11T16:07:00+0200
Köln. Nach dem Amoklauf in Winnenden ist in Stuttgart ein Live-Spieltag der Electronic Sports League (ESL) abgesagt worden. Nun fürchten die Anhänger der Computerspiele-Ligen um den Verbleib der Intel Friday Night Games. DerWesten hat bei ESL-Geschäftsführer Ralf Reichert nachgefragt.
Welche Auswirkungen hat die Absage des Intel Friday Night Games Stuttgart durch den Hallenbetreiber auf die Electronic Sports League?
Reichert: Die Absage hat uns alle sehr überrascht. Es gab hierfür keine Anzeichen. Wir werden uns rechtliche Schritte vorbehalten.
Inwiefern werden solche Veranstaltungen mit den Kommunen abgesprochen?
Reichert: Wir führen vor den Veranstaltungen Gespräche mit den jeweiligen Ordnungsämtern. Dort gab es auch in Stuttgart vorab keinerlei rechtliche Einwände.
Ein Ausweichen in eine andere Stadt war nicht möglich?
Reichert: Nein, es steckt hinter jedem Abend eine gewaltige Logistik. Wir rücken bei jeder Veranstaltung mit zwei Vierzigtonnern an, bauen acht Stunden lang auf und haben insgesamt 30 Personen im Einsatz. So etwas kannst du nicht kurzfristig ändern.
Gefährdet die Absage von Stuttgart und die Diskussion um Killerspiele weitere Veranstaltungen?
Reichert: Nein, die Intel Friday Night Games sind nicht gefährdet. Wir haben nach der Absage von Stuttgart mit allen Hallenbetreibern an den Standorten unserer Veranstaltungen gesprochen. Hier gab es keine Probleme, da die meisten wissen, wie die Live-Spieltage ablaufen. Hier konnten wir auch durchweg positive Rückmeldungen sammeln. Wir befinden uns an zwei Standorten noch in den Gesprächen.
Wie verlaufen die Gespräche?
Reichert: Wir werden die Verantwortlichen der Städte treffen und ganz einfach vorstellen, was wir tun. Es ist ganz einfach ein Problem, wenn Leute, die über diese Dinge entscheiden, keinerlei Ahnung vom Thema haben. Wir begrüßen den Dialog, denn Aufklärung ist unverzichtbar.
Wo sind also die Ansatzpunkte für die Electronic Sports League?
Reichert: Das Schlagwort Killerspiele ist allgegenwärtig. Das fängt schon damit an zu erklären, dass Counter-Strike kein Killerspiel ist. Der Titel ist in der deutschen Fassung ab 16 Jahren freigegeben. Und die meisten Studien besagen, dass Computerspiele und Gewalttaten eben nicht in einem Zusammenhang stehen.
In Stuttgart ist die Veranstaltung Eltern-LAN gleich mit ausgefallen. Muss der Inhalt dieser Aufklärungsaktion für Erziehungsberechtigte nicht offensiver transportiert werden?
Reichert: Wir stellen bereits sehr deutlich heraus, wie wichtig eine Veranstaltung wie Eltern-LAN ist. Wir arbeiten hier mit Partnern, etwa die Bundeszentrale für politische Bildung, zusammen. Das Konzept soll möglichst ausgebaut werden. Unser Ideal-Ziel ist es, Eltern-LAN bei jedem Intel Friday Night Game anbieten zu können.
Einerseits werden Computerspiel-Veranstaltungen von Seiten der Politik gefördert, auf der anderen Seite verteufelt. Ist das ein Widerspruch?
Reichert: Widerspruch ist in der Gesellschaft grundsätzlich nichts Schlechtes. Es ist doch immer die Frage, wer so etwas sagt und warum. Das hat man bei der Diskussionsrunde bei Anne Will in der ARD nach dem Amoklauf von Winnenden wieder deutlich gesehen. Es wird ein Schuldiger gesucht. Es geht um politische Aspekte und darum, dass eine Lobby versucht die Schuldrolle weiterzugeben.
Inwiefern?
Reichert: Die Waffenlobby versucht ihre Interessen durchzusetzen und die Schuldrollen in eine andere Richtung zu lenken. Die Games-Branche ist eine recht junge Industrie, bei der viele in der Öffentlichkeit nicht richtig wissen, was sich dahinter verbirgt.
Wird die Killerspiel-Diskussion zu einem Dauerthema?
Reichert: Ich denke nicht. Das ist eine Generationenfrage. Früher wurde Rock’n’Roll und Metal-Musik für die Verrohung der Jugend verantwortlich gemacht. Ich denke auch, dass die Berichterstattung immer differenzierter wird. Im Vergleich zum Amoklauf in Erfurt 2001 sehe ich bereits einen Unterschied.
Welche Schritte muss die Szene nun unternehmen?
Reichert: Weitere Aufklärung. Sicher gibt es auch Spiele, die für Kinder nicht geeignet sind. Diese Spiele sind ab 18 Jahren freigegeben – und das ist auch gut so.
Das Gespräch führte Dirk Hein
21:37
geht Wählen!
Der Event wäre ja erst ab 18, also sind das alles Wähler! Wer von den Leuten die sich hier aufregen über 18 ist sollte wählen
gehen und eben der CDUSPDCSU eine klare Absage erteilen!
21:36
geht Wählen!
Der Event wäre ja erst ab 18, also sind das alles Wähler! Wer von den Leuten die sich hier aufregen über 18 ist sollte wählen
gehen und eben der CDUSPDCSU eine klare Absage erteilen!
da habt Ihr die Möglichkeit euren
Unmut auszudrücken!
21:34
geht Wählen!
Der Event wäre ja erst ab 18, also sind das alles Wähler! Wer von den Leuten die sich hier aufregen über 18 ist sollte wählen
gehen und eben der CDU/SPD/CSU eine klare Absage erteilen!
da habt Ihr die Möglichkeit euren
Unmut auszudrücken!
23:11
Killerspiel... Ich lach mich tot...
06:21
[...] begründen SIe erstmal was daran Sport ist, wenn sich zwei Menschen (vollkommen real!) solange mit Fäusten schlagen [...]
An welcher Stelle habe ich erwähnt Freund oder Befürworter von Kampfsportarten zu sein? Nirgends. Ich muß daher diesbezügliches nichts begründen. Dass Kampfsportarten aggressionsfördernd sind ist ein immer wieder vorgebrachtes und nur schwer von der Hand zuweisendes Argument. Was soll aber dieser Vergleich? Immer wieder stelle ist auf DerWesten fest, dass hier mit irreführender, weil falscher Nullsummenarithmetik und verzweifelten Relativierungsversuchen argumentiert wird. Es gibt ggw. keinen erkennbaren kausalen Zusammenhang zwischen Killerspielen und Boxen. Wenn Egoshooter verboten würden, wäre die Fankurven in Fußballstadien - gewaltbereite Fans, Hools, Ultras gibt es aussschließlich beim Fußball - vermutlich nicht einen Moment sicherer. Umgekehrt gilt selbstverständliche das Gleiche. Durch friedliche Fans, wie beispielsweise beim Rugby, sind Killerspiele nicht weniger gewaltverherrlichend. Derartig konstruierte Vergleiche führen zu nichts.
Nun werden Freunde von Killerspiele einwenden, dass auch der kausale Zusammenhang zwischen diesen Spielen und zunehmender Aggressionsbereitsschaft ebenfalls konstruiert sei. Ist er aber nicht, denn siehe u.a. www.bpb.de/themen/CUVT39,0,0,Einstieg%3A_Machen_Computerspiele_gewaltt%E4tig.html insbesondere die Absätze über kurz- und langfristige Wirkungen, oder
www.bpb.de/themen/1P1LMI,0,Mediengewalt_erh%F6ht_Aggressionspotenzial.html oder
www.bpb.de/themen/MLTSRE,0,Gewaltspiele_pr%E4gen_die_Phantasie.html oder
www.bpb.de/themen/FNM3J7,0,Gewalt_wird_als_normal_erlebt.html
Nur weil nicht auf reale Gegner eingedroschen wird, sind dieser Spiele nicht zwangsläufig Inbegriff des Humanimus. Die Diskussion würde viel deutlicher verlaufen, wenn Szenen mit Verstümmelungen, Folter und Vergewaltigungen Teil der Spiele wären. Aber warum? Ist gespielter Mord harmloser?
... zeigt doch das sie keine wirklichen Argumente DAGEGEN haben.
Lesen ist im Grunden doch gar nicht so schwer, oder? In meinem Kommentar von 10.04.2009 um 20:13 habe ich meine Argumente genannt.
06:17
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06:16
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20:40
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14:48
Ja, das Lösen von schwierigen, teils gewaltätigen Situationen, ohne den Einsatz von eigener Gewalt bezeichne ich als friedlich. Und auch hier sollten Sie wieder besser lesen. Bei ihnen wird aus einer friedlichen Lösung ein friedliches Szenario.
Eine Geiselnahme habe ich nie als friedlich bezeichnet.
Normalen Menschen zu verbieten, Extremsituation fiktiv durchzuspielen, macht keinen Sinn.
Nur mal so zur Info: Ich bin Pazifist, lehne neben Kapfsport sogar Fußball wegen zu hoher TATSÄCHLICHER Gewalt ab. Schubsen, drängeln und mit dem Ellbogen mal auch Richtung Kopf ist da ja Körpereinsatz, oder wie es dort so net genannt wird Vorteil. Komisch nur das ich vor den 100 Besuchern einer LAN-Party weniger Angst haben muss als vor 10 Leuten aus einer Fußballfankurve. Wenn Sie hier nach Gründen für die, von ihnen Killerspiele genannte, Unterhaltungssoftware verlangen, begründen SIe erstmal was daran Sport ist, wenn sich zwei Menschen (vollkommen real!) solange mit Fäusten schlagen bis einer bewusstlos zu Boden geht. Und hier wird ihnen jeder Mediziner lückenlos nachweisen können, dass dies nicht der Gesundheit förderlich ist.
Aber in der Zeit in der wir hier schreiben sind wahrscheinlich schon wieder tausende von Killerspielen umgebracht worden.
Das Sie hier nach Argumenten FÜR Spiele suchen und Aussagen verdrehen`, damit diese ihre Argumentation unterstützen, zeigt doch das sie keine wirklichen Argumente DAGEGEN haben. Also wofür brauche ich Gründe die für etwas sprechen, wenn es keine dagegen gibt?
06:50
@The Fan: [...] Befreit man die Geiseln !!!!!LEBEND!!!!!! bekommt man Extrageld für die nächste Runde. Ziel der Terroristen ist es nicht alle CTs abzuknallen, sondern eine bestimmte Zeit lang dafür zu sorgen das die Geiseln nicht befreit werden.[...]
Stimmt, wie konnte ich nur friedliche Geiselnahmen vergessen.
Nein, im Ernst. Diese Position zeigt mir wie sehr Wertigkeiten durch ein Spiel verschoben werden können: alles, was nicht auf ein Gemetzel hinausläuft, wird als friedliches Szenario eingestuft.
Eine Geiselnahme ist aber weder friedlich noch gewaltfrei. Im richtigen Leben wird das Leben von Geiseln als Druckmittel eingesetzt.
Diesen Aspekt haben Sie entweder übersehen oder, was viel schlimmer wäre, tatsächlich als friedlich adaptiert. In beiden Fällen werden Killerspiele dadurch nicht sympatischer.