Die Rückkehr der Riesen-Ritter
24.06.2011 | 17:23 Uhr 2011-06-24T17:23:00+0200Eine kurze Einführung in die Geschehnisse des Vorgängers, aber das war"s dann auch schon: Der zweite Teil der PS3-exklusiven Action-Rollenspielreihe "White Knight Chronicles" knüpft derart nahtlos an den Erstling an, dass sich selbst diejenigen kurzzeitig überfordert fühlen, die ihn durchgespielt haben - zumal sich Entwickler Level 5 ("Dragon Quest") diesmal nicht die Mühe macht, das ausgefeilte Charakter-, Fertigkeits- und Kampfsystem noch einmal zu erklären.
Wer erfahren möchte, wie man die umfangreichen Tabellen mit neuen Fähigkeiten füllt oder in der Hitze des Gefechts zwischen den einzelnen Menüs hin und her wechselt, der muss es wohl oder übel auf die harte Tour lernen: Handbuch zücken, entsprechende Online-Spieleberater durchforsten, geduldig experimentieren - oder zur Sicherheit noch einmal den überarbeiteten Vorgänger anspielen, der freundlicherweise auf der Disk gleich mitgeliefert wird ...
Wer das macht (oder durchhält), wird das von Online-Hits á la "World of Warcraft" inspirierte Spielsystem aber zu schätzen wissen: Wie bei Online-Rollenspielen läuft die eigene Heldentruppe durch eine von mal herzigen, mal skurrilen Gegnern bevölkerte Spielwelt, die dann auf simples Tasten-Kommando verdroschen werden, ohne dass der Spieler zuvor in einen extra Kampfbildschirm wechseln muss. Welche Aktion der Button-Drücker auslöst, ist davon abhängig, was der Spieler zuvor in die Schnellauswahl geschubst hat - auch das kennt man aus Internet-Abenteuern. Und diese Spielmechanik kommt nicht von ungefähr: Obwohl sich das Abenteuer auch im Alleingang mit der Hilfe von zwei Computerkollegen bestreit lässt, läuft "White Knight Chronicles 2" erst online zu wahrer Größe auf: Mit einer selbst erschaffenen Figur darf man sich abseits der eigentlichen Geschichte mit bis zu fünf weiteren Spieler austoben - und zwar nicht nur als Magier oder Krieger, sondern auch als Architekt ganzer Fantasy-Städte.
Kernstück des klischeebehafteten Kampfes gegen ein machthungriges Imperium ist jedoch die Verwandlung des Helden in den legendären "White Knight": Dieser gigantische Ritter transportiert die zuvor eher bodenständigen Gefechte auf eine überdimensionierte Ebene, auf der er sich mit ähnlich kolossalen Bestien duelliert.
Wer den Vorgänger gespielt hat oder zumindest mit den erheblichen Einstiegsschwierigkeiten leben kann, bekommt wie bei Teil eins ein ebenso durchdachtes wie durchgestyltes Mammut-Rollenspiel, das die Vorzüge von japanischem Zeichentrickpathos mit denen moderner Online- und Action-Rollenspiele vereint. Allerdings betreibt Entwickler Level 5 mitunter schamloses Recycling: Ein Großteil der Widersacher und Ortschaften sind bereits aus dem Vorgänger bekannt. Und wer die Vorgeschichte erleben will, greift zum kleinen Bruder: "White Knight Chronicles Origins" für die PSP erzählt von der Entstehung des "Weißen Ritters" und ist 10.000 Jahre vor den PS3-Spielen angesiedelt.
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