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Bei "Halo 4" bleibt trotz neuem Entwickler alles beim Alten

13.11.2012 | 08:45 Uhr
Der Master Chief meldet sich zurück zum Dienst - und ist in "Halo 4" besser denn je in Form. Foto: Microsoft

Der Anfang vom Ende: "Halo 4" kitzelt in vielerlei Hinsicht das Letzte aus der Xbox 360 - und macht deutlich, dass für eine weitere Fortsetzung dringend neue Hardware benötigt wird.

Wie wichtig die Marke "Halo " und der Master Chief für Microsoft sind? Niemand Geringeres als Hollywood-Regisseur David Fincher ("Fight Club", "The Social Network") wurde für die Produktion des Starttrailers zum nun veröffentlichten vierten Teil der Science-Fiction-Ballerei engagiert. Für die Premierenfeier verwandelte man in Liechtenstein eine Burg aus dem 13. Jahrhundert nebst Umland in eine futuristische Militärfestung. Und wer auf die Idee kam, auf eine Version des Xbox-360-exklusiven Spiels zurückzugreifen, die bereits Wochen vor der Veröffentlichung im Netz kursierte, dem drohte Microsoft mit ewiger Verbannung von der Online-Plattform "Xbox Live".

Man könnte aber auch schlicht die Zahlen für sich sprechen lassen: Seit der Veröffentlichung des ersten Teils "Kampf um die Zukunft" Anfang 2002 wanderten mehr als 46 Millionen "Halo "-Exemplare über die Ladentheken. Der letzte, noch beim "Halo"-Erfinder Bungie entstandene Ableger "Reach " spülte allein am ersten Verkaufstag über 200 Millionen Dollar in die Kassen von Microsoft. Entsprechend groß sind die Erwartungen an "Halo 4 ", das den Auftakt zu einer neuen Trilogie bilden soll.

Das bisher beste Halo

Den Skeptikern sei gesagt: Das neue Entwicklerteam 343 Industries liefert das bislang wohl beste "Halo" überhaupt ab. Keine Zwischensequenz, die nicht an großes Hollywood-Kino erinnert. Keine Sekunde Langeweile. Und vor allem: kein Kleckern. Beim neuerlichen Einsatz des Supersoldaten Master Chief wird fortwährend in nahezu jeder erdenklichen Weise geklotzt - und das Letzte aus der Xbox 360 herausgekitzelt. Schönere Licht- und Leuchteffekte hat man wohl nie auf der Microsoft-Konsole gesehen. Gleichzeitig wird klar, dass für eine weitere Fortsetzung des Ego-Shooters dringend neue Hardware benötigt wird.

Die Entwickler mögen andere sein, die Kontinuität der Geschichte blieb jedoch gewahrt: "Halo 4" setzt vier Jahre nach den Geschehnissen von Teil drei ein, das 2007 erschien und in dem der Master Chief die Menschheit rettete. Zusammen mit den Überbleibseln des Raumschiffs "Forward Unto Dawn" und der langsam durchdrehenden Künstlichen Intelligenz Cortana strandet er auf dem Hohlplaneten Requiem.

Halo-typisches Spielgeschehen

Dort stellen sich dem Master Chief nicht nur die bekannten Aliens der Allianz in den Weg, sondern auch die Prometheaner - Wesen, halb Maschine, halb Lebensform und ganz und gar hinterhältig. Die kleinsten Exemplare in Hundeform können an Decken und Wänden entlang klettern. Größere Vertreter teleportieren sich durch die Gegend und werden von einer kleinen, flinken Drohne begleitet, die bei Beschuss eine Energiebarriere errichtet oder gefallene Prometheaner wieder zum Leben erweckt. Und dennoch gibt es noch etwas Gefährlicheres auf dieser Welt: den "Didaktiker" ...

Halo 4

Das "Halo"-typische, meist recht schlichte Spielgeschehen, das den Spieler Wegpunkte abklappern lässt und dabei mit jeder Menge Widersacher konfrontiert, verpackt 343 Industries derart geschickt, temporeich, fordernd und grafisch spektakulär, dass man völlig die Zeit vergisst - und nach rund sechs bis sieben Stunden entsetzt feststellt: "Wie? Schon vorbei?"

Bis es jedoch soweit ist, kämpft man sich durch Urwälder und Wüsten, sterilen Technikbauten und die Innereien von Raumschiffen. Man steuert altbekannte Fahrzeuge wie den Warthog-Jeep oder den Scorpion-Panzer, klemmt sich hinter allerlei Alien-Gleiter und klettert irgendwann auch in den neuen Mantis-Mech.

"Spartan Ops" als zweite Koop-Kampagne

Ebenfalls neu: Gimmicks wie ein tragbares Schild, eine Art Infrarotsicht und das komplette Waffenarsenal der Prometheaner, das sich beim Auflesen in der Hand des Master Chiefs eindrucksvoll zusammensetzt.

Spielebewertung
Halo 4

Hersteller: 343 Industries
Vertrieb: Microsoft
Genre: Action
Preis: ca. 70 Euro
Schwierigkeit: Fortgeschrittene
Alter: ab 16 Jahren

Bewertung

Grafik: sehr gut
Steuerung: sehr gut
Sound: sehr gut
Spielspass: sehr gut
Gesamt: sehr gut

Die Story-Kampagne, die sich auf Wunsch auch kooperativ mit drei Freunden bestreiten lässt, ist nur ein Bestandteil von "Halo 4". Der neue Modus "Spartan Ops" ist wie eine zweite Kampagne mit eigener Geschichte, die jede Woche um weitere Download-Missionen ergänzt wird. Die ersten zehn Wochen geschieht das noch gratis - angesichts der ersten Episode mit fünf Kapiteln und einer Spielzeit von gut einer Stunde ergibt das weitere zehn Stunden, die man am besten mit Online-Freunden verbringt.

Spielerisch alles beim Alten

Und schließlich gibt es noch den Multiplayer-Modus, in dem sich bis zu 16 Spieler auf 13 Karten in diversen Varianten austoben dürfen. Neu: Wie bei "Call of Duty" und "Battlefield 3" gibt es nun ein System mit Rangaufstiegen und taktischen Individualisierungsmöglichkeiten. Ein alter Bekannter ist dagegen die "Schmiede". Mithilfe dieses umfangreichen Editors lassen sich eigene Karten basteln und über Xbox Live mit Freunden teilen.

Fazit: Spielerisch ist beim neuen "Halo" alles beim Alten geblieben - und das ist vermutlich das größte Kompliment, das man den Entwicklern von 343 Industries machen kann. Grafisch zieht Teil vier aber im Vergleich zu den Vorgängern noch einmal deutlich an. Und selbst die deutsche Synchronisation kann sich diesmal hören lassen. Allein der Mut zu echten Neuerungen fehlt. (_teleschau - der mediendienst)

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