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"Assassin's Creed 3" bringt die Geschichte gekonnt zu Ende

02.11.2012 | 08:45 Uhr
In "Assassin's Creed 3" kämpft der Halbindianer Connor während des Amerikanischen Unabhängigkeitskriegs gegen Templer, Rotröcke, Freibeuter, Rassismus - und den drohenden Weltuntergang. Foto: Ubisoft

"Assassin's Creed" ist wohl das heißeste Eisen, das Publisher Ubisoft im Feuer hat. Die bisherigen Ableger verkauften sich millionenfach, ein Kinofilm mit Michael Fassbender in der Hauptrolle ist beschlossene Sache - und nun soll mit Teil drei alles enden?

Neue Welt statt altes Europa, Revolution statt Renaissance: Im schon lange überfälligen dritten Kapitel der Meuchelmörder-Mär "Assassin's Creed" kämpft der Halbindianer Connor während des Amerikanischen Unabhängigkeitskriegs gegen Templer, englische Rotröcke, Freibeuter, Rassismus - und den drohenden Weltuntergang am 21. Dezember 2012. Verwirrend? Pure Absicht von Ubisoft und der Clou einer wahrhaft epischen angelegten Geschichte, die sich mittlerweile über fünf Spiele zieht und wie bei den Vorgängern auf zwei Ebenen erzählt wird.

Wer die Vorgänger verpasst hat, bekommt am Anfang von "Assassin's Creed 3" eine Kurzzusammenfassung der Geschehnisse - und damit einen Einblick in einen jahrtausendelangen Krieg zwischen Templern und Assassinen. Eine Schlüsselfigur in diesem Zwist ist der Barkeeper Desmond Miles - Nachfahre der Assassinen, entführt von den Templern, befreit von seinesgleichen, zwischenzeitlich ins Koma gefallen und nun Hoffnungsträger der ganzen Welt.

Überarbeitetes Kampfsystem

Tief in seinem genetischen Gedächtnis schlummern wertvolle Hinweise auf mächtige Artefakte - sogenannte Edensplitter. Eine obskure Wundermaschine namens Animus erschafft aus den DNA-Strängen eine virtuelle Realität, in der Desmond die Taten seiner Assassinen-Ahnen nacherleben kann - in diesem Fall die des halb indianischen, halb britischen Assassine Connor, der im späten 18. Jahrhundert durch Nordamerika streift, das sich gerade von der britischen Krone lossagt.

Ein geschichtsträchtiger Umstand, der ebenso thematisiert wird wie etwa die Boston Tea Party, Sklaverei und Rassismus, während Connor nach seiner Ausbildung durch einen schwarzen Mentor durch die frühen US-Metropolen Boston und New York streift.

Auch die technologische Entwicklung dieser Zeit wirkt sich maßgeblich auf das Spielgeschehen aus - vor allem, weil die Musketen der britischen Rotröcke und Pioniere die Kämpfe wesentlich gefährlicher gestalten als das Schwerterschwingen und Säbelrasseln des Mittelalters. Darum hat Ubisofts Entwickler-Team das aus den Vorgängern bekannte Kampfsystem auch gründlich reformiert: Um in den zahllosen Scharmützeln den Kopf auf den Schultern zu behalten, muss Connor wesentlich flinker sein als seine Vorgänger. Reaktionsschnelle und Taktik gehören ebenso zu den "Assassin's Creed 3"-Gefechten wie eine Menge Frust infolge des deutlich angezogenen Schwierigkeitsgrades. Die schmerzfreien Zeiten, in denen man durch geschicktes Blocken selbst Gegnerscharen ausschalten konnte, sind ein für allemal vorbei.

Mehr leben in den Straßen

Außerdem muss der Assassine jetzt auch abseits des Kampfs deutlich vorsichtiger sein als früher, denn die reibungslose Flucht über die Dächer bleibt ihm weitgehend verwehrt: Boston, Philadelphia und New York sind Ende des 18. Jahrhunderts kleiner als die morgenländischen und italienischen Mittelalter-Metropolen der Vorgängerspiele. Die meisten Straßenzüge sind breit und die Häuserdichte ist entsprechend vergleichsweise niedrig.

Darum wird das Geschehen innerhalb der Stadtmauern von den Dächern auf die Straßen geholt, die jetzt allerdings mit deutlich mehr digitalem Leben gefüllt sind: Kinder und Hunde spielen, Hausfrauen hängen ihre Wäsche auf, Handwerker gehen ihrem Tagewerk nach und in dunklen Gassen treffen sich Verschwörer, um ihrem Unmut über die Briten Luft zu machen. Hier spielt das detailversessene Szenario eine seiner größten Stärken aus.

Assassin's Creed 3

Die Akrobatik- und Kletterpartien, die bisher das Bild der Serie bestimmt haben, wurden dafür in die freie Wildbahn verlegt: Anders als die bisherigen Assassinen-Abenteuer bringt Teil drei ein riesiges und frei begehbares Grenzland mit, in dem Connor Steilhänge emporkraxelt, sich mit einem Affenzahn von Baum zu Baum hangelt und den pelzigen Waldbewohnern nach spannender Jagd buchstäblich das Fell über die Ohren zieht, um es anschließend beim Händler zu verkaufen.

Aufbau einer eigenen Siedlung

Und Geld ist spätestens ab dem zehnten von zwölf Kapiteln bitter nötig, denn dann darf der Assassine fernab der aus den Vorgängern bekannten Missionstypen (Feinde beschatten, belauschen, bestehlen und meucheln), seine eigene, florierende Siedlung (funktionierender Warenkreislauf inklusive) aufbauen, Ordensnachwuchs hochpeppeln und seine Waren über zuvor erschlossene Handelsrouten auf den Seeweg bringen. Um sicherzugehen, dass die kostbare Ware nicht das Opfer von Seeräubern wird, muss der Assassine auch zum Kapitän seines eigenen Kriegsschiffs werden: Hinter dem Steuerrad eines Dreimasters, wenn ihm Gischt, Regen, Kanonenkugeln und turmhohe Wellen um die Ohren peitschen, erlebt der Spieler das absolute Highlight von Ubisofts neuem Action-Adventure.

Spielebewertung
Assassins's Creed 3

Hersteller: Ubisoft Montréal
Vertrieb: Ubisoft
Genre: Action-Adventure
Preis: ca. 70 Euro
Schwierigkeit: Fortgeschrittene
Alter: ab 16 Jahren

Bewertung

Grafik: sehr gut
Steuerung: gut
Sound: sehr gut
Spielspass: sehr gut
Gesamt: sehr gut

Dass die Seeschlachten ebenso wie viele der historisch unterfütterten Bürgerkriegsmissionen (Geschichtsgrößen wie George Washington, Benjamin Franklin und Paul Revere inklusive) oder das indianische Jäger-Dasein anfangs eher willkürlich aneinandergeklebt wirken, tut dem Spielspaß auf Dauer keinen Abbruch: Hat man den mit knapp zehn Stunden viel zu langen Auftakt in der Rolle von Connors Vater und die Abenteuer des Kind-Connors endlich hinter sich, dann kommt der Ordenskrieger ordentlich in Gang. Allerdings gelingt es Ubisoft trotz des bedeutungsschwangeren Szenarios nicht, eine spannende Geschichte zu erzählen, was in erster Linie dem Open-World-Naturell und dem arg klischeebehafteten Weltuntergangs-Part in der Gegenwart anzukreiden ist.

Fortsetzung folgt?

Die Stärken der Serie liegen aller Änderungen zum Trotz noch immer im freien Erkunden der grafisch beeindruckenden Spielwelt und in der Handlungsfreiheit seines fein animierten Protagonisten. Wer mit einer nach wie vor dezent unpräzisen Steuerung und einer leider viel zu chaotischen Menüstruktur leben kann, der greift zu, denn allein die revolutionären Seegefechte sind den Kauf wert.

Wer allerdings auf das endgültige Ende der Geschichte um Desmond Miles hofft, wird vermutlich enttäuscht: Obwohl der Neuzeit-Assassine die durch Teil eins ins Rollen gebrachte Geschichte auflösen darf, bleibt sein eigenes Schicksal und das seines Alter Egos Connor am Ende ungewiss. Fortsetzung folgt ..? (_teleschau - der mediendienst)

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Kommentare
07.12.2012
10:57
Rezension zu Assassins Creed III
von fragender123 | #1

Ich habe mir das Spiel gekauft und durchgespielt. Daher ist es jetzt Zeit für eine Rezension. Also, was haben wir hier - zunächst einmal den Nachfolger einer Reihe von Spielen die eine wahrlich hohe Messlatte angelegt haben. Assassins Creed I + II sowie Brotherhood und Revelations haben Millionen von Fans begeistert und gehen mit Riesenerwartungen an den Dritten Teil der Saga ran.

Rein grafisch gesehen ist das Spiel sehr gut gemacht, doch die volle Punktzahl gibts dafür leider nicht. Dafür sind zahlreiche Bugs verantwortlich. Manchmal bleibt man im Mauerwerk stecken, dann schweben Gegenstände oder Waffen von getöteten Rotröcken in der Luft. Manchmal hakt das Spiel ganz einfach. Auch sonst sind Bugs leider häufiger zu finden. Da fehlt dann mal eine Pistole im Doppelhalfter oder man bekommt ständig die Nachricht von einer "Neuen Waffe". Sorry, aber das konnte UBI - Soft schon mal besser. Daher 90 von 100 Punkten.

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