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Warum man beim Lotto den Zufall nicht überlisten kann

25.01.2013 | 17:17 Uhr
Warum man beim Lotto den Zufall nicht überlisten kann
Wird das ein "U"? Zahlen nach Mustern zu tippen, lohnt sich beim Lottospielen nicht - es kommen einfach zu viele Menschen auf dieselbe Idee.

Essen.   In 55 Jahren Lotto ist schon so einiges an Kuriositäten zusammengekommen: Die Lottospieler, die sechs Richtige hatten und trotzdem kein Glück zum Beispiel. Aus den kuriosen Fällen können auch heutige Lottospieler noch lernen: Hände weg von vermeintlich sicheren "Strickmustern" beim Tippen.

Am 4. Oktober 1997 gab es für 124 Lottospieler zunächst die große Euphorie – und dann die kleine Ernüchterung. „Sechs Richtige“ hatten sie angekreuzt, und damit erfüllte sich für sie der große Traum aller Lottospieler. Wer nun aber auf die Million hoffte, sah sich kurz darauf enttäuscht: Gerade einmal 50.000 DM durften sie mit nach Hause nehmen. Was war geschehen? Sie hatten die Zahlenfolge 9-13-23-27-38-40 angekreuzt – und damit auf dem Tippschein die Form eines „U“ nachgebildet. Dieser ungewöhnliche Schachzug, dem eigenen Glück auf die Sprünge zu helfen, erwies sich allerdings nicht gerade als quotenfördernd, da zu viele auf die gleiche Idee gekommen waren. In diesem Fall stand „U“ also leider für „Unglücklich gelaufen“.

Überhaupt hat es sich so manches Mal nicht bewährt, Muster oder arithmetische Zahlenreihen zu tippen. Die Aussicht auf „6 Richtige“ wird dadurch ja nicht verbessert, denn jede Zahlenfolge besitzt exakt die gleiche Wahrscheinlichkeit, gezogen zu werden. Die Gewinnquote aber sinkt in der Regel, da einfach zu viele ihrem Glück mit „Strickmustern“ nachhelfen wollen.

Besser keine "Muster" tippen

Dies mussten am 23. Januar 1988 sogar 222 Spieler erfahren. Sie hatten den doppelten Zahlendrilling 24-25-26-30- 31-32 getippt – und wunderten sich über ihre Quote von knapp 85.000 DM. Glücklich, wer es in dieser Situation schaffte, das Glas halb voll zu sehen und sich auch über diese immer noch stattliche Summe zu freuen!

Wer versucht, den Zufall mit solchen Tricks zu überlisten, bei dem ist die Freude über die richtigen Zahlen leider manchmal mit einem Wermutstropfen gemischt, denn es gibt oft viele andere, die den gleichen Gedanken haben.

Weitere Beispiele gefällig? Bitte schön! Die historisch niedrigste Quote für „5 Richtige“ gab es am 11. September 1965 – übrigens eine Woche, nachdem die Ziehung der Lottozahlen erstmals live im Fernsehen gesendet worden war. Sie betrug 332 DM und 40 Pfennige. Fünf der sechs Gewinnzahlen – 13-19-25-31-37 – bildeten nämlich eine Diagonale auf dem Lottoschein. Nicht viel mehr gab es am 10. April 1999, nämlich 379 DM und 90 Pfennige. Die Gewinnzahlenfolge war in diesem Fall 2-3-4-5-6-26.

Wer also geglaubt hatte, seine Kreuzchen unbedingt alle in einer Reihe machen zu müssen, durfte sich ärgern – oder mit der Erkenntnis trösten, dass auch die schlechtesten „5 Richtigen“ immer noch mehr einbringen als gar keine. Am 18. Juni 1977 erbrachten die Gewinnzahlen 9-17-18-20-29-40 eine magere Quote von gerade einmal knapp über 30.000 DM. 205 Lottospieler hatten auf diese Zahlen gesetzt.

Nur einmal wurden genau dieselben Zahlen gezogen

Sie überlegen hin und her und können kein Strickmuster erkennen? Dann haben Sie recht: Es gibt nämlich auch keins. Nur waren es dummerweise die gleichen Zahlen, die eine Woche zuvor im niederländischen Lotto gezogen worden waren. Merke: Ein Blick über die Grenzen mag lehrreich sein, aber im Glücksspiel hilft er selten weiter. Die in der deutschen Lottogeschichte am häufigsten gezogene Gewinnzahl ist übrigens die 49 (459 Mal; Stand: 15.9.2010), gefolgt von der 32 (454) und der 6 (441).

Am seltensten kam bisher ausgerechnet die ominöse 13 (356) zum Vorschein – obwohl doch gerade sie es war, die bei der allerersten Ziehung am 9. Oktober 1955 als erste das Licht der Welt erblickte. Und genau ein einziges Mal wurde bisher die gleiche Zahlenkombination zweimal gezogen, nämlich am 20. Dezember 1986 und am 21. Juni 1995. Die Zahlen lauteten 15-25-27-30-42-48. Kann man daraus nun für die Zukunft etwas ableiten? Eigentlich nicht, denn der Zufall hat kein Gedächtnis. Jede Zahl und jede Kombination hat bei jeder Ziehung immer wieder die gleiche Chance.  


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