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Psychologie

Warum Geld allein uns nicht glücklich macht

11.01.2013 | 15:50 Uhr
Warum Geld allein uns nicht glücklich macht
Geld! Aber auch ein großer Gewinn macht nicht lange glücklich, wenn man nicht gelernt hat, sich auch über die kleinen Dinge zu freuen.Foto: Getty

Essen.  Macht ein Lottogewinn einen Menschen automatisch glücklich? Das ist eine der Fragen, die die Positive Psychologie zu beantworten sucht. Diese Forschungsrichtung versucht u.a., Glück zu vermessen. Und kommt zu dem Ergebnis: Ein wenig Talent zum Glücklichsein kann auch Lottogewinnern nicht schaden.

Geld allein macht nicht glücklich, sagt der Volksmund. Wobei dieses „allein“ Zweierlei bedeuten kann: Nur Geld macht nicht glücklich oder Geld macht erst in der Gemeinschaft froh. Dies gilt auch für einen erhofften Lottogewinn . Der plötzliche Reichtum sorgt nicht bei jedem für das gleiche Glück . Warum ist das so? „Froh zu sein, bedarf es wenig und wer froh ist, ist ein König“, lernen wir schon als Kind in einem Lied. Und doch ist der eine mit sehr viel weniger glücklich und zufrieden als der andere.

Der amerikanische Psychologe Martin Seligman, Begründer der so genannten Positiven Psychologie, versucht mit seinen Mitstreitern nicht nur die Ursachen für diese Unterschiede zu erforschen, sondern gleich das Glück zu vermessen. Im Gegensatz zur normalen Psychologie beschäftigen sich Seligman und einige weitere Wissenschaftler nicht mit der Frage, wie sich Unglücklichsein vermindern lässt, sondern vielmehr mit der Frage, wie sich das Glücklichsein verstärken lässt. Denn, davon sind die Forscher überzeugt, Glück oder besser gesagt „Wohlbefinden“, wie es von Seligman genannt wird, trägt jeder in sich. Allein: Jeder nimmt es unterschiedlich wahr.

Obwohl dieser Zweig der Psychologie erst in den 90er Jahren begründet wurde, ist der Gedanke dahinter übrigens nicht mehr ganz so jugendlich. Schon 1948 schrieb der amerikanische Motivationstrainer und Begründer des „Positiven Denkens“, Dale Carnegie: „Etwa 90 Prozent aller Dinge in unserem Leben sind in Ordnung, nur etwa zehn Prozent sind es nicht. Wenn wir glücklich sein wollen, brauchen wir uns nur auf diese 90 Prozent zu konzentrieren und die zehn, die nicht in Ordnung sind, nicht zu beachten. Wenn wir aber verbittert und ängstlich sind und ein Magengeschwür bekommen wollen, müssen wir es genau umgekehrt machen und nur die zehn Prozent sehen, die nicht so sind, wie wir es uns wünschen.“

Was macht uns eigentlich glücklich?

Während sich die Psychologie in der Vergangenheit hauptsächlich mit Therapie und Heilung von psychischen Problemen beschäftigte und versuchte zu klären, was uns unglücklich macht, stellt die Positive Psychologie nun also die Frage, was uns glücklich macht oder wie wir glücklich werden. Denn oft hat sich gezeigt, dass sich durch den Wegfall von Unglück nicht automatisch Glück einstellte. Das heißt, dass Glück bzw. subjektives Wohlbefinden aktiv angestrebt werden müssen.

Ziel der Positiven Psychologie ist die Erhaltung von Lebensfreude, Achtsamkeit, Kreativität, Neugierde und Selbstvertrauen. In diesen Kategorien vermessen die Vertreter der Positiven Psychologie auch den Glücksquotienten eines Einzelnen. Dabei gehen sie allerdings zugleich davon aus, dass ein Gutteil des Glücks oder Wohlbefindens vererblich ist.

Auch ein Lottogewinn macht nicht automatisch glücklich

Auch über den Einfluss eines Lottogewinns wird in der Positiven Psychologie geforscht, und sogar für den plötzlichen Geldsegen scheint zu gelten: Er macht nicht automatisch glücklich für immer. Wer sich aber die Fähigkeit bewahrt, sich wie in unserem Kinderlied auch über wenig zu freuen, die Freude zugleich mit anderen teilt und sich auch der Worte Carnegies erinnert, der wird mit einem Lottogewinn seinen persönlichen Glücksquotienten sicherlich auch nachhaltig um einige Punkte steigern können.

Übrigens: der US-amerikanischer Schauspieler, Komiker und Sänger Danny Kaye ist Urheber des Zitats „Geld allein macht nicht glücklich.“ Seine Interpretation des „allein“ meint jedoch keineswegs immaterielle Werte oder Geselligkeit, denn das vollständige Zitat Danny Kayes lautet „Geld allein macht nicht glücklich. Es gehören auch noch Aktien, Gold und Grundstücke dazu.“



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