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Lotto-Gesellschaften fordern schärferes Vorgehen gegen Illegale

20.02.2013 | 15:52 Uhr
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Lotto-Gesellschaften fordern schärferes Vorgehen gegen Illegale
Ein Tipper aus Mönchengladbach hat beim Lotto "sechs Richtige" erzielt und mehr als 446.000 Euro gewonnen. (dapd)

Berlin.  Trotz des neuen Glücksspielstaatsvertrag kämpfen staatliche Lottogesellschaften weiter mit Umsatzrückgängen. Sie führen das auf die aus dem Ausland agierenden illegalen Wett-Anbieter zurück. Von den Bundesländern fordern sie eine schärfere Verfolgung der Straftaten.

Die mit Umsatzeinbußen kämpfenden staatlichen Lotto-Gesellschaften fordern von den Bundesländern ein schärferes Vorgehen gegen illegale Anbieter. "Die Ordnungspolitik muss da in Zukunft Flagge zeigen", sagte der Sprecher des Deutschen Lotto- und Totoblockes sowie Geschäftsführer der Saarland-Sportoto GmbH, Michael Burkert, am Mittwoch in Berlin. Auch Spielhallen sollten stärker reglementiert werden als in der Vergangenheit.

Die staatlichen Anbieter sprechen sich zugleich gegen eine "Einmischung seitens der EU-Kommission aus". Die Organisation des Glücksspiels sei Vorrecht des jeweiligen Staaten: "Und das muss auch so bleiben."

Die Umsatzrückgänge der staatlichen Anbieter seien Folge eines nach wie vor mangelhaften Vorgehens gegenüber illegalen Angeboten, beklagte Burkert. Denkbar sei unter anderem ein Bankentransferverbot für illegale Glücksspiele, was auch ein Beitrag gegen Geldwäsche wäre.

Mehr Einnahmen durch Sportwetten

Zusätzliche Einnahmen erhoffen die staatlichen Lotto-Gesellschaften auch aus der Öffnung des Sportwetten-Marktes für private Konkurrenten. Sie wollen in dem Milliarden-Geschäft mit ihrem Anbieter Oddset mitmischen und eine Konzession erwerben. Auch mit wieder erlaubter TV-Werbung soll das Geschäft angekurbelt werden.

Der mühsam ausgehandelte neue Glücksspielstaatsvertrag ist am 1. Juli 2012 in Kraft getreten. Damit halten die Länder am staatlichen Lottomonopol fest. Auf Druck der Wettbewerbshüter musste der Glücksspielmarkt aber für Private geöffnet werden.

Für sieben Jahre sollen 20 Konzessionen an Sportwettenanbieter vergeben werden. Der Vertrieb von Sportwetten und Lotterien über das Internet wurde wieder zugelassen. Die privaten Glücksspielanbieter werfen den staatlichen Gesellschaften vor, sich mit dem Staatsvertrag auf Kosten der Konkurrenz sanieren zu wollen.

Umsatzrückgang von 3,7 Prozent

Im vergangenen Jahr verbuchten die Lottogesellschaften der Länder den Angaben zufolge einen Umsatzrückgang von 3,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Als Hauptursachen nannte Burkert die erhebliche Zunahme illegaler Anbieter sowie das frühere abrupte Internet-Verbot im Jahr 2008. Man befinde sich noch in einer Umbruchsituation, hoffe für 2013 aber auf ein leichtes Umsatzplus.

"Wenn der Staat seine Aufgaben erfüllt, steigen die Umsätze wieder", sagte Burkert. Für die wieder zulässige TV-Werbung wollen die staatlichen Anbieter einen siebenstelligen Betrag finanzieren. Beantragt werde sie für alle Produkte. Eine Genehmigung werde in Kürze erwartet. (dpa)

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