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Glück

Die Welt der glücklichen Sprichworte

04.02.2013 | 16:53 Uhr
Die Welt der glücklichen Sprichworte
Auch der Aberglaube vom glückbringenden Kleeblatt zeigt, wie sehr Glück und Unglück Einzug in unsere Sprache gehalten haben.Foto: ddp WP

Essen.   Sprichworte machen eine Menge her. In jeder Lebenslage gibt es ein Sprichwort – auf Glück oder Unglück gemünzt. Ein Auszug aus der weiten Welt der glücks- oder unglücksgeschwängerten Welt der Sprichworte.

„Jeder ist seines Glückes Schmied“ – das gilt nicht nur beim Ausfüllen des Lottoscheins, sondern ist zugleich eines von zahlreichen Beispielen dafür, wie sehr unser täglicher Sprachgebrauch durch das Glück bestimmt ist. Und zwar im wahrsten Sinne des Wortes: Zahlreiche Redewendungen, die wir tagtäglich gebrauchen, befassen sich mit dem Thema Glück. Woher kommt es, wohin geht es und wem ist es besonders hold? Ein Ausflug in die Welt der Sprichworte…

Dabei ist sich der Volksmund übrigens nicht vollständig einig darüber, wem nun wirklich das Glück zusteht, bzw. wem Fortuna besonders hold ist. Dass oft der Dumme auch der Glückliche ist, besagen dabei übrigens weit weniger Sprichwörter als es der oft zitierte Bauer mit den besonders dicken Kartoffeln vermuten lassen würde.

Gute Laune sorgt für Glück

Denn genauso meint der Volksmund auch: „Das Glück ist mit den Tapferen“ oder wahlweise „Das Glück ist mit den Tüchtigen“. Aber natürlich gibt es auch unter diesen, den Tüchtigen, so manchen, der mehr Glück als Verstand hat. Einem japanischen Sprichwort zufolge ist es gar nicht so schwer, dem Glück auf die richtige Fährte zu helfen – zumindest für die, die optimistisch durchs Leben gehen: „Das Glück tritt gern in ein Haus ein, in dem gute Laune herrscht“.

Wer dann auch noch in den eigenen vier Wänden gut gelaunt ist, der hat Fortuna ohnehin auf Dauer gepachtet, denn schließlich wissen wir: „Trautes Heim, Glück allein“! Bei so viel guter Laune lässt sich dann natürlich im Eigenheim auch leichtfüßig das Tanzbein schwingen, denn: „Wem das Glück aufspielt, der hat gut Tanzen“.

Der glaube an den Volksmund

Aber auch ohne Eigenheim und gute Laune kann ein jeder, glaubt man dem Volksmund, dem Glück etwas auf die Sprünge helfen. Eine Redensart, auf die der heute noch übliche Brauch des Polterabends zurück geht, besagt beispielsweise, dass Scherben Glück bringen. Und auch, wer nach einer ausgiebigen Pechsträhne im Kartenspiel nach Hause geht, braucht den Kopf nicht hängen zu lassen - winkt ihm doch eine romantische Zukunft: „Pech im Spiel, Glück in der Liebe“.

Auch Reiter haben dem Volksmund zufolge gut lachen, liegt doch schließlich „Alles Glück der Erde auf dem Rücken der Pferde“. Ebenfalls in Reimform kommt ein zweiter guter Rat daher, der allerdings inzwischen an Beliebtheit etwas eingebüßt hat: „Glücklich ist, wer vergisst, was nicht mehr zu ändern ist“.

Reim dich, oder ich beiß' dich

Doch auch über die Vergänglichkeit von Glück geben viele Redewendungen Aufschluss, mitunter ebenfalls gereimt, wenn auch etwas holprig: „Glück und Glas, wie leicht bricht das“. Ein Drama Shakespeare’schen Ausmaßes fasst in nur einem Satz ein anderes Sprichwort zusammen, das ebenfalls auf die Sprunghaftigkeit des Glücks gemünzt ist: „Das Glück macht aus Bettlern Könige und aus Königen Bettler“. Besteht zwischen beiden auch noch eine Verbindung, könnte schon das nächste geflügelte Wort gelten: „Das Glück des Einen ist das Unglück des Anderen“.

Und so findet sich für fast jede denkbare Situation eine Redewendung zu Glück oder Unglück, die uns erläutert, wie es nun dazu kommen konnte. Das gilt übrigens nicht nur für den deutschen Wortschatz, sondern auch für den der meisten anderen Kulturen auch. Denn Glück kennt keine Grenzen. Eine besonders blumige Redewendung, die immer passt, kennt das Arabische: „Glück besteht in der Kunst, sich nicht zu ärgern, dass der Rosenstrauch Dornen trägt“.


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