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Der lange Weg der Lottokugeln

27.12.2012 | 16:48 Uhr
Der lange Weg der Lottokugeln
Hinter der Lotto-Ziehung steckt viel mehr Arbeit, als die nur knapp zehnminütige Fernseh-Ausstrahlung vermuten lässt.Foto: Björn Wentz

Koblenz/Mainz.  Ein Blick hinter die Kulissen der Ziehung von „Lotto am Mittwoch“ – der Vorgang dauert weitaus länger als die nur knapp zehnminütige Ausstrahlung im Fernsehen vermuten lässt.

Es ist Mittwoch, 15.30 Uhr. Manfred Meder nimmt einen langen Schlüssel aus einem Tresor im Obergeschoss und geht in den hochwassersicheren Keller der rheinlandpfälzischen Lottozentrale in Koblenz. Hier schließt er einen mannshohen Tresor auf, in dem mehrere verplombte Alukoffer mit Zahlenschlössern stehen. Er greift zwei Koffer. Ihr Inhalt: 49 Kugeln - für die Mittwochsziehung „6 aus 49 “ und zehn Kugeln für die Ziehung der Superzahl.

Jeden Mittwoch fährt ein Ziehungsteam aus Koblenz mit den Kugeln zum ZDF-Sendezentrum nach Mainz. Dort werden um kurz vor 19 Uhr die Lottozahlen in einer Live-Sendung gezogen. Danach geht es wieder zurück nach Koblenz. „Das sind ganz normale Tischtennisbälle, die besonders beschichtet sind“, sagt Meder.

Die Kugeln werden besonders geschützt und kontrolliert: Einmal jährlich prüft das Eichamt ihr Gewicht. 3,2 bis 3,3 Gramm wiegen die Kugeln, die für Lottospieler über Millionengewinne entscheiden. Verantwortlich für den ordnungsgemäßen Ablauf der Ziehung ist das Ziehungsteam, das aus einem Ziehungsleiter und zwei Assistenten besteht, die Lotto Rheinland-Pfalz stellt. Hinzu kommt ein Aufsichtsbeamter, der rotierend aus einem der Finanz- bzw. Innenministerien der Bundesländer kommt. Seit der Einführung des Mittwochslottos 1982 sind die Rheinland-Pfälzer für das Gewinnspiel zuständig. Die Kugeln in Mainz zu deponieren, um sich die wöchentliche Anfahrt zu sparen, sei kein Thema. „Wir tragen die Gesamtverantwortung – auch für die Korrektheit der Kugeln“, erklärt Meder.

Für den Fall, dass ein Stau oder Wintereinbruch die pünktliche Ankunft in Mainz gefährden, hält sich in Koblenz ein zweites Ziehungsteam bereit. Es macht sich mit einem weiteren Kofferpaar auf den Weg, wenn sich die Kollegen nicht bis 16.45 Uhr aus Mainz gemeldet haben. Sollte auch dieses Team nicht durchkommen, gibt es beim ZDF ein drittes Team samt Kugelset. Bislang wurden diese Notfallszenarien aber noch nie genutzt.

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    Seite 2: Probelauf vor der eigentlichen Ziehung

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