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Der eine so, der andere so...

07.12.2012 | 13:42 Uhr
Der eine so, der andere so...
Seit kurzem können Spieler in NRW ihre Kreuzchen auch online setzen.

Essen.  Nach drei Jahren "Online-Pause" kann an diesem Wochenende erstmals wieder im Internet Lotto gespielt werden. Wir haben uns auf den Straßen und in den Annahmestellen umgehört.

Es ist nach über drei Jahren Pause das erste Wochenende, an dem wieder übers Internet getippt werden darf. Nach Erlassung des neuen Glücksspielgesetzes dürfen Tipper in Nordrhein-Westfalen seit diesem Montag, 3. Dezember, wieder ganz legal ihre Kreuzchen im Netz machen. Gespielt werden können über das Portal westlotto.de Lotterieangebote wie Lotto 6aus49, Spiel77, Super 6, Eurojackpot und Co. Westlotto-Sprecher Axel Weber zeigte sich mit der ersten Resonanz zufrieden. 15 .00 Spieler hätten das neue Portal bereits für ihre Tipps genutzt, 3000 Neuregistrierungen seien eingegangen, bilanziert er. Wir haben uns mal vor Ort umgehört – nicht nur bei Lottospielern, sondern auch in den Annahmestellen selbst.

Giesela Hamann aus Duisburg spielt Lotto „schon seit einer halben Ewigkeit“, wie sie selbst sagt. Ob es denn für sie auch in Frage kommen würde, auf westlotto.de zu spielen? „Och, wissen Sie“, sagt die ältere Dame, „das Internet ist nichts für mich.“ Hamann erfuhr erst im Gespräch von der neuen Möglichkeit – von der sie aber nicht Gebrauch machen würde. „Seit etlichen Jahren gehe ich jeden Freitag in dieselbe Annahmestelle, fülle dort meinen Schein aus und hoffe auf den großen Gewinn.“

Online-Angebot als Gefahr für die kleinen Annahmestellen?

Mehr als vier Richtige sprangen bislang nicht heraus, dennoch wird sie an ihrem Ritual festhalten. Aber was sagen denn die Annahmestellen-Inhaber zum neuen Angebot? Schließlich besteht ja die Gefahr, dass das neue Online-Portal den Annahmestellen Kunden kosten könnten. „Ich finde das nicht gut“, sagt ein Inhaber. „Wir haben es eh schon nicht leicht und bekommen dadurch Konkurrenz aus dem eigenen Hause.“ Seinen Namen nennt der Mann nicht. „Ich will keinen Ärger haben.“

Den wird es garantiert nicht geben, versichert Axel Weber, der überdies westlotto.de nicht als Konkurrenz zu den Annahmestellen verstanden wissen will: „Wir wollen damit eine neue Zielgruppe erschließen“, so Weber, und: „Wir gehen nicht von einer Abwanderung wegen des Online-Angebots aus. Das wollen wir auch gar nicht.“

Begeistert vom neuen Angebot ist Marc Ueckermeier. Der Düsseldorfer hat westlotto.de bereits genutzt: „Mir gefällt daran, dass man mal schnell einen Schein abgeben und die Spiel 77- und Super6-Zahl frei auswählen kann.“ Zwar setzt Ueckermeier nur gelegentlich seine Kreuzchen, „aber durch die Bequemlichkeit, die ein Online-Angebot mit sich bringt, könnte sich das ja jetzt durchaus häufen.“

Das Kreuzchensetzen fehlt

Ebenfalls angetan vom neuen Online-Angebot ist Ralf Bergner. Der Mülheimer ist Stammspieler und wird „in Zukunft ganz sicher“ auch mal online spielen. Den rituellen Vorgang des Kreuzchensetzens würde er dabei allerdings vermissen. „Wenn man das seit vielen vielen Jahren macht, dann fehlt einem am Wochenende etwas."

„Aber manchmal fehlt einfach die Zeit, um in die Annahmestelle zu fahren. Da ist es ganz bequem, wenn ich in der Mittagspause online schnell meine Tipps abgeben kann.“



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