Chinesischer Lotteriegewinner musste sich verkleiden

Wer sich in China nicht kreativ zu schützen weiß, kann seinen Geldsegen ganz schnell wieder los sein.
Wer sich in China nicht kreativ zu schützen weiß, kann seinen Geldsegen ganz schnell wieder los sein.
Foto: Getty Images
Wer in China den Hauptgewinn im Lotto erhält, bekommt einen TV-Auftritt dazu. Grund genug für einige, sich für die Übergabe in ein Kostüm zu werfen.

Shanxi.. Dass Chinesen manchmal durch eine etwas ausgefallenere (Ver-)Kleidung auffallen überrascht wohl kaum jemanden. Doch der Auftritt eines chinesischen Lottogewinners im letzten Jahr verblüffte selbst die Menschen in Fernost: Der Tipper aus Shanxi, einer Provinz im Norden Chinas, hatte 520 Millionen Yuan (umgerechnet 67,6 Millionen Euro) im Lotto gewonnen. Um bei der öffentlichen Preisgeldübergabe und anschließenden Pressekonferenz nicht erkannt zu werden, schlüpfte er kurzerhand in ein grellgelbes Bärenkostüm.

Diese Vorsichtsmaßnahme kommt nicht von ungefähr – die Bilder des glücklichen Gewinners werden üblicherweise im chinesischen Lokalfernsehen ausgestrahlt und erreichen danach ungeahnte Bekanntheit im sozialen Umfeld des Betroffenen. Viel zu häufig kommt es vor, dass sich kurz nach einem Großgewinn ganz unverhofft längst verschollen geglaubte „gute Freunde“, entfernte Verwandte und flüchtige Bekannte mit einem dringenden finanziellen Anliegen bei dem glücklichen Gewinner melden. Und plötzlich ist die üppige Gewinnsumme um einige Stellen vor dem Komma geschrumpft…

Auch Micky Maus und ein Panda waren Millionengewinner

Damit genau das nicht passiert, wird der Spielerschutz in Deutschland ganz groß geschrieben. Alle Tipps, die auf westlotto.de oder in den Annahmestellen abgegeben werden sind und bleiben anonym. Auch Gewinner, die mit ihrer Kundenkarte oder im Abo gespielt haben, müssen sich keine Gedanken um ein Ganzkörperkostüm machen – bei WestLotto und den anderen staatlichen Lotteriegesellschaften in Deutschland werden alle kleinen und großen Gewinne streng vertraulich behandelt. Hier muss niemand in die Karnevalskiste greifen, um seinen Jackpot genießen zu können.

Der „Millionen-Bär“ ist übrigens nicht der erste chinesische Lottogewinner im Kostüm: Im August dieses Jahres gewann „Micky Maus“ umgerechnet rund 51,7 Millionen Euro und ein Panda konnte im Jahr 2011 stolze 73,4 Millionen Euro abräumen. Bei diesen Summen bleibt es allerdings nicht ganz, denn anders als in Deutschland unterliegen Lottogewinne in China der Einkommenssteuerregelung, die den Betrag dann doch noch einmal deutlich schrumpfen lässt. Einige Töpfe Honig dürften für den glücklichen Bären aber trotzdem drin sein.