Kulturrat fordert Mut zur Kunst
17.08.2010 | 10:47 Uhr 2010-08-17T10:47:00+0200
Mehr als 480 Aussteller aus 33 Ländern und 200 Spielpremieren machen die gamescom in Köln zu einer wichtigen Veranstaltung der Kulturwirtschaft. Um diese Stellung zu halten, fordert der Deutsche Kulturrat zu mehr künstlerischen Experimenten auf.
Der kulturelle Stand von Videospielen wird zwar häufiger diskutiert, ist jedoch nicht mehr infrage zu stellen. Allein in Nordrhein-Westfalen sichert die Games-Industrie rund 5000 Arbeitsplätze und vereint Künstler verschiedenster Sparten, etwa Drehbuchautoren, Szenographen, Komponisten, Musiker, bildende Künstler, Grafiker und Historiker. All diese Personen tragen zum kulturellen Bild von Spielen bei. Selten wird der Öffentlichkeit ein so umfassendes Bild der Videospielkultur präsentiert. Es gilt, selbst mitzumachen, zu beobachten und manchmal sogar um Verständnis sowie Lernbereitschaft. Die Verantwortung liegt hier allerdings größtenteils bei der Branche selbst.
So fordert der Deutsche Kulturrat auch in diesem Jahr die Computerspielbranche dazu auf, sich weiterhin ihrer Verantwortung zu stellen und Kindern, Jugendlichen, Eltern, Erziehern und Pädagogen sowie Vertretern der Politik den richtigen Umgang mit interaktiver Unterhaltung aufzeigen.
Mut zur Kunst
Der Geschäftsführer des Deutschen Kulturrates, Olaf Zimmermann, sagte in diesem Zusammenhang: „Es ist an der Zeit, dass die Computerspielindustrie mehr Mut zu künstlerischen Experimenten zeigt! Die Computerspielbranche ist zu einem bedeutenden Faktor für die Entwicklung der Kulturwirtschaft in Deutschland geworden. Ich fordere die Verantwortlichen für die Computer- und Konsolenspielentwicklung auf, in Zukunft mehr künstlerischen Mut zu beweisen und entsprechende Experimente einzugehen. Das vorhandene Potenzial von Künstlern und Kulturschaffenden in diesem Bereich lässt noch ungeahnte Höhenflüge zu. Mehr Mut zur Kunst, bitte!“
Kunst auf der gamescom ist in diesem Jahr ebenso ein Thema wie der Jugendmedienschutz. Auch wenn einige Branchenvertreter sich mehr Verantwortung von den Eltern wünschen, sind sich die Veranstalter ihrer Aufgaben bewusst. Abgetrennte Bereiche sollen den Jugendschutz gewährleisten. Ohne gültigen Ausweis bekommt man kein Armband, und nur damit kommt man in die abgesperrten Zonen. Spieler, die sich also nicht ausweisen können, müssen draußen bleiben. "An jedem Stand wird kontrolliert", heißt es von offizieller Seite. Spiele mit künstlerischen Inhalten wie „The Journey“, „Child of Eden“ oder „Portal 2“ zeigen zudem, dass der Mut zur Kunst nicht verlorengegangen ist.
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