Killerspiel-Entsorgung trotz geringen Andrangs ein Erfolg
19.10.2009 | 12:26 Uhr 2009-10-19T12:26:00+0200Es kamen nicht viele Leute zum verregneten Platz vor die Stuttgarter Staatsoper, um ihre Spiele wegzuwerfen. Die „Killerspiel“-Entsorgung war für das Aktionsbündnis Amoklauf Winnenden nach eigener Aussage dennoch ein Erfolg.
Im Vorfeld waren viele Spieler und Verbotsgegner über die Aktion in Stuttgart verärgert. Spiele mit Gewaltinhalten sollten freiwillig in einen Container geworfen werden und dafür konnte man an einer Verlosungsaktion teilnehmen. Zu gewinnen gab es ein unterschriebenes Trikot der deutschen Fußballnationalmannschaft.
Vergangenen Samstag fand die Aktion dann vor der Staatsoper in Stuttgart statt. Viele kamen nicht zu der Veranstaltung und dennoch konnte die Aktion Medien wie Verbotsgegner auf den Plan rufen. Im Vorfeld gab es nach Angaben der Verantwortlichen „über 500 zum Teil sehr unverschämte und beleidigende E-Mails mit Androhungen“, weshalb ein Security-Dienst direkt vor Ort war.
Allerdings blieb die Veranstaltung die ganze Zeit über ruhig und sachlich. Zusammen mit der Piraten-Partei war auch der VDVC vor Ort und veranstaltete auf dem Schlossplatz gleichzeitig eine Mahnwache. So wollte man zeigen, was man von der „sinnlosen Verschrottung von Spielen“ halte. Spieler seien kein aggressiver Pöbel – auch wenn es einige Menschen so sehen würden.
Zugleich rief der VDVC alle dazu auf, niemanden zu beleidigen, der sachliche Austausch mit Passanten sei das Ziel. Trotz des geringen Andrangs vor Ort empfand das Aktionsbündnis die Veranstaltung als gelungen: "Alle, wir vom Bündnis und die Gamer, haben doch ein gemeinsames Ziel: dass kein Amoklauf in Deutschland mehr stattfindet", sagte Vorstand Hardy Schober. Ein Sprecher des Fördervereins des AAW: "Wir wollen, dass miteinander geredet wird, und ein Zeichen setzen, dass Killerspiele aus den Kinderzimmern verbannt werden und Eltern sich dafür interessieren, was ihre Kinder tun". Der Austausch junger und auch älterer Generationen war ein weiterer Gewinn. Auch seien Aktionsgegner wie Befürworter fair miteinander umgegangen.
Laut Patrik Schönfeldt, dem stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden des VDVC, waren die Gespräche vor Ort ebenfalls sehr offen und locker. Anders als man es im Vorfeld erwartet hatte, konnten sogar gewisse Vorurteile aus dem Weg geräumt werden. Dennoch würde auf der Seite des Aktionsbündnisses immer noch Nachholbedarf sein. Einige der Mitglieder hätten beispielsweise nicht gewusst, dass Spiele indiziert werden. Zudem eröffnete Schönfeldt noch, dass der DFB über die Verlosung des Trikots keine Kenntnis hatte. So sollte es vielmehr einer Auktion zukommen, dessen Erlös dann an einen guten Zweck gehen sollte.
Selbstreflektion wäre ebenfalls ein Thema das beide Seiten nicht aus den Augen verlieren sollten. Einige ehrenamtliche Mitglieder des Aktionsbündnis hätten bereits erkannt, dass manche Vorgehensmaßnahmen zu überspitzt angegangen werden. Ebenso sollte man aber laut Schönfeldt auch nicht vergessen, dass es immer noch eine Altersfreigabe für Spiele gebe und diese auch begründet sei. Gewisse Inhalte seien eben nichts für Kinder.
Die Aktion in Stuttgart war der Start des Projektes „Familien gegen Killerspiele“, das anschließend in verschiedenen Städten fortgesetzt werden soll. Ob der VDVC bei jeder Veranstaltung ebenfalls vor Ort sein wird, ist unklar. Aus organisatorischen Gründen könnte das jedoch nicht immer machbar sein, wie Schönfeldt uns erklärte.
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14:06
Nächste mal bitte alle Laptop unter den Arm und spontan davor ne LAN^^
19:38
Eigentlich gibt es nicht was ich meinen Vorrednern noch hinzufügen müsste :)
19:00
Im Container befanden sich letztendlich: Small Soldiers (GameBoy, dürfte so ab 6 sein), OpenArena (wurde dem Aktionsbündnis geschenkt damit diese sich mal ein Actionspiel ansehen konnten), Def Jam Fight for NY und GTA San Andreas. Def Jam und GTA waren noch verschweisst und wurden von einem Kamerateam mitgebracht damit die Aufnahmen machen konnten wie Kinder Spiele wegwerfen. Dej Jam hatte sogar noch das Preisschild drauf.
16:58
Lustig wie man einen absoluten Fehlschlag als Sieg darstellen kann! Das war ne lächerliche Aktion und damit Basta!!
16:22
Die ganze Aktion ist völliger Schwachsinn. Szenen wurden gestellt. Um der Sache ein bischen Glaubhaftigkeit und Dramatik einzuhauchen wurden KINDERN DVD´s in die Hand gedrückt, kann man auf YouTube sehen.
14:47
@bluppdidupp ... genauso habe ich mir diese Aktion auch vorgestellt.
a) wer ist schon so dämlich und schmeisst für ein Gewinnspiel mal eben um die 50,-€ (und mehr!) in nen Container?
b) habe ich auch von den Mainstream Medien keine andere Aktions-Propaganda erwartet.
14:08
Es haben ja auch wirklich viele mitgemacht:
http://www.netzpolitik.org/2009/container-aktion-des-aktionsbuendnis-winnenden/
*röchel*
13:52
Doch, doch, wir Gamer sind schon mordsgefährlich ;-) Ich habe mich nur deshalb noch nicht zu einem Schlachtfest hinreißen lassen, da mir einfach noch zu viele wichtige Ausrüstungsgegenstände fehlen. In sämtlichen Krügen, die ich zerdepper, ist nur Staub. Schatzkisten habe ich bis heute keine gefunden und die wilden Eber im Dunkelwald sind in Wirklichkeit auch nicht so leicht zu erlegen, wie am PC. Kurzum, bevor ich nicht mindestens Level 75 erreicht habe, läuft da gar nix. Bis es soweit ist, lache ich mich lieber über diese schwachsinnige Aktion kaputt...
13:36
Es ist halt viel einfacher irgendwelche Killer Spiele zu verbieten, als nach den wirklichen Problemen zu suchen.
13:33
Und ich hatte die Hoffnung, dass Deutschland aus seiner Vergangenheit etwas gelernt hatte.
Diese Aktion erinnert doch stark an die Bücherverbrennungen von 1933 im nationalsozialistischen Deutschland.