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Star Wars: Die alte Republik in neuem Gewand

29.08.2009 | 09:00 Uhr
Star Wars: Die alte Republik in neuem Gewand

Köln. Mit "Star Wars: The Old Republic" werkeln die kanadischen BioWare-Studios in Zusammenarbeit mit LucasArts an einem der großen Hoffnungsträger der MMO-Gemeinde. Doch kann dieser Titel wirklich mit neuen Ideen glänzen oder ist es letzten Endes doch nur der große Name, der blendet?

Es muss nicht immer Blizzard sein, wenn sich vor einem gamescom-Stand eine schier endlose Menge die Beine in den Bauch steht. Die Damen und Herren von BioWare luden nämlich zu einer 45-minütigen Präsentation ein, die hinter den geschlossenen Toren eines stilechten Jedi-Tempels stattfinden sollte. Man war vom eigenen Produkt mehr als nur überzeugt, und nun galt es, auch Presse und Besucher ins Boot zu holen. Zahlreiche Innovationen und vor allem die häufig zitierte „filmreife Inszenierung“ sollten auch die letzten Zweifler vom Gegenteil überzeugen.

Bewährtes neu aufgelegt

Video
Auf der E3 wurde ein neuer Cinematic-Trailer veröffentlicht. Er zeigt die Vorgeschichte der Old Republic und wie es zum Krieg kam.

So verkündete man bereits im Vorfeld stolz, dass sämtliche Dialoge im Spiel vollständig lokalisiert wurden. Selbst Gespräche mit unwichtigen Nichtspielercharakteren sollen somit entsprechend sprachlich unterlegt werden, was man uns wiederum anhand einer kleinen Sequenz veranschaulichte. Zudem wurde näher auf das Dialogsystem eingegangen. All jene, die schon mal "Mass Effect" gespielt haben, werden sich sofort zurechtfinden. Abgesehen von einigen minimalen Änderungen am Design des Auswahlfensters haben die Entwickler von BioWare nämlich eins zu eins von sich selbst kopiert. An wichtigen Ankerpunkten der Gespräche wird man also die Möglichkeit bekommen, darüber zu entscheiden, ob man seinem Gegenüber freundlich, neutral oder forsch antworten will. Je nachdem, wie ihr euch entscheidet, wird auch euer Gesprächspartner reagieren, was sich wiederum auf den Fortgang der Mission auswirken wird. Dieses Feature ist inzwischen nicht mehr wirklich neu, doch funktioniert es nach wie vor einwandfrei und feiert in "The Old Republic" zudem eine Art Premiere im MMORPG-Genre.

Zusätzlich bekamen auch die drei inzwischen bekannten Charakterklassen ein wenig Bühnenzeit spendiert. Der Schmuggler, dessen Design an Kultcharakter Han Solo angelehnt wurde, setzt vor allem auf seine Schleichfähigkeit und Angriffe aus dem Hinterhalt. Er ist somit das Star-Wars-Pendant zum Schurken beziehungsweise Dieb, wie man ihn aus anderen MMOs kennt. Interessante Neuerung: Er hat die Möglichkeit, hinter verschiedenen Objekten in Deckung zu gehen. Ein Standard in manch anderem Genre, eine Innovation für Online-Rollenspiele. Bei der zweiten vorgestellten Klasse handelte es sich um den Kopfgeldjäger, der optisch wiederum sehr stark an Boba Fett erinnert. Das mit einem Blaster bewaffnete Raubein verfügt über verschiedene Skills, bei denen die in seiner Rüstung integrierten Flammen- und Raketenwerfer zum Einsatz kommen. Mit dem dritten und letzten Charakter, dem Sith-Krieger, wurde uns dann gezeigt, wie die Quests in "The Old Republic" verlaufen können.

In Zusammenarbeit mit einem Kopfgeldjäger machte man sich auf, die Kontrolle über ein Handelsschiff des Imperiums zu übernehmen. Der Kapitän des Schiffes hatte es nämlich gewagt, einen Befehl von oberster Stelle zu verweigern. Für einen Anhänger der dunklen Seite ist dies quasi mit dem Suizid gleichzusetzen. Nach einem kurzen Smalltalk zwischen dem Kapitän und einem Sith-Krieger liegt es nun auch schon am Spieler, über Leben und Tod zu entscheiden. Die gesamte Szene wurde nicht etwa, wie in den meisten anderen MMORPGs, durch Textfenster erzählt, sondern durch eine ausgiebig gestaltete Videosequenz. Und genau in diesen Punkten scheinen die Entwickler ihren großen Vorteil gegenüber der Konkurrenz zu sehen. Während die Story eines World of Warcraft in der Regel durch schnöde Texte erzählt wird und nach einem echten Plot dürstende Spieler auf die Bücher angewiesen sind, gibt sich "The Old Republic", was das Storytelling angeht, mehr wie die Einzelspielerkampagne eines Vollpreistitels. Die Entwickler betonten mehrmals, dass es sich bei "The Old Republic" um ein „story driven MMO“ (von der Story angetriebenes Online-Rollenspiel) handele.

Ist die Macht mit BioWare?

Viel Liebe im Detail bei den Welten von The Old Republic.

Alles in allem ist es sehr schwer, sich jetzt schon ein vollständiges Bild vom Endprodukt zu machen, denn noch befindet sich der Titel im Alphastatus. Auch wenn die gezeigten Szenen flüssig liefen und die Aufmachung zu gefallen weiß, schweigen sich die Entwickler nach wie vor aus, was das Release-Datum angeht. Das Spiel selbst wirkt durchaus solide, hier von einer wirklichen Revolution zu sprechen, wäre jedoch zu viel des Guten. Natürlich haben sich die Entwickler einiges einfallen lassen, um sich von der großen Masse abzuheben. Eine derartige Inszenierung der Geschichte haben wir beispielsweise in keinem anderen MMO gesehen. Das Gameplay hingegen wirkt mehr als nur bekannt. Zwar beteuerte man ständig, wie viel rasanter der Spielfluss sei und wie viel Action man in jedem Kampf erwarten könne, wirklich überzeugt sind wir jedoch bisher nicht. Vielmehr wirkte ein Großteil der Spielszenen wie jedes andere Rollenspiel, mit dem einzigen Unterschied, dass das gesamte Abenteuer im Star-Wars-Universum stattfindet. Wer sich bisher noch nicht mit Online-Rollenspielen anfreunden konnte, wird seine Meinung durch "The Old Republic" wahrscheinlich nicht ändern.

Zudem sind gewisse Parallelen zu "Warhammer Online", ebenfalls von Electronic Arts vertrieben, einfach nicht von der Hand zu weisen. Auch hier waren sich Fans im Vorfeld einig, dass die Tage des Genre-Königs World of Warcraft gezählt seien. Abgesehen von einem kleinen Boom zum Release konnte man den Orks und Feen aus dem Hause Blizzard jedoch nicht wirklich das Fürchten lehren. Ob dies den Jedi und Sith gelingen wird, ist ebenfalls noch fraglich.

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Mircafar Mirzayev

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