Risen - Das bessere Gothic
21.10.2009 | 18:17 Uhr 2009-10-21T06:17+0200Ihr letztes Projekt war ein Schlag ins Gesicht zahlreicher Rollenspiel-Fans. „Gothic 3” war fehlerverseucht und lief erst mit dem x-ten Software-Patch zufriedenstellend. Das neueste Projekt des Essener Entwicklerstudios Piranha Bytes heißt „Risen”. Wird jetzt alles besser?
Mit „Gothic 3” hatten sich die Entwickler von Piranha Bytes schlichtweg verhoben. Zu groß war die Spielwelt, zu wenig linear die erzählte Geschichte. All das soll mit dem neuen Singleplayer-Rollenspiel „Risen” besser werden. Und siehe da: Das Spiel befriedigt die Erwartungen, die „Gothic 3” nie erfüllen konnte.
Die Gothic-Reihe lebte vor allem von ihrer starken Story. Im Gegensatz zu zahlreichen Online-Rollenspielen, die mit einer offenen Welt und nicht enden wollender Spielerfahrung Millionen vor den Monitor fesseln, gehen Singleplayer-Rollenspiele einen anderen Weg. Eine klar strukturierte Geschichte, die von Stunde zu Stunde mehr preisgibt, um am Ende in einem großen Finale zu enden – zahlreiche Stunden Spielspaß garantiert.
Willfähriger Handlanger oder Gesetzloser?
Auch „Risen” beginnt bescheiden, entfaltet seinen Charme aber mit jeder Minute ein wenig mehr. Der Spieler schlüpft in die Rolle eines namenlosen Helden, der infolge eines Schiffbruchs an die Küsten eines ebenso namenlosen Eilands gespült wird. Klingt wenig einfallsreich, hat aber noch immer nichts von seiner Wirkung eingebüßt. Nur unser Held, eine junge Frau und ein mächtiger Zauberer haben den Angriff eines Seeungeheuers auf die Nussschale überlebt. Vom Zauberer fehlt jede Spur, die Frau liegt bewusstlos am Strand. Nachdem wir sie geweckt haben, hilft sie uns, ins Spiel zu finden. Die wichtigsten Funktionen – wie benutze ich Tränke und Kräuter, wie lege ich Waffen und Rüstungsgegenstände an – werden dem Spieler auf diesem Wege so einfach wie möglich näher gebracht.
Kurz darauf befindet sich unser Held inmitten des Geschehens. Ein Bandit weist uns den Weg in einen nahen Sumpf. Dort campieren seine Kameraden. Und warten mit einer Vielzahl von Aufgaben auf uns. Wer sich stattdessen von den Häschern des Inquisitors fangen lässt, wird in die Vulkanfestung verschleppt, um dort zu einem willfährigen Handlanger gegen die Banditen ausgebildet zu werden.
Wir entscheiden uns für eine Karriere als Gesetzloser. Und werden bereits nach ein, zwei Spielstunden nicht nur mit für Rollenspiele typischen Erfahrungspunkten und neuen Fähigkeiten belohnt, sondern können auch neue Waffen und eine einfache Rüstung erwerben. Damit lassen sich riesenhafte Sumpfinsekten und grünlich schimmernde Moorleichen auch gleich viel effektiver verhauen. Und doch ist Vorsicht gefragt. Wer sich allzu forsch ins Schlachtengetümmel stürzt und mehrere Gegner auf einmal angreift, bekommt sofort zu spüren, was eine Harke ist.
Eine opulente und stimmungsvolle Welt
Der Sumpf offenbart zugleich eine Stärke von „Risen”. Vor dem Spieler liegt eine grafisch opulente und stimmungsvolle Welt, die durch die lebendig gesprochenen Dialoge der computergesteuerten Auftraggeber noch verstärkt wird. Es braucht keine Stunde, schon sind wir inmitten einer spannend erzählten Geschichte. Und da draußen wartet eine ganze Vulkaninsel darauf, vom Spieler erforscht zu werden und dem Geheimnis des Zauberers, der mit uns an Bord des zerschellten Schiffes war, auf die Schliche zu kommen. Dann dürfte sich auch klären, was es mit den seltsamen Tempelbauten auf sich hat, die – so erzählen sich die Inselbewohner – seit kurzem aus der Erde herausbrechen und in denen schauderhafte Wesen ihr Unwesen treiben.
Beim Thema Grafik klotzt Piranha Bytes mächtig ran. Die Insel punktet mit einer vielfältigen Vegetation. Das Spiel lebt von einer herausragenden Landschaftsarchitektur. Hier ist alles handgemacht, keine wiederkehrenden Details aus dem Zufallsgenerator. Doch wo viel Licht ist, ist auch Schatten. Charaktermodelle, egal ob Mensch, Tier oder Ungeheuer, wirken bisweilen kantig, beim genauen Hinschauen verschwimmen Objekt-Texturen stark, was die Grafik manchmal etwas matschig erscheinen lässt. Ferne Objekte lässt die Grafik-Engine zu einem Farbbrei werden. Ein bisschen weniger Unschärfe hätte dem Ganzen gut getan.
Das tut dem Spielspaß allerdings keinen Abbruch. Wer fleißig alle Neben-Aufgaben absolviert, kann sich bis zum Ende der Haupthandlung schon mal 50 Stunden mit „Risen” aufhalten. Und sich im Laufe des Spiels – rollenspieltypisch – als Nahkämpfer, Zauberer oder aber Jäger verdingen, um seinen Gegnern auf den Pelz zu rücken.
Keine groben Software-Schnitzer
All diese Grafikpracht hat natürlich ihren Preis. Wer „Risen” mit allen Effekten und hochauflösend genießen möchte, sollte schon einen Rechner mit Zwei- oder Vierkern-Prozessor und aktueller Grafikkarte sein Eigen nennen. Vier Gigabyte Arbeitsspeicher dürften dagegen auch auf Grund stark gesunkener Marktpreise kein so großes Problem mehr darstellen.
Und wie schaut es mit den eingangs erwähnten Fehlern? Piranha Bytes scheint diesmal seine Hausaufgaben gemacht und aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt zu haben. Software-Schnitzer der groben Art sucht man in „Risen” vergeblich. „Gothic 3”-Geplagten dürfte dieser Umstand am meisten gefallen.
Risen; Publisher: Koch Media; Preis: ca. 40 Euro (PC), ca. 60 Euro (Xbox 360); Altersfreigabe: ab 12 Jahren; weitere Infos auf der Risen-Homepage
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Wer sich selber ein Bild von „Risen” machen möchte: Wir verlosen drei Fanpakete im Wert von jeweils 200 Euro zum Rollenspiel-Highlight.
Jedes Fanpaket besteht aus:
- Videospiel Risen (für PC)
- Lösungsbuch Risen
- Pappaufsteller Risen 1,80 Meter (limitiert, nicht frei erhältlich)
- Gnomenfigur (limitiert, nicht frei erhältlich)
- Microsoft X6 Tastatur
- Microsoft X8 Computer-Maus
Wer eines der drei Fanpakete gewinnen möchte, schickt eine E-Mail bis Samstag, 24. Oktober, 18 Uhr, mit dem Betreff „Risen” an gewinner@derwesten.de . Die Glücklichen werden anschließend benachrichtigt. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.
13:02
Ja, sind sie... ;-)
22:43
Sind die Gewinner denn schon ausgelost worden?