Monkey Island: Die Auferstehung eines Klassikers
05.06.2009 | 16:16 Uhr 2009-06-05T16:16:00+0200
Los Angeles. "Tales of Monkey Island" erzählt die Story des Piratenanwärters Guybrush Threepwood weiter und bringt damit eines der erfolgreichsten Adventures in die Neuzeit. Ein Experiment, das schon bei anderen Spielern zuvor schief ging. Wird es diesmal klappen?
Wenn wir "Monkey Island" hören, fühlen sich einige von uns zurück in die Kindheit versetzt. Das Point & Click-Adventure von LucasArts prägte viele Spieler in den 90er Jahren. "Monkey Island" ist ein Stück Spielkultur und war für viele von uns Wegweiser und Philosophie zugleich. Wenn dann dieses Stück Spielkultur neu angefasst und in die Neuzeit transportiert werden soll, ist das für den Spieler, der sein altbekanntes "Monkey Island" lieb gewonnen hat, schwer zu verarbeiten. Zu groß ist die Gefahr, das Kunstwerk vergangener Tage zu zerstören.
Als im Jahr 2000 das letzte Abenteuer von LeChuck, Elaine und Guybrush erzählt wurde, erreichte das Spiel Kultstatus und blieb auf Ewigkeiten im Olymp der unantastbaren Spiele-Serien. Doch am 7. Juli bringt Entwickler Telltale Games "Tales of Monkey Island" für den PC und etwas später für WiiWare auf den Markt.
Der erste Gedanke war: Wow, geniale Sache, endlich kommt ein neues "Monkey Island". Doch dann kamen erste Bedenken, ähnlich derer von Kollege Simon. Passt "Monkey Island" in die neue Zeit? Darf man diesem Spiel überhaupt einen neuen Look verpassen? Und würde das Spiel selbst dann funktionieren, wenn es den Mythos "Monkey Island" nicht gegeben hätte?
Erinnerungen, die man behalten möchte
Zum einem wünschen wir uns einen vergleichbaren Durchbruch, aber "Monkey Island" aus dem Jahre 1990 ist nun mal nicht kopierbar, und so ist "Tales of Monkey Island" zwar vom Inhalt her an den Vorgänger angepasst, aber optisch weit von den verpixelten Erinnerungen entfernt. Dass Telltale Games vom Fach ist und mit tollen Spielen wie "Sam & Max" oder "Bone" Qualität liefern kann, bleibt außer Frage. Spielerisch bekommt ihr in "Tales of Monkey Island" auch alles geboten, was man als Point & Click-Fan gewohnt ist. Selbst der alte Wortwitz scheint in den neuen Episoden zu greifen.
Am Ende möchte man sich aber selbst von "Monkey Island" nicht in eine völlig neue Grafikumgebung stecken lassen. Der neue Stil des Spiels hebt sich schon sehr von seinen Vorgängern ab. Und genau da setzen die Zweifel wieder ein. Die ersten Teile waren trotz Pixelgrafik tiefgründiger und farbenfroher als mancher Titel in der großen, weiten Games-Welt der heutigen Zeit. In einer Generation, in der virtuelle Polygone reale Züge annehmen, ziehen wir uns immer noch gerne in die Vergangenheit mit ihrer nostalgischen Technik zurück. Wir erinnern uns gerne an diese Zeiten, und wenn dann ein Spiel wie "Tales of Monkey Island" diese Erinnerungen ankratzt, kann das zu einer Ablehnung bei den alteingesessenen Fans führen.
Monkey Island bis zum Umfallen
Game Designer Mike Stemmle von Telltale Games hofft das natürlich nicht. Er könne sich durchaus noch weitere Episoden von "Monkey Island" vorstellen. „Daher auch der Name Tales of Monkey Island“, sagt Stemmle. „Wir möchten noch viele Geschichten zu dem Spiel erzählen“.
Doch das hängt auch von der Akzeptanz der Spieler ab. Fünf Episoden sind momentan zu "Tales of Monkey Island" in Planung. Wie es danach weitergeht, bleibt offen. Die Gefahr, mit zu vielen Episoden die Serie in Grund und Boden zu produzieren, ist hier nicht gerade klein. Wir hoffen natürlich, dass es nicht so weit kommt.
Bis dahin spielen wir selbstverständlich auch die neuen Episoden. Doch was wir bisher gesehen haben, lässt ein Fazit schon mal zu: "Tales of Monkey Island" wird ein gutes Adventure, der Witz und die Geschichte scheinen sich am großen Vorbild zu orientieren. An den alten Charme kommt der neue Titel jedoch nicht heran. Noch fehlen das alte Feeling und die Stimmung, die man hatte, wenn die berühmte "Monkey-Island"-Musik ertönte. Legendäre Titel sollte man eben nicht komplett neu aufbereiten, das war schon bei Star Wars so und ist bei "Monkey Island" nicht anders.
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11:55
Nein, gespielt natürlich nicht. Ich glaube auch, dass es durchaus ein gutes Spiel werden kann. Auch von dem was ich hier gesehen und gelesen habe. Aber ich rede hier genauso wie mein Vorredner vom ersten Eindruck und vom Erscheinungsbild. Das ist, denke ich, auch mein gutes Recht.
Ich finde es großartig, dass man eine Wahl bekommt. Der Wechsel zwischen Retro und neuer Grafik ist eine nette Sache.
Und das ist nicht beschränktes Denken, sondern einfach die Wahl ein Spiel vom ersten Eindruck her zu mögen oder nicht.
08:46
@Dersichdachte
Aha, sie kennen also schon die neue Version? Schon gespielt? Schon live gesehen?
Oder woher wissen sie, dass ihnen die SE besser gefallen wird?
Das ist so typisch deutsch. Kenn ich nicht, ist was anderes, dann ist es auch gleich schlecht *kopfschüttel*
Hab gedacht, dass Leute die sich auch für Computer interessieren in welcher Richtung auch immer weniger beschränkt sind in ihre Denke.....
18:08
Muss ganz ehrlich sagen, den Grundgedanken ein neues MI zu machen finde ich ja ganz ok, aber mir gefällt das Original irgendwie auch besser. Ich werde wohl eher zur SE greifen :)
18:02
Dieses Thema wurde hier schon lange behandel. Lies doch einfach mal die Links...
hier noch einmal in ganzer Länge für dich:
http://www.derwesten.de/nachrichten/nachrichten/games/2009/6/1/news-121502475/detail.html
Ich glaub, der Westen hatte das mit als erstes als die offizielle Bestätigung kam.
17:49
Wenn schon einen Artikel über Monkey Island, dann aber bitte auch richtig.
Richtig ist das Tales of Monkey Island kommt, wem das aber nicht zusagt, der kann sich auch ab dem Sommer mit dem Orginal in einer Special Edition die Zeit vertreiben.
Hier alle Details zu The Secret of Monkey Island Special Edition für PC und Xbox Live.
http://www.lucasarts.com/games/monkeyisland/